Von Hohenschwangau auf den Säuling

Im Gipfelbereich verlangen schmale, teils mit Drahtseilen gesicherte Steige Bergerfahrung und Trittsicherheit. (Autor: Bernhard Irlinger)
Vom großen Parkplatz in Hohenschwangau (800m) führt zwischen einigen Gebäuden die Straße aufwärts, über die die Pferdekutschen ihre internationale Kundschaft nach Neuschwanstein hinaufkarren. Wir biegen, bevor die Straße ansteigt, zum Parkplatz auf der linken Seite ab. An seinem Ende finden wir einen Fußweg (Wegweiser Pöllatschlucht, Tegelbergbahn). Nach wenigen Metern halten wir uns rechts (Wegweiser Schloss Neuschwanstein, Marienbrücke) und folgen dem geteerten Fußweg, der uns in Serpentinen durch den Waldhang aufwärts führt, bis wir kurz vor König Ludwigs Traumschloss auf die Fahrstraße stoßen. Auf ihr nach links bis zum Kutschenwendeplatz vor dem Schloss Neuschwanstein. Wir biegen rechts in einen geteerten Wanderweg ein (Wegweiser Tegelberg, Säuling), halten uns an einer Gabelung erneut rechts (Wegweiser Weg 36) und gehen auf dem steilen Weg aufwärts. An der nächsten Wegkreuzung halten wir uns links (Wegweiser Marienbrücke, Tegelberg) und wandern am Abzweig zur Marienbrücke vorbei geradewegs aufwärts zur Bushaltestelle an einer Teerstraße.
An der Kreuzung gehen links zwei Straßen ab. Wir nehmen die rechte der beiden, die als unbefestigte Forststraße durch den Wald bergan führt (Wegweiser Säuling, Pilgerschrofen). Durch die Fichtenäste schimmern die hellen Mauern von Schloss Neuschwanstein zu uns herauf, ehe uns die Forststraße in einer Kehre nach links leitet (Wegweiser Säuling, Bleckenau). Wir wandern einige Minuten bergauf, bis wir scharf nach rechts auf eine Forststraße abbiegen (Wegweiser Säuling). Sie führt uns durch den bewaldeten Hang aufwärts. Bald können wir zur steilen Nordflanke des Säulings hinauf blicken, durch die uns der anspruchsvolle Gipfelweg leiten wird. Die Straße bringt uns in die kleine Karmulde des Ochsenangers, deren Wiesenboden von dunklen Wäldern und den hellen Kalkwänden überragt wird.
Hier zweigt rechts ein schmaler Steig ab, der im steilen Waldhang weit nach rechts ausholt. Dann quert er links haltend in das Pilgerkar hinüber, über dem die Kalkzinnen des Pilgerschrofens im Morgenlicht leuchten. Im Pilgerkar halten wir uns an der Weggabelung neben der kleinen Wildsulzhütte links (Wegweiser Säuling) und folgen dem schmalen Steig, der uns steil nach oben führt. Bald quert der Weg in gleich bleibender Höhe durch den Nordhang des Säulings. Nach dieser erholsamen Strecke erreichen wir die Weggabelung, an der der anstrengende Gipfelanstieg beginnt. Wir halten uns rechts (Wegweiser Säuling) und steigen steil zum schrofigen Felsgürtel der Säuling-Nordflanke hinauf. Eine kurze Eisenleiter erleichtert uns den Einstieg. Geschickt schwindelt sich der rot markierte Steig durch das Steilgelände nach oben. Der Weg ist an keiner Stelle ausgesetzt, doch mehrmals müssen die Hände zupacken. Trittsicherheit ist hier unbedingtes Gebot, um den Steig gefahrlos bewältigen zu können. Im oberen Bereich erleichtern uns einige Stahlseile den Anstieg, ehe wir auf die Gemswiese im Sattel westlich des Gipfels hinaustreten. Vom Sattel führt uns der kurze Schlussanstieg nach links über harmlose Matten aufwärts. Nach oben hin wird der Weg wieder steiler, doch bald stehen wir neben dem Kreuz auf dem Westgipfel des Säulings (2039m). Eine schönere Aussichtswarte lässt sich nur schwerlich finden.
Nach langer Rast steigen wir wieder in den Sattel westlich des Gipfels hinab. Hier halten wir uns links (Wegweiser Säulinghaus) und folgen dem Steig, der über die zunächst grasige, teils Fels durchsetzte Südflanke des Säuling bergab führt. Kurz vor dem Säulinghaus versperrt eine steile Felsstufe den Weg. Im Stile eines leichten Klettersteiges überwinden wir entlang hilfreicher Ketten und Seile diesen schwierigen Abschnitt und können danach ohne Probleme zum nahen Säulinghaus (1693m) absteigen.
Wenige Meter vor der Hütte erreichen wir eine Wegkreuzung, an der wir nach rechts gehen (Wegweiser Hohenschwangau). Über Schutthalden quert der Weg unter dem Felsgrat, der den Säuling mit dem Pilgerschrofen verbindet, nach Westen. Der Steig taucht bald in den schattigen Wald ein und mogelt sich zwischen Felsblöcken und umgestürzten Bäumen hindurch. Die Wegspur verliert sich an einigen Stellen, doch die gute rote Markierung lässt nie Zweifel aufkommen.
Der Weg biegt an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland um den Westkamm des felsigen Pilgerschrofens, der rechts über uns steht. Wir gehen am Wandfuß entlang, ehe uns ein letzter kurzer Anstieg auf den Bergkamm südlich des Pilgerschrofens hinaufbringt. Jenseits führt uns der Steig abwärts zur Wildsulzhütte im Pilgerkar.
An dieser Stelle schließt sich der Kreis der Säuling-Überschreitung. Dem morgendlichen Aufstiegsweg folgend, wandern wir zurück zum Parkplatz in Hohenschwangau.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1365 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDer große Parkplatz in Hohenschwangau am Fuß von Schloss Neuschwanstein.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterBreitschultrig baut sich im Süden über Schloss Neuschwanstein der markante Felsgipfel des Säulings auf. Der steile Anstieg wird durch eine weite Aussicht über die Bergwelt rund um das Lechtal und bezaubernde Tiefblicke auf die Schlösser und Seen am Alpenrand entlohnt.
Beste Jahreszeit
MarkierungenWegweiser und Farbmarkierungen.
VerkehrsanbindungMehrere beschilderte Zufahrtsstraßen, die bei Schwangau von der B17 nach Süden zum Parkplatz in Hohenschwangau abzweigen. In Hohenschwangau Haltestelle der Buslinie Füssen–Steingaden.
GastronomieIm Säulinghaus und am Ausgangspunkt.
Unterkunft
In Hohenschwangau; im Säulinghaus (1693m),
Tourismusbüro
Tourist-Information Schwangau, Tel. 08362/8198-0.

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