Von Kühnhaide über den Hirtstein

Panorama- und Waldwanderung auf fast durchweg bequemen, fahrradfähigen Wegen. (Autor: Bernhard Pollmann)
17 km
260 m
4.00 h
Von der Bushaltestelle Kühnhaide-Schule in dem Streudorf Kühnhaide folgen wir der Durchgangsstraße kurz aufwärts und zweigen links auf die Görkauer Straße zum Sportplatz am Waldrand hinauf ab. Während die Görkauer Straße geradeaus in den Wald und zum Hochmoor Mothhäuser Heide führt, biegen wir links auf den mit dem Blaustrich markierten »Forststeig« ein, der aussichtsreich am Waldrand entlangführt.
Wo der Forststeig zuletzt am Zeuggraben und der außer Betrieb genommenen Eisenbahntrasse auf den Wald trifft, geht es im Wald links weiter und auf dem »Poetenweg« in das alte Grenzdorf Reitzenhain bis zum Grenzübergang nach Tschechien an der Reißigmühle.
Der Zeuggraben wurde im Jahr 1551 als 23km langer Kanal angelegt, um Wasser aus der Schwarzen Pockau den Erzgruben bei Lauta, Gelobtland und im Kiesholz zuzuführen, teilweise diente er auch der Holztrift. Heute ist er teilweise verrohrt und dient der Trinkwasserversorgung.
Kurz nach Queren der Bundesstraße vor dem Grenzübergang geht es rechts weiter zu den Häusern der Neuen Welt und dahinter rechts auf dem »Auerhahnflügel« in den Wald hinauf, oben an der Schutzhütte links.
Nach schöner Waldwanderung trifft der Kammweg auf die Straße, folgt ihr links hinauf Richtung Satzung und wechselt am Waldrand rechts auf die Zufahrt, die am Basaltfächer und der Hirtsteinbaude vorbei auf den aussichtsreichen Hirtstein führt. Der 890m hohe Hirtstein ist der höchste Berg im mittleren Erzgebirge. Berühmt ist er wegen seines prachtvollen Panoramas ebenso wie wegen eines Basaltaufbruchs in seinem Nordosthang unterhalb der Bergbaude.
Der Basalt, der vor 70Mio. Jahren bei einem Vulkanausbruch den Erzgebirgsgneis durchstieß, erstarrte fächerförmig bzw. liegend – dieser »Basaltfächer« ist eine für Europa einmalige geologische Besonderheit. Von der Höhe des Hirtsteins, der von einem Windkraftpark akzentuiert wird, fällt der Blick auf die höchsten Erhebungen des Westerzgebirges. Außer Fichtelberg und Keilberg sind Scheibenberg, Bärenstein und Pöhlberg zu sehen; im Nordwesten entrollt sich die Hügellandschaft des Norderzgebirges, im Nordosten zeigen sich Reitzenhain, Kühnhaide und Teile der Rübenauer Hochfläche, im Südosten sehen wir das tschechische Bergstädtchen Sebastiansberg (Hora Svatého Sebastiána), während im Süden der Erzgebirgskamm den Horizont begrenzt.
Vom Hirtstein folgen wir dem »Blaustrich« aussichtsreich hinab nach Satzung. Das Kirchdorf Satzung liegt auf einer Rodungsinsel in 850m Höhe mit fast subalpiner Vegetation in unmittelbarer Nähe der tschechischen Grenze. Im Jahre 1573 wurde die lutherische Barockkirche geweiht; die Gaststätte Erbgericht erhielt 1799 Braurecht.
Vom Höhendorf Satzung führt der Kammweg aussichtsreich dem Wald zu, wo die Gedenktafel Lustiger Hans daran erinnert, dass hier 1857 ein Wilderer niedergeschossen wurde. Im Wald senkt sich der Kammweg zum Teil steil hinab nach Schmalzgrube im Preßnitztal. Von hier führt der Kammweg durch das Schwarzwassertal weiter nach Jöhstadt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied260 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBushaltestelle Kühnhaide-Schule in Kühnhaide; Parkmöglichkeit auch am Sportplatz.
EndpunktJöhstadt-Schmalzgrube.
TourencharakterDiese Streckenwanderung führt auf dem Kammweg über den Hirtstein, die aussichtsreiche höchste Erhebung des mittleren Erzgebirges, und hinab nach Schmalzgrube im Preßnitztal.
Beste Jahreszeit
KartentippNaturparkkarte Erzgebirge-Vogtland 1:25000 Blatt 5/6 (Landesvermessungsamt Sachsen).
MarkierungenBlauer Strich und namentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungAnfahrt auf der B174 Chemnitz – Marienberg – Grenzübergang Reitzenhain und abzweigen nach Kühnhaide. In Schmalzgrube (Bushaltestellen) befindet sich ein Bahnhof der Preßnitztalbahn Jöhstadt – Steinbach. Buslinie Rübenau – Kühnhaide – Satzung bzw. Marienberg – Reitzenhain – Rübenau – Olbernau.
GastronomieKühnhaide, Reitzenhain, Hirtsteinbaude, Satzung, Schmalzgrube.
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt Marienberg, Am frischen Brunnen 1, 09496 Marienberg, Tel. 03735/90514, Internet: www.marienberg.de
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