Von Durnholz zum Flaggersee

In den Sarntaler Alpen.
Ausgedehnte Bergtour auf Bergpfaden, die zum Teil über Geröllfelder führen; Trittsicherheit vor allem im Bereich des Tellerjochs erforderlich; 990 m Höhenunterschied; Orientierung für geübte Bergwanderer problemlos (Autor: Peter Mertz)
Der Aufstieg zum Flaggersee.
Unsere Tour führt von einem See zu einem anderen See. Wir starten beim stillen Durnholzer See, der sich bildete, nachdem ein Bergrutsch eine Gletscherwanne abgedämmt hatte. Ein bis zu 13 Meter hoher Wall blockiert den Bachtobel unterhalb von Durnholz, aus dem wir zuerst zum See wandern. Entlang der Uferpromenade erreichen wir das Ostufer, wo wir der schmalen Fahrstraße nach links folgen und bei der folgenden Abzweigung auf den Waldpfad wechseln. Zuerst kommen wir an dem höchstgelegenen Sarner Paarhof vorbei und verlassen dahinter den Fahrweg, um auf einen Wirtschaftsweg zu wechseln. Durch Zirbenwälder steigen wir weiter bergan, bis eine Stunde nach dem Paarhof die Waldgrenze erreicht ist. Kurz vor dem Abzweig zur Schaldererscharte verbindet der Weg Nr. 4 hinauf zum Durnholzer Höhenweg (Weg Nr. 13), der unterhalb von Schrotthorn und Liffelspitze durch das alpine Gelände der Großalpe zieht.
Auf dem Durnholzer Höhenweg.
Mit stetem Auf und Ab wandern wir durch Scharten, Kare und über weite Schuttfelder, die etwas beschwerlich zu queren sind. Nach etwa zwei Stunden ab dem Einbiegen in den Weg Nr. 13 erreichen wir nach kurzem steilen Aufstieg das Tellerjoch (2520 m) und damit den höchsten Punkt unserer Wanderung. Danach steigen wir durch ein steiles Kar in Richtung Flaggerscharte ab. Der letzte Abschnitt führt durch eine schmale Wegrinne, die zu beiden Seiten von schroffem Gestein gesäumt wird. Nur wenige Meter danach erreichen wir die Marburger Hütte und den Flaggersee auf 2481 Meter. Hier bestand schon in frühester Zeit ein Übergang vom Sarntal ins obere Eisacktal. Der kleine Bergsee mit kaum mehr als 100 Metern Länge wird von einem Schieferfelsrücken aufgestaut und füllt mit nur wenigen Metern Tiefe eine Wanne aus. Hier entspringt der Flaggerbach, der ins Eisacktal abfließt, während wir nach der Flaggerscharte ins Seebbachtal absteigen, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren.
Der Abstieg zum Durnholzer See.
Das gletschergeformte Seebbachtal beginnt unterhalb der Seebalpe. Wir wandern durch alpines Gelände aus Blockfluren und Urwiesen und gelangen bald zur Seebalm (1802 m), die inmitten von üppigen Bergwiesen steht. Nach der Seebalm wechseln wir bald auf die Forststraße des Seebbacher Forst- und Höfewegs, auf der wir zügig bis in den Talkessel des Durnholzer Sees hinabwandern und beim Gasthaus Fischer am See das Seeufer erreichen. Auf der Asphaltstraße am Westufer kehren wir zum Ausgangspunkt in Durnholz zurück.

Dauer: Durnholz – Durnholzer See (Ostseite) 25 Min. – Weg Nr. 13 1.20 Std. – Tellerjoch 1.45 Std. – Flaggersee 30 Min. – Durnholz 2 Std.; Gesamtgehzeit 5.30 Std.;
Motto: Wandern am Wasser
Sommerwanderungen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied1380 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDurnholz am Durnholzer See (1540 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Sarntaler Alpen gelten noch als wenig besuchter Geheimtipp. Gerade darin liegt zum Teil der Reiz dieser Gebirgslandschaft. Dazu kommen ursprüngliche Täler mit typischen alpinen Kulturlandschaften, bewirtschafteten Steilhängen, kleinen Bauerndörfern, einsamen Höfen und stillen Bergpfaden, in denen schon im Mittelalter hier Menschen in ersten Schwaighöfen, Paarhöfen und Einzelhöfen siedelten. Mit Durnholz als Ausgangspunkt treffen wir sogleich auf eines jener kleinen Sarner Dörfer, die noch viel von ihrem alten Charakter bewahren konnten. Das Ortsbild wird von der markanten Silhouette der gotischen Pfarrkirche St. Valentin beherrscht, in der ein großflächiger gotischer Freskenzyklus des beginnenden 15. Jahrhunderts zu sehen ist.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50.000, Blatt WKS 4 (Sterzing–Brixen); Kompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 56 (Brixen)
VerkehrsanbindungVon Sterzing nach Süden über das Penser Joch, von Bozen durch das Sarntal, jeweils bis Astfeld, von hier etwa 10,5 km nach Durnholz ; der Ort ist autofrei, große Parkplätze bestehen am Ende der Straße Busverbindung (Linie 116) von Bozen über Astfeld nach Durnholz
GastronomieGasthöfe in Durnholz, Fischerwirt am Durnholzer See, Marburger Hütte, Seebalm im Seebbachtal
Tourismusbüro
Verkehrsverein Sarntal, I–39058 Sarnthein, Tel.: 0471/623091, www.sarntal.com, info@sarntal.com

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