Von Huzenbach nach Klosterreichenbach

Bequeme Waldwanderung, lediglich der kurze Aufstieg zum Seeblick ist steil und steinig. (Autor: Chris Bergmann)
15 km
570 m
4.00 h
Bei der S-Bahn-Haltestelle Huzenbach überqueren wir die Murg und folgen der Markierung blaue Raute durch das Seebachtal Richtung Huzenbacher See. Anfangs ist das Tal offen und weit, schon bald rücken die Talflanken zusammen, und an die Stelle blumenreicher Wiesen treten Wälder. In diesen Wäldern öffnet sich zuletzt fast unvermittelt der Blick auf den Huzenbacher See.
Nach Überqueren der Holzbrücke über den Seebach leitet die blaue Raute in recht steilem Anstieg auf einem Fels- und Wurzelpfad links hinauf, mündet schließlich auf einen Forstweg, und auf diesem geht es links zu den Sitzbänken am Seeblick. Hier bietet sich an der geländergesicherten oberen Kante der Karwand ein fantastischer Tiefblick auf den waldumgebenen See mit seinen Schwingrasen, während sich am Horizont die bewaldeten Bergrücken des nordöstlichen Schwarzwalds jenseits des Murgtals zeigen.
Von der Aussichtsstelle führt die blaue Raute durch die Schonwälder der vermoorten Hochfläche Kleemisse zu einer Verzweigung oberhalb des nächsten Kars; hier kann man Richtung Röt (Haltestelle der Murgtal-S-Bahn) abzweigen und hört schon bald, wie nach starken Niederschlägen der Dobelbach als Wasserfall durch die Karwand tost. Da wir nach Klosterreichenbach wollen, folgen wir der blauen Raute weiter oben durch den Wald und gelangen an der Steinmäuerleshütte (Schutzhütte) vorbei auf den Höllkopf, wo an der Ailwaldhütte der Abstieg beginnt. Beim Hirschgehege in der Nähe des Naturressorthotels Ailwaldhof treten wir aussichtsreich aus dem Wald und wandern hinab zur weithin sichtbaren ehemaligen Klosterkirche in Klosterreichenbach.
Zu den Resten des ehemaligen Klosters zählen Teile der evangelischen Pfarrkirche, die ab 1082 als Klosterkirche errichtet worden war; heute finden in ihr u. a. Konzerte statt. In unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche befindet sich die Haltestelle der Murgtal-S-Bahn.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied570 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahn-Haltestelle Huzenbach an der S41 Rastatt – Baiersbronn – Freudenstadt (MurgtalBahn).
EndpunktS-Bahn-Haltestelle Klosterreichenbach an der S41 Rastatt – Baiersbronn – Freudenstadt (MurgtalBahn).
TourencharakterDer Huzenbacher See zählt während der Teichrosenblüte von Ende Juni bis August zu den schönsten Wanderzielen im Nordschwarzwald. Nach dem prachtvollen Tiefblick auf diesen Karsee gelangen wir auf Waldwegen hoch über dem oberen Murgtal in das Klosterdorf Klosterreichenbach.
Beste Jahreszeit
KartentippSchwarzwaldvereins-Wanderkarte 1:50000 Blatt 3 Wildbad/Freudenstadt (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg) oder Atlasco-Wanderkarte 1:30000 Blatt 234 Freudenstadt/Baiersbronn.
MarkierungenBlaue Raute und namentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungS41 (Murgtal-S-Bahn) Rastatt – Baiersbronn – Freudenstadt. Anfahrt auf der A5 Basel – Karlsruhe Ausfahrt Rastatt, weiter auf der B462 Richtung Freudenstadt.
GastronomieHuzenbach, Klosterreichenbach.
Tipps
Huzenbacher See. Der 2,7ha große, sagenumwobene Karsee wird von einer 160m hohen Felswand überragt; wegen des außergewöhnlichen Pflanzenreichtums zählen der See, die Uferbereiche und die bewaldete Karwand, die wegen ihrer Steilheit und ihres Blockreichtums nicht bewirtschaftbar ist, aus botanischer Sicht zu den Kleinodien des Nordschwarzwalds. Die auffälligste Pflanze auf den aus Torfmoosen gebildeten Schwingrasen, die das Ufer säumt, ist das Wollgras. Wie andere Karseen wurde der Huzenbacher See in vergangenen Jahrhunderten als Schwallwasser für die Holztrift genutzt. Bei einer dieser Aufstauungen löste sich ein Teil des Schwingrasens vom Ufer, seither liegt er wie eine Insel auf dem Wasser. Holztrift. Bis ins 20.Jahrhundert wurden im Schwarzwald die in den Bergwäldern geschlagenen Baumstämme auf dem Wasserweg zu Tal befördert. Während das Holz auf den breiten Flüssen des tiefer gelegenen Landes geflößt werden konnte – die gefällten Baumstämme wurden zu Flößen zusammengebunden –, mussten die Stämme in den Bergen einzeln in die schmalen Bachläufe geworfen werden. Da die steinigen Bergbäche oft zu wenig Wasser führten, wurden viele Karseen durch einen Damm aufgestaut, das gestaute Wasser wurde während der Holztrift in kurzer Zeit abgelassen, und auf diese Weise entstand ein kleiner Hochwasserschwall, der es ermöglichte, den Bächen genügend Wasser für die Trift zuzuführen. An den weiter unten gelegenen Sammelstellen wurden die Stämme dann aus dem Wasser geholt. Das Zeitalter der Holztrift endete mit dem Aufkommen leistungsstarker Lastkraftwagen.
Tourismusbüro
Baiersbronn Touristik, Rosenplatz 3, 72270 Baiersbronn, www.baiersbronn.de

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