Von Geisa auf den Rasdorfer Berg

Auf dem Point-Alpha-Weg (Autor: Norbert Forsch)
14 km
150 m
4.00 h
Höhepunkt der Tour ist »Point Alpha« und das Museum »Haus auf der Grenze«. Von 1948 bis zur Wende 1989 war Point Alpha eine der markantesten Beobachtungsstationen der US-Streitkräfte in Europa. Heute ist der auf hessischem Boden befindliche Point Alpha ein Museum und zugleich eine Mahn- und Begegnungsstätte. Sie zeigt die Gefahren des Kalten Krieges und die Aufgaben von U.S. Army, Bundesgrenzschutz und Zoll. Auch die originalgetreu rekonstruierten Grenzanlagen gegenüber der ehemaligen DDR erzählen vom Schrecken des Kalten Krieges. Im »Haus auf der Grenze« auf thüringischer Seite wird die Einwirkung des Grenzregimes der DDR auf Mensch und Natur dargestellt.
Von Geisa auf den Schlangenpfad.
Wir starten auf dem Schlossplatz in Geisa. Das Schloss wurde 2008 vollständig renoviert der Öffentlichkeit übergeben. In der ersten Etage und im Dachgeschoss residiert die Point-Alpha-Stiftung, im Erdgeschoss das Restaurant Schlossresidenz. An das Schlossgebäude schließt sich am Hang des Gangolfiberges der terrassenförmig angelegte Schlossgarten an, der von der Stadtmauer begrenzt wird. Auf dem Gangolfiberg befinden sich der Gedenkstein zu Ehren des größten Sohnes der Stadt, Athanasius Kircher, und das Centgericht. Es stammt aus dem 11. Jh. und besteht aus einer regelmäßigen Anordnung von Steinquadern, die als Sitzgelegenheit dienten. Je höher der Stein, desto höher war der Rang der Person, die darauf saß. Die Centgerichte entschieden über Leben und Tod.
Wir verlassen den Schlosshof durch das steinerne Tor und betreten den Schlosspark. Das rote P übernimmt nun die Führung. Sofort schwenken wir nach links und folgen einem steil abwärts führenden Pfad an der Schlossmauer entlang. Den Querpfad an der Mauerecke nehmen wir rechts, gelangen ins Tal und wandern geradeaus weiter auf einem Kiesweg. Wir kommen an einem Sportplatz vorbei, schwenken links auf eine Teerstraße und queren die folgende Vorfahrtsstraße.
Auf einem Schotterweg passieren wir den jüdischen Friedhof mit dem Grab des Rhön-botanikers Moritz Goldschmidt (1863–1916). Er lehrte an der israelitischen Schule in Geisa und befasste sich ausführlich mit der heimischen Pflanzenwelt. Seine unvollendet gebliebene »Flora des Rhöngebirges« ist bis heute das einzige Werk, das die gesamte Pflanzenwelt der Rhön betrachtet. Wir kommen auf einen Wiesenweg, der zu einem geschotterten Wirtschaftsweg führt, und schwenken nach links. Am Waldrand, bei einer überdachten Sitzgruppe, biegen wir links in den gewundenen Schlangenpfad ein.
Zum Kreuz der Geiserämter.
Der Schlangenpfad geht in einen steil ansteigenden Weg über. Wir erreichen erneut eine überdachte Sitzgruppe und schwenken links auf einen breiten Forstweg. Die folgende Kreuzung mit Wegweisern nehmen wir links und schlagen gleich den folgenden Rechtsabzweig ein. Auf einem unbefestigten grasigen Weg wandern wir mit schöner Fernsicht über das Ulstertal am Waldrand entlang zu einer Kreuzung bei einer überdachten Sitzgruppe. Ein möglicher Abstecher führt links ins nahe Schleid, wo wir im Landhotel zur Pferdetränke einkehren können. Schleid wurde 1186 erstmals urkundlich erwähnt. Die weithin sichtbare Barockkirche wurde im 18. Jh. errichtet. Der Kirchturm ist das höchste Bauwerk weit und breit. Das Hoftor des ehemaligen Pfarrgebäudes von 1591 ist eines der wenigen Beispiele für Renaissance-Architektur in der Region.
An der Kreuzung gehen wir rechts zum 2006 errichteten Kreuz der Geiserämter hinauf. Im Schatten eines hohen Kreuzes sehen wir eine Übersichtskarte aus Basalt. Sie erinnert unter anderem an geschleifte Höfe. Vom Kreuz führt ein Abstecher von 1 km Länge nach links auf den Rockenstuhl (529 m), ein Wahrzeichen des Geisaer Landes.
Nach Wiesenfeld.
Beim Kreuz der Geiserämter schwenken wir rechts zur nahen Waldecke, dort rechts auf einen unbefestigten Weg und erreichen die Gabelung eines Waldweges. Wir wählen den halblinks abzweigenden breiten Weg. In den folgenden Querweg schwenken wir rechts und wandern bald steil bergab durch den Wald. Die Route führt am Aussichtspunkt Ulsterblick vorbei zu einem Querweg, schwenkt nach rechts und ist nun auch mit dem blauen U markiert. Talwärts erreichen wir den nächsten Querweg, biegen links ein und gehen weiter bergab. In der folgenden Linkskurve schwenken wir rechts in den Wald, gewinnen wieder an Höhe und stoßen auf eine geschotterte Forststraße. Wir wenden uns links talwärts und treten aus dem Wald. Rechter Hand erstrecken sich Reste einer Wacholderheide und eine Obstbaumwiese.
Kurz vor der Fahrstraße, bei einer kleinen Mariengrotte, biegen wir rechts ab und folgen einem Wiesenweg geradeaus, bis ein Wegweiser scharf nach links weist. Kurz hintereinander gehen wir über zwei schmale Bachbrücken, dann sofort rechts auf einen Wiesenweg. Der nächste Querweg bringt uns links ins nahe Wiesenfeld.
Auf den Rasdorfer Berg.
In Wiesenfeld folgen wir der Straße Richtung Rasdorf zur Kreuzung beim Feuerwehrhaus. Dort biegen wir rechts ab, halten uns gleich links und wandern einen Schotterweg bergan. Auf der Anhöhe bei einem alten Wasserbehälter schwenken wir rechts auf einen heckengesäumten Wiesenweg. Er zieht rechts talwärts Richtung Friedhof, knickt dann links ab, führt um den Sissenberg herum und kreuzt einen Schotterweg. Den Schotterweg nehmen wir links, erreichen eine Kreuzung am Waldrand und schwenken wieder nach links. Der Weg zieht immer steiler zum alten Grenzpostenweg hinauf, dem wir nach rechts zum Haus auf der Grenze folgen. Am Wegrand können wir große Bestände an Silberdisteln ent-decken.
Zurück nach Geisa.
Vom »Haus auf der Grenze« spazieren wir geradewegs zur Grenzbegegnungsstätte Point Alpha. Dort können wir uns ein Bild von den Grenzsicherungsanlagen der DDR machen. Der Point-Alpha-Weg führt nun am hoch aufragenden Denkmal der Deutschen Einheit vorbei auf einen Schotterweg, durch ein Waldstück und als Wiesenweg rechts nach Geisa hinab. Dabei bieten sich herrliche Blicke ins Ulstertal und auf das Hessische Kegelspiel.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied150 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSchlossplatz in Geisa
EndpunktSchlossplatz in Geisa
TourencharakterNach den Qualitätskriterien des Hoch- rhöners entwickelter Premiumwanderweg.
Beste Jahreszeit
KartentippFremdenverkehrsbüro, Marktplatz 27, 36419 Geisa, Tel. 036967/690, www.geisa.de
MarkierungenRotes P
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A 7 zur Anschlussstelle Fulda-Nord und weiter auf der B 27 bis Hünfeld; dort auf die B 84 nach Rasdorf und weiter auf der Landesstraße an Point Alpha vorbei nach Geisa; zum Rathaus hinauf und an der Tourist-Information vorbei zum nahen Parkplatz vor dem Schloss.
GastronomieGeisa: Geisschänke, An der Geis 27, Tel. 036967/706 51, www.geisschaenke.de; Schlossresidenz Geisa, Tel. 06652/91 13 80, www.zuspann.de. Schleid: Landhotel Zur Pferdetränke, Hauptstr. 55, Tel. 036967/ 701 84, www.zurpferdetraenke.de. Point Alpha: Snackbar Blackhorse Inn auf dem Museumsgelände
Tipps
EINKEHR-TIPPS Abseits der Wanderstrecke, am Rand von Geisa, liegt die rustikale Geisschänke. Ist man mit Kindern unterwegs, lohnt der weitläufige Biergarten allemal den Umweg. Neben deftigen Brotzeiten und ein- fachen Gerichten werden manchmal auch Spezialitäten wie Spanferkel vom Holzofengrill angeboten. Am Sonntag gibt es frischen Kuchen aus dem hauseigenen Backofen. Neben dem großen Gastraum Schmiede gibt es auch noch die Schänke, einen Treffpunkt für geselliges Beisammensein bei Bier oder Wein. Das Haus verfügt außerdem über drei Doppelzimmer und eine Kegelbahn. Liebhaber gehobener Gastronomie werden vom Restaurant Schlossresidenz Geisa angelockt. Es befindet sich im Erdgeschoss des von Grund auf sanierten Barockschlosses. Geführt wird das Lokal vom Hünfelder Familienbetrieb Zuspann. Die Familie fühlt sich der hochwertigen Gastronomie verpflichtet, die Gäste ansprechen soll, die auch eine weite Anfahrt in Kauf nehmen. Dies kommt auch im Ambiente zum Ausdruck, z. B. dem gelben und dem blauen Salon. Eine Steintreppe führt in das 500 Jahre alte Kellergewölbe, das zu einem Weinkeller hergerichtet wurde.
Unterkunft
Geisa: Geisschänke, An der Geis 27, Tel. 036967/706 51, www.geisschaenke.de; Schlossresidenz Geisa, Tel. 06652/91 13 80, www.zuspann.de. Schleid: Landhotel Zur Pferdetränke, Hauptstr. 55, Tel. 036967/ 701 84, www.zurpferdetraenke.de. Point Alpha: Snackbar Blackhorse Inn auf dem Museumsgelände

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