Von Ismaning nach Freising

Problemlose Wanderung entlang dem Fluss; beide Ufer sind begehbar und werden auch von Radfahrern benützt. (Autor: Ludwig Graßler)
22 km
110 m
5.00 h
Der kürzeste Weg an die Isarwanderroute vom Ortskern Ismaning am Schloss führt entlang der Schlossstraße in nördliche Richtung. Dabei überqueren wir die viel befahrene Münchner Straße sowie weitere kleinere Ortsstraßen und gelangen oberhalb der Flusskilometermarke 134 an die Isar. Diese Kilometerangaben finden wir entlang an allen bedeutenden Gewässern; die Zahlen zeigen bis auf 200m genau an, wie weit der jeweilige Standort von der Mündung entfernt ist. Auf dem Westufer steht die Tafel mit der Entfernungsangabe, auf dem Ostufer ein Fixpunkt. Diese Kilometrierung hilft der Wasserwirtschaft bei ihrer Arbeit, genaue Ortsangaben zu machen. Auch uns Wanderern ist sie eine Hilfe bei der Standortbestimmung. Auf den topografischen Karten des Bayerischen Landesvermessungsamtes (1 - 50000) ist die Lage der Flusskilometer mit gerader Endzahl eingetragen. Auf der Höhe von km 122 liegt der Ort Hallbergmoos, und von dort ist es nicht mehr weit zur Einflugschneise der Flugzeuge zum und vom Franz-Josef-Strauß-Flughafen München. Nachdem wir bald nach dem Aufbruch in Ismaning das Ostufer der Isar erreicht haben, wenden wir uns flussabwärts. Da bis Freising die ganze vorgeschlagene Tagesroute auf dem Ostuferweg verläuft, können auch ohne ausführliche Wegbeschreibung Orientierungsschwierigkeiten gar nicht aufkommen. Selbst entlang dem westlichen Flussufer ist ein durchgehender Wirtschaftsweg vorhanden. Dieser ist jedoch teilweise stärker ausgefahren und wird durch die Nähe zu den Ortschaften an der B11 mehr von Radfahrern frequentiert. Das Auengelände, das wir seit dem Englischen Garten beim Aumeister durchwandern, hat sich im Laufe des letzten Jahrhunderts stark verändert. Von der kraftvollen Dynamik eines ursprünglich wilden Alpenflusses und der damit verbundenen, sich stetig ändernden und sehr artenreichen Auenlandschaft ist kaum mehr etwas übrig geblieben – ein Ergebnis des Regulierens und Verbauens, fortgesetzt mit Stau- und Wehrbauanlagen. Den Todesstoß gaben Techniker und Politiker dem kränkelnden Wildfluss, als sie 1924 die gesamte mittlere Wasserführung der Isar in den 54km langen Seitenkanal bei Oberföhrung (Flusskilometer 143) ausleiteten. Erst bei km 78 vor Landshut erfolgt die Rückleitung. Die E.ON Bayern AG erzielt mit dieser siebenstufigen Seitenkraft-Werkstreppe im Jahr durchschnittlich 437 Millionen kWh. Der Preis der Natur: Eintiefung des Flussbettes bis auf 8m und Absenkung des Grundwasserspiegels bis 5m unter Geländeniveau. Dadurch gingen die auf hohes Grundwasser angewiesenen ursprünglichen Auwälder ein. Sie mussten sich stark verändern und auwaldfremden, einförmigeren Pflanzenbeständen Platz machen. Um den Fluss nicht noch weiter in die Tiefe absacken zu lassen, wurden in das Bett zahlreiche Stützschwellen eingebaut. Die Verschmutzung des Wassers lässt heute kein Baden mehr zu. Bei intakten Auwäldern unterscheidet man zwischen der Weichholz- und der Hartholzau. Erstere wird jährlich überschwemmt, letztere nur während der Jahrhunderthochwasser. In den Weichholzauen bestimmen Weiden, Pappeln und Erlen das Bild, in den Hartholzauen Edellaubhölzer wie Eichen, Eschen und Ahorne. Schling- und Kletterpflanzen wie der Efeu, die wilde Waldrebe (Klematis) und der Hopfen sorgen da und dort für ein urwaldähnliches Aussehen. Den Wanderer am Uferweg nach Freising erfreuen markante alte Bäume, Blüten im Frühjahr und Sommer, die Laubfärbung im Herbst, einige Wasservögel und da und dort auch noch rauschendes Wasser. Außer bei den Brücken schützen die Entfernung und die beidseitigen Waldgürtel vor dem Straßenlärm. Zugenommen hat im nördlichen Auenbereich durch den neuen Flughafen natürlich der Fluglärm. Am Ostuferweg erinnert ein Denkmal, das von der königlich-bayerischen Staatsbauverwaltung errichtet wurde, an ein Unglück, dem im Frühling 1907 ein Amtmann, ein Assessor und zwei Schiffer zum Opfer fielen. Der Fremde sollte Freising, das ehemalige geistliche Zentrum Bayerns, nicht verlassen, ohne seine Sehenswürdigkeiten besucht zu haben. Zu ihnen zählen auf dem Domberg der romanisch-barocke Dom mit Krypta und das Diözesanmuseum, der Marktbereich vor dem Rathaus und der Freisinger Mariensäule sowie der angrenzende Asamsaal. Mehr Zeit für eine Besichtigung erfordert ein Gang durch die Blumenanlagen hinauf in den Hofgarten nach Weihenstephan. Kunstfreunde werden die Weiterwanderung mit einem Besuch der Kirche des ehemaligen Prämonstratenserklosters im Ortsteil Neustift verbinden. An ihrer Ausstattung arbeiteten Johann Baptist Zimmermann (Deckenfresken), Franz Xaver Feichtmayr (Stuck) und Ignaz Günther (Figuren, Tabernakel und Chorgestühl). Das ehemalige Kloster beherbergt heute das Landratsamt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied110 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRathaus in Ismaning oder Gasthof Erber im Ortsteil Fischerhäuser.
EndpunktFreising, Isarbrücke zwischen Domberg und Ortsteil Lerchenfeld.
TourencharakterNach dem Aufbruch am Rathaus Ismaning ist das erste Ziel die Isar oberhalb von Fluss-km 134. Nach dem Gasthof Erber führt ein etwa 750m langer, gerader Weg zur Fluss-km Marke 131,6. Richtschnur zum Tagesziel Freising ist der Isarlauf
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte UK 50-40 München Nord und West 1 - 50000; Isarradweg München bis Deggendorf, 1:50000, Herausgeber: Arge Isarradweg, Galli Verlag Hohenwart.
MarkierungenHinweisschilder, Zeichen des Isarradweges, rote Pfeile von den Isarläufen.
VerkehrsanbindungAm Ausgangs- und Endpunkt mit S-8- bzw. S-1-Anschluss nach München; von den Bahnhöfen Ismaning und Freising verkehren mehrere Busse; Freising ist auch Bahnstation für Fernzüge in Richtung Plattling-Passau und Regensburg.
GastronomieUnmittelbar an der Wanderroute keine Einkehrmöglichkeiten.
Tipps
Fluss-km Ismaning 135, Fischerdörfer 132, Brücke Grüneck 124,5, Einflugschneise 120, Freising 113 Erfrischung bei Badewetter Etwa 800m nordöstlich der Straßenbrücke Mintraching (Grüneck) – Hallbergmoos hat der Münchner Erholungsflächenverein einen Badesee angelegt. Zugang vom Parkplatz östlich der Isarbrücke; das Erholungsgelände liegt 300m östlich des Flusses auf der Höhe von Fluss-km 123,8.
Unterkunft
Hotel Bayerischer Hof, Untere Hauptstr. 3, 85354 Freising, Tel. - 08161/5383-00, Fax: 538339; Hotel Corbin, Wippenhauser Str. 7, 85354 Freising, Tel.: 8869-0, Fax: 8869-588; Hotel Garni »Am Klostergarten«, 85356 Freising Neustift, Alte Poststr. 97, Tel.: 08161/23920.
Tourismusbüro
Tourist-Info - In Freising: Marienplatz 7, gegenüber vom Rathaus, Tel.: 08161/54122.
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