Von Fieschertal über die »Burg«

Eine abwechslungsreiche Runde für trittsichere und schwindelfreie Bergwanderer. Granit, Geröll, eine atemberaubend trassierte Suone (Bewässerungskanal) und eine üppige Sommerflora prägen die Wanderung. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Die Wanderung führt von dem kleinen Parkplatz (1178m) zunächst ins Tal des Glingulwassers, das zweimal gequert wird. Noch vor den Häusern von Unnerbärg (1313m) verlässt man das Asphaltband nach links und folgt dem Weg, der im Wald kräftig ansteigt, einen Felsriegel umgeht und dann auf einen Grashang mündet. Kleine Wiesenflecken und Waldparzellen begleiten auch den weiteren Aufstieg bis Titter (1620m). Hier endet eine Seilbahn, die im Zusammenhang mit der Fassung des Wysswassers errichtet wurde. Ein breiter Bauweg führt flach zur Betonsperre im Vorfeld des Fieschergletschers. Man verlässt ihn nach etwa 300m und steigt weiter an gegen die »Burg«. Dabei bietet sich ein erster Blick auf die vom Geröll bedeckte Zunge des Fieschergletschers. Links führt eine ausgeschilderte Spur über Felsen zum Südgipfel des Felsrückens mit schöner Rundsicht. Nur mehr einen Katzensprung ist es dann bis zur Burghütte (1751m), mit Zwischenabstieg über eine Leiter in eine felsige Mulde (2Std.)
Wenig unterhalb der Hütte schneidet die auf der Stockalp gefasste Suone den felsigen Hang. Man folgt ihr nur kurz, steigt dann mit Hilfe eines langen Drahtseils links über eine kompakte Plattenschräge an. Farbtupfer leiten weiter über den breiten Felsrücken in die Senke hinter der »Burg«, wo man wieder auf die Suone stößt.
Mit ihr quert man hinüber zur Stockalp (1864m). Hier gabelt sich der Weg: rechts geht's hinauf zur Gletscherstube Märjelen, links im Zickzack über einen felsigen Hang hinunter in das Tälchen des Glingulwassers und zur Einmündung eines markierten Direktabstiegs von der Burghütte. Weiter talabwärts stößt man auf ein Alpsträßchen. Mit ihm wandert man hinab und zurück zum Ausgangspunkt der spannenden Runde (4Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied780 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKleiner Wanderparkplatz (1178m) oberhalb von Fieschertal.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDen riesigen Eisstrom des Aletschgletschers bekommt man auf dieser Tour nicht zu Gesicht, und der Fieschergletscher, der in den letzten Jahrzehnten stark geschwunden ist, mag mit seinem Geröllpanzer für manche eine Enttäuschung sein.
Dafür entschädigt die Wanderung über dem Fieschertal mit anderen, nicht weniger starken Eindrücken. Für Spannung sorgt schon der Verlauf des Anstiegs zur Burghütte (wie geht's jetzt weiter?), der mitten in eine wilde Granitlandschaft führt. Auf der Suone, die wenig unterhalb der Hütte vorbeiläuft, ist dann schon manches Wandererherz in die Hose gerutscht: gut hundert Meter kompakter Steilfels unterhalb des gut zwei Schuh breiten Pfades!
Doch keine Angst, der Weiterweg weicht in weniger gefährliches Gelände aus, er führt über den felsigen Rücken und ist an ein paar Stellen sogar mit Seilen gesichert.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50000, Blatt 264 T »Jungfrau«; Landeskarte 1:25000, Blatt 2516 »Aletschgebiet«
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegweiser
VerkehrsanbindungZufahrt von Fiesch (1049m), 4km. Postbus bis Fieschertal
GastronomieBurghütte (1751m), bewirtschaftet Anfang Juni bis Mitte Oktober
Tipps
Eggishorn – bergab. Mit der Seilbahn hinauf, zu Fuß zurück ins Tal! Das Eggishorn (2927m) gilt zu Recht als einer der schönsten Aussichtsberge des Oberwallis. Von Fiesch führt eine Seilbahn bis knapp unter den Gipfel (Bergstation 2893m). Ein besonders reizvoller Talabstieg verläuft dann über den Tälligrat und die Gletscherstube Märjelen (2360m) zur Burghütte (1751m), bis Fieschertal (1103m) etwa 4Std.
Tourismusbüro
Eggishorn Tourismus, 3984 Fiesch; Tel. 027/9 79 60 70, Fax 9 70 60 71, info@fiesch.ch, www.fiesch.ch

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