Von Gohrisch auf den Papststein

Rundwanderung auf einem Lehrpfad; mehrere Anstiege zu Aussichtspunkten, teilweise über lange Treppen (Autor: Tassilo Wengel)
9 km
191 m
3.00 h
Vom Kurort Gohrisch zum Gohrischstein.
Ausgangspunkt für unsere Wanderung ist das Gemeindeamt im Kurort Gohrisch, dem ältesten Fremdenverkehrsort in der Sächsischen Schweiz. Bereits 1869 kamen die ersten »Sommerfrischler« hierher. Bereits 1875 stufte das Reichgesundheitsamt Gohrisch als »hervorragend« ein und 1936 wurde es zum »Kurort« ernannt. Das Antlitz des Ortes prägen Villen aus der Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert, prächtige Landhäuser und gepflegte Eigenheime. Dazu laden zahlreiche gemütliche Gaststätten zum Verweilen ein. Interessant ist auch das Grenzstein-Lapidarium (Sandweg 43b), das über die Geschichte der Grenzsteine in der Sächsischen Schweiz informiert. Wir wandern zunächst die Straße in Richtung Königstein, gehen dann die Pfaffendorfer Straße entlang und biegen an der nächsten Gabelung links in den Muselweg ein. Nun folgt ein schöner Wiesenweg mit Ruhebänken, der von einer Kastanienallee begleitet wird. Hier können wir die Aussicht auf Gohrisch und kleinere Erhebungen in der Umgebung genießen, die eine schöne Kulisse für unsere Wanderung bilden. Unser Weg führt an der Friedenslinde vorbei, die am 18. März 1871 anlässlich des Friedensvertrages von Versailles gepflanzt wurde. Wir folgen auf dem Muselweg weiter dem Wegweiser »Gohrisch, Papstdorf« und kommen in den Wald. Anfangs begleitet uns zu beiden Seiten eine Kiefernschonung, die bald von Fichtenwald abgelöst wird. Nach einer halben Stunde erreichen wir den Petrigs-Stein, einen großen Felsbrocken rechter Hand. Hier ist der Aufstieg zum Gohrisch-stein möglich, der allerdings sehr steil und über Leitern an der Westseite hinaufführt. Wir gehen lieber den Weg geradeaus weiter und biegen dort, wo das Zeichen »L« sicht- bar wird, in einen schmalen Waldweg ein. Bald leitet uns ein Wegweiser auf einem bequemen Pfad auf den Gohrischstein, den wir nach 15 Minuten erreichen. Hier können wir einen schönen Rundblick genießen. Links sehen wir den Pfaffenstein, rechts den Papststein sowie den von kleineren Erhebungen umgebenen Kurort Gohrisch.
Aufstieg zum Papststein
Zurück beim Abzweig, folgen wir dem Wegweiser Richtung Papststein. Wir kommen zum großen Parkplatz am Fuße des Papststeins, überqueren die Straße und steigen die etwa 300 Stufen zum zerklüfteten Papststein (451 m) hinauf. Wieder bietet sich ein traumhafter Rund- blick und auch die schöne Lage des Kurortes Gohrisch, der in eine sanfte Landschaft eingebettet ist, wird noch einmal deutlich. Von der Nordecke des Papststeines genießen wir die Aussicht auf schroffe Kletterfelsen wie Große und Kleine Hunskirche – vom Mittelhochdeutschen huns kerk = schroffe Spitze abgeleitet. Vor allem an Wochenenden kann man hier häufig Kletterer beobachten. Die Aussicht reicht bis zu den Schrammsteinen, zu Königstein, Lilienstein und Falkenstein. Zum Verschnaufen lädt auf dem Papststein das Bergrestaurant ein, das mit klassischer und moderner, auch vegetarischer Küche vorwiegend aus Zutaten aus regionalem Anbau aufwartet.
Auf Höhlentour am Kleinhennersdorfer Stein.
Wir steigen wieder ab und schwen- ken nach der letzten Stufe scharf links auf den Waldweg ein, den Hans-Förster-Weg. Er wurde zu Ehren eines Botanikers benannt, der von 1896 bis 1971 lebte und in Papstdorf wirkte. Wir setzen unseren schönen Weg fort, sehen rechts Papstdorf liegen und halten uns dann bei einer weiteren Lehrtafel nach links, gehen einen steilen Betonweg aufwärts und kommen zu einer Bank mit schöner Aussicht. Hier folgen wir dem Wegweiser »Höhlen/ Kleinhennersdorf«, wandern an einem Wildgehege mit Rehen vorbei und erreichen eine Weggabelung mit überdachtem Sitzplatz. Wir entscheiden uns für den rechten, leicht ansteigenden Waldweg und erreichen ein Wegekreuz mit dem Wegweiser »Höhlen/ Kleinhennersdorf/Gohrisch«. Ein Abstecher zu den beiden Höhlen an der Südwestkante des Kleinhennersdorfer Steins ist sehr zu empfehlen.
Über Kleinhennersdorf nach Gohrisch.
Nach dem Höhlenabstecher folgt ein steiler Abstieg auf einem ausgewaschenen Wegstück. Wir folgen dem Weg weiter in Richtung Kleinhennersdorf an einem kleinen Biotop im Wiesengrund sowie einer Sitzecke vorbei und erreichen schließlich Kleinhennersdorf. Nach dem Ortseingang folgen wir etwa 100 Meter der Asphaltstraße und biegen an der nächsten Kreuzung in den Alten Schulweg ein. Wir folgen dem Wegweiser Gohrisch und wandern auf dem Königsteiner Steig durch Wald zu einer Gabelung am Suppelsgrund. Hier geht es allmählich abwärts zum Parkplatz am Papststein, wo wir die Straße überqueren und bei der Orientierungstafel der Gohrischsteinpromenade folgen. Beim Wegweiser »Stiller Grund« wandern wir in Richtung Gohrisch, kommen an einer Gärtnerei vorbei, biegen nach links in die Hauptstraße ein und erreichen wieder unseren Ausgangspunkt, Gemeindeamt in Gohrisch.

GEHZEITEN.
Kurort Gohrisch – Papststein 1 Std. – Kurort Gohrisch 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied191 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKurort Gohrisch, Gemeindeamt
EndpunktKurort Gohrisch, Gemeindeamt
TourencharakterDie Landschaft um Gohrisch wird gern auch als das »Reich der Steine« bezeichnet. Tatsächlich erheben sich hier markante Tafelberge, die mit ihren Aussichtspunkten und Höhlen beliebte Wanderziele darstellen. Als Lehrpfad angelegt, bietet unsere Rundtour zum Papststein nicht nur traumhafte Ausblicke, sondern mit zahlreichen Informationstafeln auch viel Wissenswertes über die Natur in dieser schönen Gegend.
Hinweise
ZWEI INTERESSANTE HÖHLEN. An der Südwestkante des Kleinhennersdorfer Steins gibt es zwei sehenswerte Höhlen - Die Hampelhöhle wurde früher – weil in einer Zone mit sehr losem Gestein gelegen – zur Sandgewinnung genutzt. Etwa 50 Meter weiter am Nordwestrand des Felsens liegt die größere Lichterhöhle, eine sogenannte Schichtfugenhöhle, die künstlich erweitert und durch Stützgemäuer stabilisiert wurde.
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 44
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A4 oder A13 bis zur Anschlussstelle Dresden Altstadt und durch Dresden Richtung Pirna oder bis Autobahndreieck Dresden-West, auf der A17 bis Anschlussstelle Pirna und auf der B172 über Pirna und Königstein bis zum Abzweig Kurort Gohrisch. Mit der S-Bahn bis Königstein, weiter per Bus
GastronomieGohrisch - Gaststätte & Pension Annas Hof, Neue Hauptstr. 118, Tel. 035021/68781; Gaststätte »Der kleine Pfifferling« im Kurhaus Gohrisch, Königsteiner Str. 14, Tel. 035021/67355, Mo Ruhetag
Tipps
EINKEHR-TIPPS. Als eine der ältesten Ferienpensionen in der Sächsischen Schweiz lädt in Gohrisch die Gaststätte und Pension Annas Hof mit Terrasse und Kaffeegarten zum Verweilen ein. Hier kocht der Chef selbst und bietet regionale Küche aus frischen einheimischen Produkten. Auf der Speisekarte finden sich neben Wild und Fisch auch vegetarische Gerichte. Zum Kaffee empfiehlt sich ein Stück hausgemachter Kuchen. Nicht nur das außergewöhnliche Ambiente, auch die exzellente Speisekarte verlockt zum Besuch des Restaurants Der kleine Pfifferling im Kurhaus Gohrisch. Als Feinschmeckerlokal weithin bekannt, stehen vor allem Wild-, Lamm- und Fischspezialitäten, aber auch Pilzgerichte zur Auswahl. Hier kommen Freunde der herzhaften Küche ebenso auf ihre Kosten wie Liebhaber der Haute Cuisine. Zum Abschluss gibt es ein Überraschungsdessert, aromatischen Grappa oder feine Obstbrände.
Informationen
KLEINE ERDGESCHICHTE. Die mäandrierende Elbe hat in grauer Vorzeit in der Ebene zahlreiche Steine stehen gelassen, von denen Papststein, Gohrisch-Stein und Kleinhennersdorfer Stein besonders auffällig sind. Sie alle zeigen vielfältige Verwitterungsspuren, die am Papststein besonders deutlich zutage treten. Hier stürzten erst 1972 3000 Kubikmeter Fels ab und schlugen eine etwa 30 Meter breite Schneise in den Hangwald.
Unterkunft
Gohrisch - Pension Waldidylle, Papstdorfer Str. 130, Tel. 035021/68356; Gaststätte & Pension Annas Hof, Neue Hauptstr. 118, Tel. 035021/68781
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt, Kurhaus Gohrisch, Königsteiner Str. 14, 01824 Kurort Gohrisch, Tel. 035021/7660, www.gohrisch.de

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