Von Landshut nach Dingolfing

Abwechslungsreiche und lange Wanderung, die zum größten Teil auf fußfreundlichen und flussnahen Damm- oder Wirtschaftswegen verläuft. (Autor: Ludwig Graßler)
31 km
50 m
8.00 h
Die Heilig-Geist-Kirche nördlich des historischen Straßenzuges der Altstadt ist das zweite Werk von Hanns Stethaimer. Sie wurde zwischen 1407 und 1461 erbaut. Der Innenraum zeichnet sich aus durch wohl ausgewogene gotische Proportionen. Vor der Kirche öffnet sich ein beeindruckender Blick auf die gotische Altstadt mit dem Martinsmünster als Abschluss. Hier ist unser Aufbruchsort für die Weiterwanderung. Wenige Schritte bringen uns an das Südufer der Isar bei der Straßenbrücke. Auf der südlichen Flussseite begleiten wir den Fluss zirka 250m, um dann auf das gegenüberliegende Ufer hinüberzugehen. Doch schon nach gut 800m wechseln wir wieder zurück auf die südliche Seite. Im weiteren Verlauf des Wandertages bleiben wir auf dem Südufer. Dabei kann auf langen Strecken zwischen dem aussichtsreichen und sonnigen Weg auf dem Hochwasserdamm und dem schattigen, parallel dazu verlaufenden Wirtschaftsweg gewählt werden. Abwechslung in die Wanderung bringen die großen Stauseen mit den zahlreichen Wasservögeln und auch die wegbegleitende Flora sowie der an einigen Stellen nahe an das Ufer heranreichende Hangwald. Bald nach den letzten Häusern der Stadt vereinigen sich die beiden Isararme, um gemeinsam dem Stausee Altheim entgegenzufließen. Im Gegensatz zum Fluss oberhalb von Landshut und München werden im Unterlauf der Isar keine Kanäle ausgeleitet. Damit wird das hässliche Bild einer so genannten Flussleiche vermieden. Unterhalb der Staustufe von Altheim schließt sich eine kanalähnliche Wasserstrecke an. Nach etwa 4km weitet sich das Wasser wieder zu einem Stausee oberhalb von Niederaichbach. Schon von weitem fällt die Rauchsäule des Atomkraftwerks Ohu auf. Die Beklemmung einflößenden Betonbauten spiegeln sich im See. Zwischen der Staustufe Niederaichbach und dem gleichnamigen Dorf fehlt leider eine für Wanderer geeignete Verbindung. Nach der Staustufe Niederaichbach folgen 11km Fließstrecke bis zum Stausee vor Dingolfing. Vorher, bei Flusskilometer 60,5 und damit 14,5km nach Landshut, schmiegt sich die Ortschaft Niederviehbach in das nach Süden ziehende Seitental des Viehbaches. Sehenswert sind eine barock umgestaltete Kirche aus dem 14. Jahrhundert und das von Johann Michael Fischer 1731–33 neu erbaute ehemalige Augustinerinnenkloster. Es wurde 1296 durch Graf Berengar gestiftet. Wer in Niederviehbach nächtigt, kann anderntags vom nördlichen Ortskern aus auf Seitenwegen über die Höhenrücken nach Gummering und Loiching gelangen. Bleibt man bei Niederviehbach noch am Isarufer, so sollte man bei Gummering landeinwärts gehen, um über einen Feldweg das sehenswürdige Ensemble mit Kirche, Pfarrhof (13. und 15. Jahrhundert) und Dorflinden von Loiching zu erreichen. Anschließend soll wieder der Damm am Flussufer Leitlinie sein. An der nächsten Isarbrücke sehen wir rechts oben den Ort Teisbach mit dem Schloss aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Ein noch älterer Bau wurde bei Auseinandersetzungen zwischen dem Regensburger Bischof und dem bayerischen Herzog zerstört. Beim Weiterwandern taucht in der Ferne Dingolfing auf. Etwa 500m nach der Teisbachbrücke wechseln wir vom Damm auf den rechts unten verlaufenden Parallelweg, benützen zwei Brücken über Wassergräben und Feldwege zum südlichen Stadtteil von Dingolfing. Dort treffen wir am Asenbach auf die das Tal überspannende Bogenbrücke. Sie ist eines der Wahrzeichen von Dingolfing. 1612 löste dieser fünfbogige Backsteinbau eine hölzerne Brücke ab. Herzog Maximilian gewährte damals wegen dieses Baues den Dingolfingern Steuerfreiheit. Inzwischen wurde die Brücke öfter repariert und 1965/66 gänzlich saniert. Vor dem Bauwerk steigen wir die Treppen hinauf, überqueren die Brücke und erblicken rechts einen spätgotischen Backsteinbau mit Stufengiebeln. Es ist der ehemalige herzogliche Pflegehof, in dem jetzt das Heimatmuseum Platz gefunden hat. Die Gasthöfe befinden sich in der Unterstadt in der Nähe der Kirche.

Höhenunterschied - ?50 m ?80 m

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour31 km
Höhenunterschied50 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLandshut, Hl.Geist-Kirche
EndpunktDingolfing, Kirchplatz vor St.Johannes
TourencharakterAuch für diesen Wandertag sind die Kilometermarken des Wasserwirtschaftsamtes ideale Orientierungspunkte. Damit kann der Wanderer leicht feststellen, wie weit er am jeweiligen Tag bereits gewandert ist und wie lange er noch zu gehen hat (siehe Kasten).
Beste Jahreszeit
MarkierungenVorhanden; die Fußroute ist im Wesentlichen identisch mit der Radroute.
VerkehrsanbindungCa. 1–2km nördlich der Wanderroute liegen die Bahnstationen Altheim, Wörth und Dingolfing. Busverbindungen bestehen in den Ortschaften am Weg.
GastronomieIn Niederviehbach und Loiching.
Tipps
Fluss-km Landshut 75, Isarvereinigung 71,2, Beginn Stausee Altheim 70,4, Staustufe Altheim 67,2, Stausee Niederaichbach 63, Staustufe Niederviehbach 60,5, Dorf Niederviehbach 54, Brücke Loiching 50,3, Isarbrücke bei Teisbach 46,6, Dingolfing 45,5
Unterkunft
Gasthof Binderbräu, Hauptstraße 60, 84183 Niederviehbach, Tel. - 08702/2255; Pension Goldener Stern, Tannenstr. 17, 84130 Dingolfing, im Zentrum Tel.: 08731/31520; Gasthof Alte Post, Bruckstr. 7, 84130 Dingolfing, Tel.: 08731/3146-0, Fax: 3146-40; Gasthof Seetaler Bräu, Marienplatz 2, 84130 Dingolfing, Tel.: 08731/60459, Fax. 329124.
Tourismusbüro
Dingolfing, Stadtverwaltung, Dr.-Josef-Hastreiter-Str. 2, Tel.: 08731/501128, Fax: 501166.
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