Von Hohenburg auf den Geierstein

Bergtour auf Wanderpfaden und Bergstraßen, in der Gipfelregion Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit erforderlich (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
10 km
800 m
4.00 h
Vom Parkplatz oberhalb der Hohenburg wenden wir uns auf den Weg, der links über eine kleine Brücke zu den Schlossweihern führt. Am ersten eingezäunten Weiher wandern wir entlang, vor dem zweiten überqueren wir den Bach und gehen zur Abzweigung Geierstein. Wir steigen zuerst auf einem runden Buckel aufwärts und kommen dann in einen flachen Graben. Hier ist es vor allem nach Regentagen sehr feucht, überdies liegen noch viele Baumwurzeln frei. Man muss schon aufpassen, um nicht auszurutschen. Die meisten wandern fast gerade nach oben. Erheblich leichter tut man sich, wenn man der Markierung folgt und die Serpentinen ausgeht, wenn auch der offizielle Weg inzwischen weniger ausgetreten ist als der getrampelte. Am Ende des Grabens macht der Weg einen Schlenker nach rechts, hier kann man geradeaus weitergehen. Kurz darauf treffen sich beide Wege wieder. Wir erreichen das Marcheck, einen flachen Sattel, die einzige Unterbrechung des Anstieges. Nach Süden öffnet sich ein schöner Blick auf das Seekarkreuz, unseren Nachbarberg. Der Steig senkt sich ganz leicht, dann geht es über einen großen Windbruch wieder aufwärts. Gleich darauf kann man links weit in die Tiefe schauen; hier hat sich eine riesige Felsplatte um ein paar Meter vom Hang abgespalten und bildet eine enge Schlucht.
Der Weg wird steiler und felsiger, und plötzlich stehen wir ganz unvermittelt auf dem Vorgipfel des Geiersteins. Man glaubt kaum, wie weit wir in dieser kurzen Zeit das Tal unter uns gelassen haben, wie klein die Häuser und die Autos geworden sind. Zum eigentlichen Gipfel ist es nun nicht mehr weit. Manchmal brauchen wir allerdings die Hände, um leichter über einen Felsbuckel zu kommen. Für Kinder ist das eine spannende Kletterpartie. Vom Gipfelkreuz des Geiersteins aus liegt die Heckenlandschaft des Isarwinkels wie eine aufgeschlagene Landkarte zu unseren Füßen. Uns direkt gegenüber stehen mächtig das Brauneck und die Benediktenwand. Der Weiterweg führt zuerst über den Gipfelkamm und dann in Nordrichtung abwärts auf ein paar Hochalmwiesen zu. Auch hier muss man ein wenig aufpassen und vielleicht an Kindersicherung denken. Aber wenn man die Almwiesen erreicht hat, gibt es keine Probleme mehr, höchstens, dass ein paar recht sumpfige Stellen auftauchen, die man vorsichtig umgehen muss. Am Wegweiser gehen wir links Richtung Lenggries und wandern an zwei Brunnen vorbei zu einer schönen Lichtung. Auf ihr wächst viel Rossminze, die wunderbar duftet, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt. Weiter geht es wieder durch den Wald; im Herbst bilden Fliegen- und Perlpilze schöne Hexenringe.
Stets der Beschilderung nach Lenggries folgend, haben wir bald an den ersten Wiesen freie Sicht auf den Ort. Wir gehen am Bach entlang. Hier können die Kinder nochmals ausgiebig spielen und Staudämme bauen. Über einen Feldweg erreichen wir Lenggries. Wir wenden uns nach links, nach dem Hallenbad folgen wir den Schildern »Hohenburg« bzw. »Schlossweiher «, bis wir wieder auf die kleinen Seen treffen. Der Abwechslung wegen wandern wir dieses Mal rechts um die Weiherspitze herum und folgen dem Schild nach Hohenburg zurück. Wer noch Lust zum Baden hat, kann nach der Tour noch in das Hallenbad Isarwelle hüpfen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied800 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortLenggries
AusgangspunktLenggries, Ortsteil Hohenburg, Parkplatz
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterKeine aasgierigen Geier, sondern schlichte Bergschafe sind wohl die Namensgeber unseres Berges. Wahrscheinlich wurde aus »Gigalstein«, was im Althochdeutschen nichts anderes heißt als »Bergschafstein«, im Laufe der Zeit das heutige Wort Geierstein. Diese Namenswurzel wäre durchaus verständlich, denn höchstens Bergschafe können das spärliche Gras in der Gipfelregion des Berges abweiden.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 182, Isarwinkel, 1 - 50 000
VerkehrsanbindungMit dem Auto - von Bad Tölz über die B 13 nach Lenggries, Einfahrt Anger; gebührenpflichtiger Parkplatz beim Schloss Hohenburg
GastronomieUnterwegs keine; im Anschluss bietet Lenggries alles, was das Herz begehrt
Tourismusbüro
Gästeinformation Lenggries, Rathausplatz 1, 83661 Lenggries, Tel. 08042/ 50 18-0, www.lenggries.de

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