Von Geisa nach Wenigentaft

Grenzerfahrung (Autor: Norbert Forsch)
Höhepunkt dieser ausgedehnten Tagestour entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ist die Mahn-, Gedenk-, und Begegnungsstätte »Point Alpha«. Dort, auf dem Rasdorfer Berg, standen sich über 40 Jahre die US-Armee und Soldaten des Warschauer Paktes Auge in Auge gegenüber. Von 1948 bis zur Wende 1989 erfüllte »Point Alpha« eine wichtige Aufgabe im Verteidigungskonzept der NATO und war eine der markantesten Beobachtungsstationen der US-Streitkräfte in Europa. Heute ist »Point Alpha« Museum und zugleich Mahn- und Begegnungsstätte und begreift sich als »Lernort der Geschichte«, der 40 Jahre deutsch-deutscher Teilung dokumentiert. Gegenüber stehen noch Grenzanlagen der ehemaligen DDR und in der Nähe das Museum »Haus auf der Grenze« (siehe auch Tour 25).
Nach Wiesenfeld.
Vom Schlossplatz in Geisa gehen wir zum nahen Rathaus hinab und rechts talwärts. Das Rathaus wurde um 1860 im neugotischen Stil errichtet. Die in einen Stein in der Mauer der Rathausgarage eingemeißelte Jahreszahl 1663 bezieht sich vermutlich auf den Vorgängerbau. Wir folgen der Hauptstraße, passieren die katholische Kirche und biegen vor der abknickenden Vorfahrt links in die Straße Eisfeld ein. An der folgenden Gabelung halten wir uns rechts und folgen den Markierungen Nr. 5 und Nr. 1. Der Bachweg leitet uns über die Geisa und aus dem Ort.
Die Gabelung am Ortsrand nehmen wir links und wandern auf einsetzendem Kiesweg an Gemüsegärten vorbei und geradewegs durch die offene Flur nach Wiesenfeld.
Auf dem Kolonnenweg zum Point Alpha.
In der Ortsmitte schwenken wir nach rechts (Nr. 2). Der Wanderweg führt an der Kirche vorbei aus dem Ort und an einem Ehrenhain des DDR-Regimes vorbei, dem sich Tafel 18 des Grenzlehrpfades widmet. Auf einem einsetzenden Kiesweg, der in einen sogenannten Kolonnenweg übergeht, erreichen wir bergan Tafel 16 des Lehrpfades. Ein Abstecher führt rechts zum nahen Beobachtungsturm. Wir folgen dem Kolonnenweg zu Tafel 15 und biegen rechts ab. Stetig an Höhe gewinnend steigen wir schnurgerade zu einem Rastplatz hinauf und wandern weiter geradeaus zum bereits sichtbaren »Haus auf der Grenze« und auf einem Wiesenweg zur Gedenkstätte »Point Alpha«. Dabei bieten sich herrliche Ausblicke ins Ulstertal und auf das Hessische Kegelspiel.
Auf den Standorfsberg.
Bei Point Alpha schwenken wir nach links und wandern auf der Zufahrtsstraße zum Waldrand zu Tafel 12. Wir tauchen geradeaus in den Wald ein (Nr. 1) und gelangen talwärts zur Gabelung der Asphaltstraße beim Denkmal am Linden-Keil. Dort gehen wir nach rechts und am Wald-hof vorbei. In der scharfen Rechtskurve des Asphaltweges, am Ende des Waldhofgeländes, müssen wir den Weg geradeaus verlassen. Wir lassen den folgenden Abzweig links liegen, wandern geradeaus weiter und verlassen somit die Markierung Nr. 1. Der Wanderweg zieht bald nach links talwärts und tiefer in den Wald hinein zu einem Wegedreieck. Dort halten wir uns rechts und gehen auf Asphalt und mit Blick ins Ulstertal bergab. Wir folgen der scharfen Linkskurve in die Flur, biegen gleich darauf scharf rechts in einen unbefestigten Feldweg ein und steigen geradeaus haltend zu einem asphaltierten Querweg hinab. Wir nehmen ihn links, queren die B 48 beim einstigen Grenzübergang und wandern auf Asphalt den Standorfsberg hinauf.
Nach Wenigentaft.
Auf der Höhe geht der Asphaltweg in einen grasigen Kolonnenweg über, der vor einem Erdwall endet. Dort tauchen wir rechts in den Wald ein und folgen dem gleich nach links ziehenden Wanderweg zur Straße im Tal. Wir folgen ihr nach links und über den Grüsselbach. Nach etwa 50 m schwenken wir rechts auf einen unbefestigten schmalen Weg, der bald nach rechts zieht. Auf einem Holzsteg überschreiten wir die Taft zum Waldrand hin.
Wir behalten die bisherige Richtung bei und wandern auf breitem Weg am Waldrand entlang und an der Buchenmühle vorbei zur nahen Straße. Die Straße nehmen wir rechts und erreichen nach etwa 500 m eine Linkskurve. Dort nehmen wir einen rechts in den Wald abzweigenden Pfad. Wir passieren Tafel 5 »Der Doppelzaun« und Tafel 4 »Grenzsteine«, biegen gleich darauf scharf rechts ab, treten aus dem Wald und halten uns geradeaus. Wir queren einen Kolonnenweg und der Standorfsberg kommt in den Blick. Mit Kies unter den Füßen passieren wir eine Infotafel über Kalkmagerrasen, folgen der scharfen Linkskurve des Weges zum Friedhof von Wenigentaft und gehen auf breitem Weg ortseinwärts.
Über Buttlar nach Borsch.
Der Ort wäre nun gleich erreicht, aber der Grenzlehrpfad macht einen Umweg. Die Markierungen leiten beim Soldatendenkmal links auf einen aufwärts führenden Wirtschaftsweg, dann geradeaus mit freier Sicht am Berghang entlang und an einer Mariengrotte vorbei. Nun müssen wir den Hauptweg links haltend verlassen und auf der Höhe bleibend zum Waldrand gehen. Von dort führt uns ein Feldweg zur Kreisstraße hinab. Dort schwenken wir nach rechts, passieren Tafel 2 und durchqueren Wenigentaft auf der Vorfahrtsstraße.
Wenigentaft ist ein Ortsteil von Buttlar. Zwischen 1945 und 1990 verlief die innerdeutsche Grenze etwa 500 m westlich des Ortes. Das Dorf war vor der deutschen Teilung ein Eisenbahnknotenpunkt. Heute ist es nur noch über die Landesstraße erreichbar. Wir passieren das Feuerwehrhaus und Tafel 1, die von der Ortsgeschichte handelt. Dann gehen wir an der Kirche vorbei, überqueren die Taft und befinden uns somit auf der Buttlarer Straße. Wir passieren das Gasthaus Zum Weißen Roß und wandern entlang der öffentlichen Straße nach Buttlar.
Das etwa 4 km nördlich von Geisa gelegene Dorf wurde erstmals 1170 erwähnt. Es gab dem Geschlecht derer von Buttlar seinen Namen. Wir gehen über die Ulsterbrücke, rechts durch die Mühlgasse (blaues U) und auf der Straße Richtung Bermbach aus dem Ort. Auf einer Brücke überschreiten wir den Bermbach, biegen sofort rechts in einen Wirtschaftsweg ein und wandern geradewegs nach Borsch.
Zurück nach Geisa.
Der Name des Dörfchens Borsch taucht bereits im Jahr 839 in Urkunden auf. Die Barockkirche in der Mitte des Dorfes wurde von dem Fuldaer Abt Adolph von Dalberg errichtet. Sein Wappen schmückt noch heute das Eingangsportal. In den Hauptaltar im Chorraum ist eine wertvolle gotische Holzschnitzerei aus der Zeit um 1500 eingelassen.
Die Kreuzung beim Dorfbach nehmen wir geradeaus. Dann biegen wir sofort rechts ab und richten uns nach dem blauen U und dem grünen Winkel. Die Markierungen leiten links auf die Buttlarer Straße, in den folgenden Rechtsabzweig und über die Ulsterbrücke. Beim Sportplatz schwenken wir links zur B 278 hinauf und queren die Bundesstraße in einen Wirtschaftsweg hinein. Die nahe Gabelung nehmen wir links, steigen geradeaus einen Wiesenweg zu einer Kreuzung hinauf und biegen links ab.
Auf breitem, teilweise asphaltiertem Weg und von Bäumen beschattet wandern wir nach Geisa zurück.
Abkürzung.
Wir können bereits bei Point Alpha den Rückweg antreten. Von dort fol-gen wir dem roten P des Point-Alpha-Weges. Er führt am hoch aufragenden Denkmal der Deutschen Einheit vorbei auf einen Schotterweg und durch ein Waldstück, dann als Wiesenweg rechts nach Geisa hinab. Die Wanderung verkürzt sich dadurch auf 9 km, zeigt den eindrucksvollsten Abschnitt des Grenzlehrpfades und ist dann auch für Kinder gut geeignet.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour24 km
Höhenunterschied155 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSchlossplatz in Geisa
EndpunktSchlossplatz in Geisa
TourencharakterGrenzlehrpfad mit 18 Infotafeln bis Wenigentaft; unterschiedlich gut befestigte Wege; weitgehend schattenlos; hervor- ragende Fernsicht.
Beste Jahreszeit
KartentippTF-50-RH-Nord »Rhön Nord«, 1:50 000, Hessisches Landesvermessungsamt
MarkierungenNr. 1 bis Wiesenfeld, dann GL und Weg- weiser in Gegenrichtung bis Wenigentaft; unmarkiert bis Buttlar, dann blaues U des Ulsterweges
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A 7 zur Anschlussstelle Fulda-Nord und weiter auf der B 27 bis Hünfeld; dort auf die B 84 nach Rasdorf und weiter auf der Landesstraße an Point Alpha vorbei nach Geisa; in die Ortsmitte zum Rathaus hinauf und an der Tourist-Information vorbei zum nahen Parkplatz vor dem Schloss.
GastronomieGeisa: Geisschänke, An der Geis 27, Tel. 036967/706 51, www.geisschaenke.de; Schlossresidenz Geisa, Tel. 06652/91 13 80, www.zuspann.de. Point Alpha: Snackbar Blackhorse Inn auf dem Museumsgelände. Buttlar: Landgasthof Zum Dorfkrug, Heugasse 6, Tel. 036967/715 36. Borsch: Gasthof zum weißen Roß, Am Dorfbach 92, Tel. 036967/754 26
Tipps
REZEPT: HEIDELBEERSUPPE Für diese außergewöhnliche Süßspeise sollten nach Möglichkeit wild wachsende Heidelbeeren genommen werden, denn sie sind viel aromatischer als ihre Verwandten aus dem Garten. Da Heidelbeeren in der Regel sehr süß sind, sollte die Suppe erst vor dem Servieren mit Zucker und Zitronensaft abgeschmeckt werden. Zutaten: 250 g Heidelbeeren, 500 ml Wasser, 2 EL Haferflocken, Zucker, Zimt, Zitronensaft. Zubereitung: Die Heidelbeeren mit etwas Wasser auf kleiner Flamme kochen, in ein Sieb geben und abtropfen lassen. Den aufgefangenen Saft wieder in den Topf schütten und zusammen mit den Haferflocken kochen, bis der Saft etwas sämig ist. Die Heidelbeeren aus dem Sieb dazugeben, aufkochen und mit Zucker, Zimt und Zitronensaft abschmecken.
Unterkunft
Geisa: Geisschänke, An der Geis 27, Tel. 036967/706 51, www.geisschaenke.de; Schlossresidenz Geisa, Tel. 06652/91 13 80, www.zuspann.de. Point Alpha: Snackbar Blackhorse Inn auf dem Museumsgelände. Buttlar: Landgasthof Zum Dorfkrug, Heugasse 6, Tel. 036967/715 36. Borsch: Gasthof zum weißen Roß, Am Dorfbach 92, Tel. 036967/754 26

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