Von Kaltennordheim auf den Umpfen

Hoch über dem Feldatal (Autor: Norbert Forsch)
11 km
240 m
3.00 h
Hervorragende Fernblicke über das Feldatal und blumenreiche Kalkmagerrasen sind die landschaftlichen Höhepunkte dieser Tour, die in Kaltennordheim beginnt. Das kleine Städtchen wurde 795 erstmals erwähnt und hieß damals lediglich Nordheim. Der Zusatz »Kalten« taucht erst im 14. Jh. auf und bezieht sich wahrscheinlich auf das raue Klima. Heute ist der Ort Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Feldatal. Von einer Wasserburg, der »Meerlinse« aus dem 14. Jh., sind noch Teile der Ringmauer und des Haupt- und Torturms erhalten. Die älteste Kirche, St. Kilian (15. Jh.), wurde 1568 umgebaut. Die Stadtkirche St. Nikolai wurde erst 1597 gegründet und nach dem Brand von 1858, dem fast die ganze Stadt zum Opfer fiel, neu gebaut. Seit dem Jahre 1563 findet in Kaltennordheim alljährlich zu Pfingsten ein Heiratsmarkt statt, ursprünglich ein Bauernmarkt, heute das bekannteste Volksfest in der Thüringer Rhön.
Über die Hardt.
Wir beginnen die Wanderung auf dem Wilhelm-Külz-Platz in Kaltennordheim. Dort befinden sich das Rathaus, die Tourist-Information und das Schloss mit dem sehenswerten Heimatmuseum. Wir spazieren am Neumarkt vorbei, schlagen die Straße Mühlwehr ein, queren die Ernst-Thälmann-Straße und gelangen auf den Hardtweg. Nun leitet der grüne Keil mit gefüllter Spitze des Rhönpaulus-Weges. Der Rhön-paulus-Weg führt über 84 km von Weilar über Tann nach Dermbach. Der Rhönpaulus war ein Räuber, der im 18. Jh. in der Region sein Unwesen trieb (siehe auch Tour 29).
Wir steigen zu Haus Nr. 9 am Ortsende hinauf und schwenken links auf einen Feldweg. Durch die schattenlose Flur wandern wir auf den Berg Hardt und in bisheriger Richtung weiter über den aussichtsreichen Höhen-rücken. Die Hardt (540 m) ist eine zur Hälfte bewaldete Kuppe. Die andere Hälfte trägt den typischen Rhöner Kalkmagerrasen mit großen Beständen an Silberdisteln.
Wir kommen geradeaus an einer überdachten Sitzgruppe vorbei zur Straße und biegen links ab Richtung Kaltenlengsfeld. Nun übernimmt der rote Balken des Rhönwander-weges die Führung.
Das abseits der Wanderroute liegende Kaltenlengsfeld wurde 819 erstmals erwähnt. Zahlreiche Funde belegen aber eine germanische Siedlung weit vor der offiziellen Ortsgründung.
Auf den Umpfen.
Nach etwa 1,5 km schwenken wir nach links auf einen breiten Wirtschaftsweg und wandern durch die Flur zu einer Gabelung. Wir halten uns rechts, gewinnen weiter an Höhe und passieren einen Teich und Wochenendhäuser. An der folgenden Gabelung halten wir uns rechts, steigen zum Gabelwegweiser bei einem Wasserbehälter auf der Anhöhe hinauf und schlagen die Richtung »Dermbach über Ibengarten« ein. Wir wandern geradeaus zum Waldrand und an diesem entlang. Dann passieren wir den Aussichtspunkt Dachstein, eine Muschelkalkwand, und genießen einen herrlichen Blick auf Kaltennordheim und Kaltensundheim mit der Alten Mark. Am Dachstein befindet sich auch ein Fluggebiet für Gleitschirmflieger. Durch den Laubwald am Fuße des Umpfen führt ein Naturlehrpfad von Fischbach nach Kaltennordheim. Hinter dem Dachstein erreichen wir den nächsten Gabelwegweiser. Wir schwenken nach rechts zur Fahrstraße und links hinauf zur Wanderhütte Rhön-Brise auf dem Umpfen. Dort bietet sich ein herrlicher Ausblick auf das Feldatal.
Der Gipfel des rund 700 m hohen Umpfen ist bewaldet und trägt einen Sendemast. Auf dem Berg sind noch Reste einer keltischen Befestigungsanlage zu finden. An der Westseite befand sich ein Basaltsteinbruch. Er war zwischen 1914 und 1978 einer der Haupt-arbeitgeber von Kaltennordheim und Umgebung. Dann wurde er stillgelegt.
Zurück nach Kaltennordheim.
Wir verlassen den Umpfen auf dem Herweg und gehen zur überdachten Sitzgruppe unterhalb des Wasserbehälters zurück. Dort schwenken wir rechts auf eine gekieste Fahrstraße und folgen dem grünen Tropfen bergab nach Kaltennordheim. Beim ersten Haus am Ortsrand biegen wir links in den Stätteweg ein. Die folgende Querstraße nehmen wir rechts, die nächste Kreuzung links und kommen auf die Schulstraße.
Dort schlagen wir den nächsten Rechtsabzweig ein und schwenken dann gleich links in die Kleine Gasse. Die kommende Querstraße führt uns nach rechts zum Wilhelm-Külz-Platz zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied240 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWilhelm-Külz-Platz beim Rathaus Kaltennordheim
EndpunktWilhelm-Külz-Platz beim Rathaus Kaltennordheim
TourencharakterAuf überwiegend befestigten Wirtschaftswegen durch weitgehend schattenlose Flur; 1,5 km auf öffentlicher Straße; herrliche Fernblicke.
Beste Jahreszeit
KartentippTK 50 W »Thüringische Rhön«, 1:50 000, Blatt 52, Thüringer Landesvermessungsamt
MarkierungenGrüner Keil mit gefüllter Spitze bis zur Straße nach Kaltenlengsfeld; roter Balken auf den Umpfen; grüner Tropfen bis Kaltennordheim
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A 4 zur Anschlussstelle Friedewald und weiter auf der B 62 nach Dorndorf; von dort weiter auf der B 285 über Stadtlengsfeld und Dermbach nach Kaltennordheim; im Ort zur Kirche und weiter auf der Kirchstraße Richtung Kaltenlengsfeld zum Wilhelm-Külz-Platz.
GastronomieKaltennordheim: Hotel Zum Löwen, August-Bebel-Str. 1, Tel. 036966/843 50, www.rhoenhotel-loewen.de; Gasthaus Zum Hirsch, Wilhelm-Külz-Platz, Tel. 036966/843 98. Umpfen: Wanderhütte Rhön-Brise, Tel. 036966/70 14
Tipps
REZEPT: RHÖNER ZWIEBELBROT Das Rhöner Zwiebelbrot hat in der Rhön eine lange Tradition und kann zu jeder Tageszeit gereicht werden, sei es als nahrhafte Zwischenmahlzeit oder als Haupt- gericht. Zutaten für eine Portion: 1 Zwiebel, Butter, Pfeffer, 1 Ei, Petersilie, 1 große Scheibe Bauernbrot, 25 g gewürfelter Schinken, 25 g gewürfelte Salami. Zubereitung: Zwiebel in Ringe schneiden und in etwas Fett goldgelb dünsten, pfeffern und aus der Pfanne nehmen. Nun das Ei als Rührei mit Petersilie zubereiten. Die Brotscheibe buttern, erst die Schinken- und Salamiwürfel darauf verteilen, dann die Zwiebelringe und das Ei. DIE SILBERDISTEL Der Name Silberdistel bezieht sich auf die glänzenden Hüllblätter. Bevorzugter Standort sind Magerrasen auf kalkhaltigem Gestein. Die mehrjährige Pflanze ist fast stängellos und wird bis 40 cm hoch. Ihre Wurzel reicht bis in einen Meter Tiefe. Blütezeit ist von Juli bis September. Die Silberdistel ist in Deutschland streng geschützt. Ohne Beweidung durch Schafherden würden die offenen Magerrasen verbuschen und die Silberdistel würde verschwinden. Um die Pflanzen ranken sich zahlreiche Geschichten, die ihre vielen volkstümlichen Namen erklären. Angeblich wurden Silberdisteln im Heer Karls des Großen als Heilmittel gegen die Pest verwendet, weshalb man sie auch als Karlsblume kennt. Eberwurz oder Eberdistel wird sie genannt, weil sie einst gegen Schweinekrankheiten verwendete wurde. Die Blütenböden wurden früher ähnlich wie Artischocken gegessen. Daher wird die Silberdistel bei Almhirten auch Jägerbrot genannt. Da sich die abgestorbenen Hüllblätter der Silberdistel bei zunehmender Luftfeuchte umgehend krümmen, zeigen sie aufkommenden Regen an. Daher wird sie auch Wetterdistel genannt. EINKEHR-TIPP: HOTEL ZUM LÖWEN Das Hotel Zum Löwen in Kaltennordheim wurde 1793 erstmals urkundlich erwähnt. Zum Repertoire der Küche zählen gutbürgerliche Gerichte und jahreszeitliche Spezialitäten. Der Familienbetrieb verwendet hauptsächlich Lebensmittel aus der näheren Umgebung. Das Bier kommt von der ortsansässigen Rhönbrauerei Dittmar, das Wild aus der Rhön, die fangfrischen Forellen aus dem Nachbarort. Übernachtungsgäste werden mit selbst gemachter Marmelade überrascht. Bei schönem Wetter kann man in der Gartenwirtschaft speisen.
Unterkunft
Kaltennordheim: Hotel Zum Löwen, August-Bebel-Str. 1, Tel. 036966/843 50, www.rhoenhotel-loewen.de; Gasthaus Zum Hirsch, Wilhelm-Külz-Platz, Tel. 036966/843 98. Umpfen: Wanderhütte Rhön-Brise, Tel. 036966/70 14

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Norbert Forsch

Rhön

Die schönsten Touren für jeden Anspruch durch die weitläufige, reizvolle Rhönlandschaft, zu sehenswerten Naturschauspielen und idyllischen Plätzen.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema