Von Hayingen in das Große Lautertal

Abwechslungsreiche Rundwanderung auf der Albhochfläche und im reizvollen Tal der Großen Lauter; Burg, Ringwall, Höhle. (Autor: Ute und Peter Freier)
16 km
370 m
4.00 h
Von der Kirche in Hayingen gehen Sie durch die Kirchstraße, folgen nach links der Josefstraße (Markierung: rotes Dreieck) und biegen rechts ab in die Ehestetter Straße. Wenig später wenden Sie sich nach links in die Straße Auf der Bleiche und steigen rechts auf dem Wendelinusweg an zum Ortsrand.
Geradeaus (keine Markierung) verläuft ein Fuß- und Radweg entlang der nach Ehestetten führenden Straße am Rand eines Segelfluggeländes. Nach 1 km biegen Sie links ab auf einen asphaltierten Fahrweg, wenden sich nach 150 m rechts zu den Flugzeug-Wartungshallen (30 Min.) und halten sich links. Nach 50 m folgen Sie an einer Waldecke einem grasbewachsenen Feldweg halb rechts (keine Markierung) über eine Wacholderheide hinunter in eine Talsenke, das Ammental. Hier folgen Sie geradeaus einem leicht ansteigenden Wirtschaftsweg mehrere hundert Meter weit (Markierung: gelbe Raute, Derneck) zu einem quer laufenden Asphaltweg.
Sie wenden sich nach rechts (von nun an gut markiert mit gelber Raute) und kreuzen die Straße Hayingen-Ehestetten. Nach 50 m folgen Sie einem quer laufenden Weg nach links in den Wald, biegen nach 200 m rechts ab und stoßen im Bürstentäle auf die Straße Indelhausen-Aichelau. Auf der anderen Straßenseite folgen Sie einem Wirtschaftsweg, der in einem Waldstück zur so genannten Köhlerplatte führt (1:15 Std.); hier wird einmal im Sommer ein Meiler geschichtet und gebrannt.
Kurz nach dem Waldrand wenden Sie sich nach rechts zur Straße Münzdorf-Indelhausen – hier eine Grillstelle – und folgen ihr in das in einem Trockental gelegene Münzdorf (1:45 Std.).
Auf der Ortsdurchfahrt gehen Sie bergab zum talseitigen Ortsrand und in einer Rechtskurve der Ortsdurchfahrt geradeaus, hangabwärts, auf Burg Derneck zu, die Sie schon vor sich sehen. Am Waldrand verlassen Sie den alten Verbindungsweg zwischen dem Tal der Großen Lauter und Münzdorf nach links, steigen in das Tiefental ab und kreuzen die Burg-Zufahrt. Am gegenüberliegenden Hang stoßen Sie wieder auf die Zufahrt und erreichen, vorbei an einem weitläufigen Spiel- und Grillplatz, Burg Derneck (665 m; 2:15 Std.), die an der Talkante der Großen Lauter sitzt.
Über einen breiten Halsgraben betreten Sie die Burg, die um 1350 erbaut, aber im 16. Jh. nicht, wie die meisten anderen Burgen, dem Zerfall überlassen wurde. Im 18. Jh. wurde sie instandgesetzt und als Försterei mit kleiner Landwirtschaft genutzt. Das ehemalige Forsthaus wurde inzwischen umgebaut in ein Wanderheim des Schwäbischen Albvereins, dessen Mitglieder den in einer ehemaligen Scheune untergebrachten Kiosk betreiben. Besonders beeindruckend ist die Schildmauer mit Rundturm, zu dem Treppen hinaufführen.
Beim Verlassen der Burg halten Sie sich am Burggraben nach links bergab (roter Balken, gelbes Dreieck, Indelhausen), kreuzen auf der Talsohle eine nach Münzdorf führende Straße und steigen zum Käpfle auf – der Name leitet sich her von »kapfen«, Ausschau halten –, einer zum Tal hin steil abfallenden Erhebung. Ein interessanter Kreuzweg (19. Jh.) – die Stationen stehen sich wie Alleebäume gegenüber – und ein Fahrweg führen wieder auf den Talgrund und zu den wenigen Gehöften von Weiler.
Im Ort wenden Sie sich an der Otmarskapelle – der Vorgängerbau war vermutlich eine Wehrkirche – nach links und überqueren die Große Lauter. Auf der Brücke die Skulptur eines Schneckensammlers zu Ehren all derjenigen Bewohner des Tals, die einst Schnecken aus dem Lautertal bis nach Frankreich brachten. Talabwärts (gelbe Gabel, roter Balken) entlang der Großen Lauter erreichen Sie den Ortsrand von Indelhausen (knapp 3 Std.).
Auf der Durchgangsstraße nach links, nach 30 m rechts abbiegen und vorbei am auffälligen Rathaus (erbaut um 1500): Einem Steinsockel sitzt eine alamannische Fachwerkkonstruktion auf mit dem typischen über Eck geführten Erkerfenster.
Sie überqueren die Große Lauter und gelangen wenig später nach Anhausen mit der malerischen Burgruine Schülzburg (12. Jh.), einer der wenigen mittelalterlichen Burgen, die im 17. Jh. zu einem Schloss erweitert und bis in das 19. Jh. bewohnt wurde. Unmittelbar vor den ersten Häusern steigen Sie rechts am Waldrand an, wenden sich nach 100 m nach rechts (gelbe Gabel) und erreichen nach steilem Anstieg einen doppelten Ringwall (6. Jh. v. Chr.), der ein mehrere Hektar großes Hochplateau umgibt: Alt-Hayingen (3:15 Std.).
Entlang des Doppelwalls nach links (gelbe Gabel) zur Felskante des Plateaus und an einer Weggabelung erneut links zu einem Aussichtsfelsen: Blick auf die Maisenburg, eine Burgruine mit einem Gehöft an der Stelle der verschwundenen Vorburg.
Ein mit Geländern gesicherter Pfad führt in einer stark gegliederten Felswand, vorbei an einigen als Gerberhöhlen bezeichneten Klüften, hinunter in das enge Fichteltal.
Auf dem Talgrund wenden Sie sich nach rechts (keine Markierung), talaufwärts. Dort, wo sich das Tal öffnet, gehen Sie geradeaus entlang einer Wacholderheide, folgen dem Sträßchen Indelhausen-Maisenburg geradeaus 50 m weit und biegen in einer Rechtskurve links ab auf einen Wirtschaftsweg (keine Markierung), der im Hayinger Tal stetig leicht ansteigt.
An einer Weggabelung nach rechts steigen Sie in einem Seitental vollends hinauf zur Albhochfläche und kehren entlang der Straße Indelhausen-Hayingen bequem in die Ortsmitte von Hayingen zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied370 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLuftkurort Hayingen.
EndpunktHayingen.
TourencharakterDer Luftkurort Hayingen, ein ruhiges Landstädtchen, liegt auf der Albhochfläche oberhalb des Großen Lautertals. Dort hinunter führt die Wanderung, vorbei an der Burgruine Derneck, durch die reizvoll gelegenen Dörfer Indelhausen und Anhausen und über einen felsigen Steig zu den Gerberhöhlen.
Beste Jahreszeit
KartentippLVA B-W-Freizeitkarte 524 (Bad Urach), 1 : 50 000.
MarkierungenRotes Dreieck, gelbe Raute, roter Balken, gelbe Gabel; einzelne Abschnitte ohne Markierung.
VerkehrsanbindungPKW: A 8 Stuttgart–München, Ausfahrt Ulm-West; B 311 in Richtung Riedlingen nach Zwiefalten und abbiegen nach Hayingen; Parkplatz in der Ortsmitte nahe der Kirche hinter Gasthaus Löwen. Bus: Linie Riedlingen-Bad Urach; in Hayingen Haltestelle Zwiefalter Straße.
GastronomieGaststätten in Hayingen, Münzdorf, Indelhausen und Anhausen; Schänke in Burg Derneck (Mitte März–Mitte Nov. Sa ab 14 Uhr, sonn- und feiertags sowie an allen Ferientagen durchgehend).
Tipps
Seit über 50 Jahren wird im Naturtheater bei Hayingen jeden Sommer zwischen Anfang Juli und Anfang September ein volkstümliches Theaterstück aufgeführt. Gespielt wird jeweils am Samstagabend und am Sonntagnachmittag (Auskunft: Tel. 07386/2 86). Ausgangspunkt der Wanderung ist Hayingen, ein Städtchen, das Mitte des 13. Jh. an einer Straßenkreuzung angelegt wurde, obwohl bereits 2 km weiter nordöstlich ein Dorf bestand. Doch die Stadtgründer, die Herren von Gundelfingen, versprachen sich durch diese Stadt wirtschaftlichen Aufschwung, durften doch nur in Städten Märkte abgehalten werden und durften sich nur in einer Stadt Handwerker ansiedeln. Die Handwerker lebten, wie heute noch Straßennamen wie »Bäckergasse« oder »Gerbergasse« zeigen, in dem eng bebauten Viertel südlich der Marktstraße. Nördlich der Marktstraße befanden sich ein Schloss, der Fruchtkasten, das Rathaus und die Kirche mit dem Marktplatz.
Unterkunft
In Hayingen u. a. Gasthof Adler (Tel. 07386/7 18). Albvereins-Wanderheim Burg Derneck (Voranmeldung Tel. 07383/12 97 oder 07386/2 17).
Tourismusbüro
Kirchstr. 15, 72534 Hayingen, Tel. 07386/97 77 23, Fax 97 77 33, Internet www.hayingen.de

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