Von Garda nach Bardolino

Einfache Wanderung über den Bergkegel zwischen Garda und Bardolino. (Autor: Joachim Lutz, Sabine Malecha)
10 km
300 m
3.00 h
Kloster Eremo di San Giorgio.
Seit 1663 besteht die Klosteranlage auf der Bergkuppe. Die wenigen Mönche leben noch heute streng wie Eremiten nach den Regeln des Romuald von Camaldoli. Ihr Tagesablauf wird durch Meditation und Arbeit bestimmt. Ein massives Steinkreuz markierte einst die klösterliche Bannmeile für Frauen. Erst seit 1997 dürfen auch Frauen die Kirche San Giorgio und den Klosterladen betreten. Eine Besichtigung der Klosteranlage ist zurzeit leider nicht möglich.
In Bardolino angekommen, gehen wir durch die idyllischen Gassen zum Hafen und versuchen die Früchte der Region – ob frisch oder vergoren. Bardolino, das ist auch der Wein.
Dieser fehlt auf keiner Getränkekarte in italienischen Restaurants in Deutschland. Der Bardolino Classico wird am östlichen Ufer des Gardasees angebaut auf einem Hügelgebiet, das auf eine Moräne zurückgeht. Die Farbe des Weins ist rubinrot, sein Geruch ist fein und delikat, mit Blumennoten. Empfohlen wird er zu Nudel- und Reisgerichten mit Sauce, weißem Fleisch, Weich- und Frischkäse. Statt Rucksackvesper heißt es heute also Bardolino und Pasta, bleibt nur noch die Frage - in Garda oder in Bardolino?
Unser Weg beginnt in Garda.
Links neben der Pfarrkirche Santa Maria Maggiore. Von der einfachen Pfarrei, die einst dem Hauptkrankenhaus von Brescia untergeordnet war, besteht außer der Kirche noch das Pfarrhaus. Durch ein Tor rechts neben der Kirche gelangt man in den Kreuzgang eines ehemaligen Klosters aus dem 14. Jh. Oberhalb des Treppenaufgangs zur Loggia sind Steine mit langobardischen Motiven (8. Jh.) eingemauert. Die Kirche wurde im 15. Jh. erbaut und 1774 bzw. 1830 umgestaltet. Sehenswert ist die Gefallenen-Kapelle, die der »Madonna della Pace« gewidmet ist. Sie enthält ein Fresko aus dem 14. Jh., das die Madonna darstellt. Auch die Beichtstühle aus der Schule des berühmten Kunsttischlers Brustolon aus Belluno, ein in Marmor gehauenes päpstliches Siegel von Innozenz II. (1138), das sich an der Tür des Glockenturms befindet, sowie ein Holzkreuz aus dem Jahre 1500 sind einen Blick wert. In der Via San Bernardo gehen wir bis zur nächsten Kreuzung, dort rechts und gleich wieder rechts in die Via degli Alpini. Das steile Sträßchen führt uns an einem Marienbildnis vorbei. Die Via Rocca bringt uns zu einem steinigen Pfad mit rot-weißem Zeichen, auf dem wir nach oben gehen. Im Schatten des Niederwaldes kommen wir erneut an eine Gabelung, bei der wir uns der Beschilderung folgend links halten. Teilweise sind noch ausgeschliffene Spurrillen zu erkennen (1 Std.).
Auf der ehemaligen Rocca angekommen.
Dort erkennen wir sofort die Aussichtspunkte: Vom ersten können wir staunend den Blick über die Bucht und Stadt von Garda schweifen lassen, wenige Schritte weiter haben wir einen beeindruckenden Ausblick auf Bardolino.
Etwas versteckt im Wald können wir die Reste eines Turms erkennen, der zu einer Befestigungsanlage gehörte. Wir folgen dem Hangweg mit der rot-blau-roten Markierung und erreichen schon bald die 1663–73 erbaute Kirche des Kamaldulenser-Klosters Eremo di San Giorgio (30 Min.). In der Kirche befindet sich ein Gemälde von Palma d. J. In östlicher Richtung verlassen wir die Anlage und schauen noch einmal auf Garda hinab. Nach ca. 15Minuten passieren wir einen landwirtschaftlichen Betrieb (Vallonga) und stoßen auf ein geteertes Sträßchen, das uns in Richtung der Provinzstraße führt. Sobald wir einen Bildstock passieren, geht es rechts vorbei am Agriturismo »Cà Bottura«. Bei der Locanda »Al Bersagliere« wenden wir uns rechts und bei der Gabelung wieder links in die Strada di Sem. Auf dieser gelangen wir zum Komplex des Istituto Salesiani Tusini. Bei der Häusergruppe Rocca bleiben wir noch für 350 m auf dem Sträßchen und biegen dann bei einem Wanderzeichen scharf links ab. Es geht an steinernen Rastbänken und einer gefassten Quelle vorbei zu einem dreiflügeligen Gebäude. Nachdem wir der Fahrstraße gefolgt sind, schwenken wir links in die Strada di Mure. Auf gutem Höhenweg schlendern wir zur Via San Colombano und weiter bis zum Friedhof. Vor diesem halten wir uns rechts zur Staatsstraße am nördlichen Rand von Bardolino. Auf der anderen Straßenseite geht es weiter in die Ortsmitte (1.10 Std.).
Bardolino.
Dieser Ort war ursprünglich eine selbstständige Gemeinde, wurde aber 1193 an Verona verkauft; anschließend gehörte es zu Venedig, was zu einer besonderen Entwicklung des Weinanbaus führte. Die offen gebaute Altstadt mit ihren breiten Gassen, zahlreichen Geschäften und langer Uferpromenade lädt zum Bummeln ein. Hier geht es bis in die späten Abendstunden lebhaft zu: Viele Läden haben bis Mitternacht geöffnet, und schöne Restaurants, Bars und Discos ziehen Nachtschwärmer aus der ganzen Region an. Rechts und links des Stadtkerns hat Bardolino schöne Strände und man kann direkt am Seeufer bis in die benachbarten Orte Garda oder Lazise spazieren. Wir entscheiden uns heute für Garda.
Die »Passeggiata Rivalunga«.
Diese führt uns direkt am See entlang in knappen 45Minuten zurück nach Garda. In Garda lohnt noch der Besuch der Villa Albertini auf der Straße nach San Vigilio. In der zweiten Hälfte des 16. Jh. errichtet, gehörte sie der veronesischen Familie Becelli, Feudalherren aus Costermano. Die größten Sehenswürdigkeiten befinden sich im riesigen Park, der sich am Hügel entlangzieht: Türme, Aussichtsplätze, kleine Tempel, Pavillons, Gewächshäuser, Alleen und Brunnen. In der Nähe befindet sich eine Kirche, die dem heiligen Carlo geweiht ist. In der Villa, heute Besitz der Grafen Albertini, erhielt König Carlo Alberto, nach einigen Siegen über die Österreicher, am 10. August 1848 die lombardische Generalherrschaft.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied300 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortGarda
AusgangspunktKirche Santa Maria Maggiore in Garda
EndpunktKirche Santa Maria Maggiore in Garda
TourencharakterJeder Gardaseebesucher stolpert mit Sicherheit über die Namen der Städte Garda und Bardolino. Umso schöner, dass sich diese bezaubernden Orte mit einer reizvollen Wanderung verbinden lassen. Schon in Garda kann man den Versuchungen des Einkaufsbummels erliegen. Deshalb machen wir uns auch schnell auf den geschichtsträchtigen Weg. Bereits im Mittelalter wurde die Rocca durch eine Festung als Aussichtspunkt genutzt. Leider sind von dieser nur noch ein paar Mauerreste im Wald zu entdecken. Doch das Plateau der Rocca bietet noch heute dieselben großartigen Blicke in die Bucht von Garda und wenige Schritte weiter über Bardolino mit seinem schönen Hinterland.
Bevor wir in Richtung Bardolino absteigen, machen wir noch einen Ab - stecher zum Kloster Eremo di San Giorgio della Rocca und besichtigen dort die Kirche San Giorgio.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50 000, Blatt 102 Lago di Garda, Monte Baldo; freytag & berndt 1:50 000, Blatt Gardasee
MarkierungenRot-weiß und rot-blau-rot
VerkehrsanbindungBrennerautobahn A 22, Ausfahrt Casello/Affi, Lago di Garda Sud, und weiter über Affi – Costermano nach Garda. Parkmöglichkeit in der Via San Bernardo.
GastronomieIn Garda und Bardolino
Tipps
MUSEO DEL VINO. In den Hügeln oberhalb von Bardolino haben die Besitzer des Weingutes Zeni ein Museum für Weinbau eingerichtet. Hier können Besucher die Geschichte des Weinbaus im Bardolino erkunden. Unmittelbar neben dem Museum befindet sich die Vinoteca des alteingesessenen Weingutes. Das Weingut Zeni hat sich seit Jahren einen hervorragenden Ruf geschaffen. Museo del Vino Cantina F.lli Zeni, Via Costabello 9, 37011 Bardolino (VR), www.zeni.it; Öffnungszeiten - 15.März– 31. Okt. Mo–Fr 9–13 und 14–19 Uhr, Sa/So/Fei 9–13 und 14–18 Uhr
Informationen
MUSEO DELL’OLIO. Das Olivenölmuseum befindet sich bei der Ölmühle Cisano, ganz in der Nähe von Bardolino. Von der Staatsstraße aus der Beschilderung folgen. In diesem Museum sind antike Maschinen und Werkzeuge der traditionellen Olivenölherstellung ausgestellt. Selbstverständlich ist es möglich, Olivenöl vom Gardasee und weitere Produkte der Region einzukaufen. Museo dell’Olio, Via Peschiera 54, 37011 Bardolino (VR), www.museum.it
Tourismusbüro
TOURIST-INFO Tourismusinfo Garda, Piazza Donatori di Sangue 1, 37016 Garda, Tel. 0039/045/ 627 03 84, Fax 0039/045/725 67 20, E-Mail - iatgarda@provincia.vr.it

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