Von Kleingießhübel zum Zschirnsteinplateau

Gemütliche Streckenwanderung auf bequemen Waldwegen mit viel Schatten, auf dem Hirschgrundweg steiler Anstieg; weiter Ausblick vom Zschirnsteinplateau (Autor: Tassilo Wengel)
8 km
285 m
2.00 h
Von Kleingießhübel durch den Hirschgrund.
Wir starten in Kleingießhübel in der Ortsmitte unweit des Parkplatzes, wo sich auch der Wegweiser zum Hirschgrund befindet. Der Name Kleingießhübel bezieht sich auf einstige Brauneisenvorkommen, die hier in einer Gießhütte verarbeitet wurden. Beim Parkplatz folgen wir der Markierung roter Punkt und gehen den steilen Hirschgrundweg entlang. Nach den letzten Häusern von Kleingießhübel gelangen wir in den Wald und gewinnen auf einem allmählich ansteigenden Weg an Höhe. Nach dem Überqueren einer Schotterstraße streben wir weiter aufwärts und kommen in einen lichten Kiefernwald, dessen Boden dicht mit hohen Farnen bedeckt ist. Nach etwa 30 Minuten Wanderzeit treffen wir auf den Schifferweg, eine breite Fahrstraße, und schwenken nach links. Kurz danach zweigt von der breiten Straße ein schmaler Waldweg nach rechts ab, dem wir folgen. Etwas abseits befindet sich die Wildbrethöhle, die an den früheren Wildreichtum der Gegend erinnert. Von hier ging man früher zur Auerhahnbalz und auf die Rotwildpirsch. Von den heimischen Wildarten wurden hier 1658 der letzte Bär, 1723 der letzte Wolf und 1785 der letzte Luchs gestreckt.
Auf die Höhe.
Der Wegweiser zum Zschirn- stein und die Markierung roter Punkt lassen uns weiterhin den Weg nicht verfehlen. Nach wenigen Metern müssen wir zahlreiche Treppen aufsteigen und kommen auf einen schönen Hangweg, der sich am Zschirnsteinmassiv entlangzieht. Er führt uns ganz allmählich hinauf auf ein Plateau, wo wir von einem Felsvorsprung links aus den ersten Vorgeschmack auf die uns erwartende herrliche Aussicht bekommen. Nun geht es durch lichten Birkenwald, der nur von wenigen Fichten durchsetzt ist und eine reiche Bodenflora aus Farnen und Heidelbeeren beherbergt.
Wir stoßen bald auf einen breiten Schotterweg, halten uns hier rechts und gehen das letzte Stück ganz allmählich auf das Plateau des Großen Zschirnsteins mit seiner Schutzhütte. Hier fallen zahlreiche mulden- und schüsselförmige Vertiefungen im Boden auf. Im Volksmund auch »Opferkessel« genannt, sind sie das Ergebnis chemischer Verwitterung von alaunhaltigem Sand. Am Süd- ende des Plateaus erhebt sich vor der Hütte der Mittagsstein 80 Meter senkrecht über dem Wald. Die Aussichten von hier sind überwältigend und reichen vom Großen Schneeberg im Südwesten über den Elbedurchbruch bei Tetschen und den Rosenkamm bis zum Prebischtor mit seinen Felswänden. Zirkelstein und Kaiserkrone schließen sich im Osten an und die Schrammsteine und der Falkenstein beschließen den Panoramablick. Bei klarer Sicht sieht man sogar bis zum Isergebirge und den Türmen der Albrechtsburg in Meißen.
Vom Zschirnsteinplateau gehen wir den gleichen Weg nach Kleingießhübel zurück.

GEHZEITEN.
Kleingießhübel – Großer Zschirnstein 11/4 Std. – Kleingießhübel 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied285 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKleingießhübel, Ortsmitte
EndpunktKleingießhübel, Ortsmitte
TourencharakterEine Tour zum Großen Zschirnstein gehört im Bereich der »Steine« links der Elbe zu den schönsten Wanderungen. Am südlichen Rand seines Plateaus ragt der Mittagsstein auf, mit 562 Meter die höchste Erhebung der gesamten Sächsischen Schweiz, und bietet traumhafte Aussichten. Schaut man von Süden her auf den Zschirnstein, wirkt der steile Felsabfall des Berges wie eine schwarze Wand. Und genau das bedeutet sein vom slawischen czerne gora abgeleiteter Name auch.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 44
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A4 oder A13 bis zur Anschlussstelle Dresden Altstadt und durch Dresden Richtung Pirna oder bis Autobahndreieck Dresden-West, auf der A17 bis Anschlussstelle Pirna, auf der B172 über Pirna bis zur Elbbrücke von Bad Schandau und über Krippen nach Reinhardtsdorf. Mit der S-Bahn oder dem Schiff bis Bad Schandau oder Krippen, weiter per Bus
GastronomieKleingießhübel - Zschirnsteinbaude, Dorfstr. 10, Tel. 035028/85644
Tipps
AUF DEN SPUREN EINES ROMANTIKERS. Der Maler Caspar David Friedrich (1774–1840), Hauptvertreter der romantischen Landschaftsmalerei in Deutschland, hielt sich in den Jahren 1802, 1812, 1813 und 1814 zeitweise in Krippen auf. Er hatte wesentlichen Anteil daran, dass die Schönheit der Sächsischen Schweiz über deren Grenzen hinaus bekannt wurde, indem er die ungewöhnlichen Erscheinungsformen der Landschaft in zahlreichen Bildern festhielt. Seinem künstlerischen Schaffen ist der Caspar-David-Friedrich-Wanderweg zwischen Krippen und Schöna gewidmet. Einige seiner Werke sind in der Galerie Neue Meister in Dres- den zu sehen. In der Hamburger Kunsthalle hängt das Bild »Wanderer über dem Nebelmeer«. Es stellt eine Kombination mehrerer Motive aus der Sächsischen Schweiz dar, von Caspar David Friedrich aus verschiedenen Skizzen zusammengestellt. Daher gibt es nicht den naturgetreuen Blick vom Wolfsberg wieder, sondern die seitenverkehrte Ansicht von Rosenberg und Zirkelstein. Die Felsen im Vordergrund stehen am Gamrig bei Rathen und der Standort des Wanderers ist der Fuß der Kaiserkrone.
Informationen
EINKEHR-TIPP. Direkt am Waldrand am 343 Meter hohen Wolfsberg gelegen, bietet sich von der Freiterrasse des Panoramahotels Wolfsberg eine zauberhafte Aussicht auf die Landschaft vom Großen Winterberg über Kaiserkrone und Zirkelstein bis zum Rosenberg in Böhmen. Ein Teil des Ausblicks vom Wolfsberg ist auf C.D. Friedrichs »Wanderer über dem Nebelmeer« zu sehen, das während seines Aufenthaltes in Krippen 1813 entstand. Das Hotel ist seit Generationen in Familienbesitz. Es bie- tet modern ausgestattete Zimmer, ein gemütliches Restaurant, eine Veranda und eine Kaffeeterrasse, wo man sächsische und böhmische Küche genießen kann.
Unterkunft
Kleingießhübel - Zschirnsteinbaude, Dorf- str. 10, Tel. 035028/85644, www.zschirnsteinbaude.de
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt Reinhardtsdorf, Waldbadstr. 52d/e, 01814 Reinhardtsdorf, Tel. 035028/80737, tourismus@reinhardtsdorf-schoena.de, www.reinhartsdorf-schoena.de
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