Von Koserow über den Streckelsberg

Usedoms Steilküste und Zauberberg Leichte Waldwanderung auf zum Teil sandigen Wegen und Pfaden in leicht hügeligem Gelände ohne insgesamt nennenswerte, passagenweise jedoch steile Auf- und Abstiege. Abkürzungsmöglichkeiten bilden die Bäderbahnhaltestellen Stubbenfelde und Ückeritz. (Autor: Bernhard Pollmann)
17 km
100 m
4.00 h
Streckelsberg Von der Koserower Seebrücke fällt der Blick auf die von Buchenwäldern bestandene Steilküste des Streckelsbergs. Vor dessen Klifffuß weiten sich die Sandstrände der Flachküste. Von der Seebrücke an Land tretend, gehen wir links hinauf zum Wald. Die Eichenblatt-Markierung des Naturlehrpfads Ostseeküste und die Blaustrich-Markierung des Europäischen Fernwanderwegs weisen uns die Route. Dass Koserow vor dem Aufkommen des Seebädertourismus ein Fischerdorf war, verdeutlichen die unter Denkmalschutz stehenden - Salzhütten bei der Seebrücke. Um 1820 wurden hier die ersten reetgedeckten Hütten errichtet, in denen steuerfreies Salz zur Haltbarmachung des Fischs aufbewahrt wurde. Bei den Sturmfluten von 1872 und 1874 wurden die Salzhütten weggerissen, danach jedoch wieder aufgebaut, obwohl inzwischen die Konservendose erfunden worden war. Heute fungieren die pittoresken Häuschen als Museum, als Trauzimmer, als Souvenirverkaufsstelle und als Restaurant. Mit exzellenter Aussicht führt der Weg vor alten Buchenwäldern an der Abbruchkante der Steilküste hoch über dem Strand zum Restaurant »Kiek över« und weiter aufwärts, nun im Wald. Kurz hinter dem Hotel und Radlercamp »Wald und Meer« wechselt der Wanderweg links auf einen schmalen, geländergesicherten Weg (nicht fahrradfähig), der steil unter efeuumrankten Buchen zur Aussichtsplattform auf dem Streckelsberg leitet. Hier bietet sich ein schöner Ausblick über Steilküste und Strand hinweg auf die Ostsee. Im Wald und an weiteren Aussichtsstellen vorbei führt der schmale, teilweise mit Stufen versehene Weg weiter, während von unten das Rauschen der See heraufdringt. Bei klarer Sicht sind in nordwestlicher Richtung das Hügelland von Mönchgut im Biosphärenreservat Südost-Rügen und oft sogar die Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund zu erkennen. In derselben Richtung zeigt sich die Insel Oie, die besonders abends durch die Blinklichter ihres Leuchtturms auf sich aufmerksam macht. Im Südosten ist das Steilufer der Nachbarinsel Wollin erkennbar. Kölpinsee Vom Streckelsberg führt die Blaustrich-Markierung durch Buchenwälder in das kleine Seebad Kölpinsee. Der 34 ha große Kölpinsee mit seinen reetgesäumten Ufern war namengebend für das ab 1895 entstandene, waldreiche Seebad. Der bergige Dünen- und Steilküstenbereich zwischen dem Kölpinsee und der Ostsee wird als Teufelsberg bzw. Teufelsinsel bezeichnet. Auf der autofreien Promenade zwischen dem Kölpinsee und dem Teufelsberg verlaufen der Europäische Fernwanderweg 9, der Mecklenburgische Seenradweg und der Ostseeküsten-Radweg. In den Buchenwäldern von Stubbenfelde am Teufelsberg befindet sich ein Campingplatz und am Fuß der Kliffküste ein landschaftlich schönes FKK-Badegelände. Wer nur eine kurze Wanderung unternehmen will, kann von Kölpinsee am Wasser entlang mit imposanten Streckelsberg-Aufblicken zurück zur Seebrücke von Koserow wandern. – Am Campingplatz Stubbenfelde taucht der E 9 in den Wald ein und führt in sachtem Auf und Ab durch meist schöne, hallenartige Buchenhochwälder. Während der E 9 dem Radweg folgt, wechselt der Naturlehrpfad schon am ersten Schutzhüttenpavillon halb links zum seeseitigen Waldrand und folgt einem Pfad an der Abbruchkante der Steilküste zu einem überdachten Rastplatz. Meist aussichtsreich und entsprechend sonnig folgt der Naturlehrpfad der Abbruchkante am Rand des Buchenhochwalds – ein wunderschöner Pfad. Nach einem Zwischenabstieg laden auf der nächsten Kuppe Aussichtssitzbänke zur Rast. Schließlich erreicht der Wanderweg an der Konzertmuschel und mehreren Einkehrmöglichkeiten das waldreiche Seebad Ückeritz. Wockninsee In Ückeritz leitet die Eichenblatt-Markierung geradeaus zum Campingplatz, wo am Schild »Naturlehrpfad Wockninsee« ein kurzer Abstecher lohnt: Rechts geht es ein Stück über den Campingplatz und dann durch die Reste eines Hudewalds in das Naturschutzgebiet Wockninsee. Nach wenigen Minuten ist am Rand eines Hudewalds mit mehrhundertjährigen Eichen eine Aussichtsplattform mit Blick auf den Moorsee und die ihn umgebenden Bruchwälder erreicht – ein schöner Platz für eine Rast. Der Wockninsee und die ihn umgebenden Moore, Bruchwälder und Hudewaldreste liegen in einer alten Sturmflutrinne, die vor rund 10 000 Jahren Ostsee und Achterwasser verband und danach im Lauf der Jahrtausende durch Sandverfrachtungen und Verlandung von der offenen See abgeriegelt wurden. In den feuchten Wäldern sind Schwarzerlen ebenso wie mehrhundertjährige Rotbuchen und Stieleichen zu Hause, die Eichenwälder wurden früher als Hudewald für die Schweinemast genutzt. Den Boden decken Fettkraut, Fieberklee und Sumpfveilchen. Über dem See, der ein wichtiges Laichgebiet für Springfrösche, Teichmolche und andere Amphibien ist, schwirren bzw. schwimmen Hauben- und Zwergtaucher. Langenberg und Bansin Vom Wockninsee führt die Eichenblatt-Markierung zurück über den Campingplatz und auf der Teerstraße rechts. Hier ist zu empfehlen, den (geteerten) Wanderweg zu verlassen und bis zum nächsten Campingplatz an der Wasserlinie zu wandern: Wer unten am Wasser wandert, sieht beim Blick zurück den Streckelsberg und geradeaus die Insel Wollin sowie die Seebrücke von Bansin. Spätestens am Wasserskiverleih wechseln wir wieder auf den Küstenwanderweg, der durch ein schönes Waldstück zur kleinen Einkehrhütte »Zum Rollmops« führt. Hier verzweigen sich die Wege, der Küstenwanderweg führt links weiter auf einem Pfad in einen Buchenhochwald und aufwärts zur Abbruchkante der Kliffküste am Langenberg. Aussichtsreich folgt er der Kante am Waldrand, der Blick fällt hinüber zur Insel Wollin und hinab auf die Strandroute. Am HotelRestaurant »Forsthaus Langenberg« beginnt der nicht unsteile Abstieg in einem hallenartigen Buchenhochwald. Nach Überqueren einiger weiterer bewaldeter Kuppen sind die ersten Häuser von Bansin erreicht, links befindet sich ein Strandabgang, der Blaustrich führt geradeaus weiter durch die von Villen gesäumte Bergstraße zur Verzweigung bei der Seebrücke: Links geht es zur Seebrücke, rechts befindet sich der Bahnhof Bansin. Dort fährt die Bäderbahn zurück nach Koserow.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied100 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortDas Seebad Koserow liegt am sagenumwobenen Streckelsberg, der höchsten Erhebung an Usedoms Ostseeküste.
AusgangspunktParkplätze bei den Salzhütten an der Koserower Seebrücke; alternativ Bahnhof Koserow an der Usedomer Bäderbahn, von hier sind es etwa 10 Gehminuten durch die von Geschäften und Villen gesäumte Hauptstraße bis zur Seebrücke.
TourencharakterDer sagenumwobene Streckelsberg ist die höchste und aussichtsreichste Erhebung der Usedomer Ostseeküste und eines der auch botanisch herausragenden Wanderziele der Insel. Von der Abbruchkante der von fast 200 Jahre alten Orchideen-Buchenwäldern bewachsenen Moränenkuppe, in deren Hängen im Frühjahr Tausende von Leberblümchen blühen, schweift der Blick an klaren Tagen über die Greifswalder Oie hinweg bis nach Rügen.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungUsedomer Bäderbahn Stralsund – Wolgast – Koserow – Bansin – Ahlbeck. Mit dem Auto B 111 Jarmen – Wolgast – Koserow – Bansin – Ahlbeck.
GastronomieKoserow, Ückeritz, Bansin.
Tourismusbüro
Kurverwaltung Koserow, Hauptstraße 34, 17459 Koserow, www.seebad-koserow.de

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