Von der Tutzinger Hütte ins Rißtal

Bergwanderung ohne besondere Schwierigkeiten, Abstieg nach Vorderriß erfordert Trittsicherheit . (Autor: Eva-Maria Troidl, Stefan Lenz, Ludwig Graßler)
17 km
1220 m
6.00 h
Von der Tutzinger Hütte aus wenden wir uns zunächst auf dem Weg 456 Richtung Süden, halten uns dann rechts auf dem Weg 455 und steigen so zum Sattel zwischen Brandköpfl und Benediktenwand auf. Nach etwa 40 Minuten zweigt der Westanstieg auf die Benediktenwand von unserem Steig ab. Wegen des langen Weges, der heute noch zu bewältigen ist, sollten aber nur wirklich konditionsstarke und schnelle Geher einen Abstecher auf den Gipfel in Betracht ziehen. Der deutlich beschilderte Weg in die Jachenau wendet sich nun für ein kurzes Stück nach Westen. Steil geht es hinab bis zu einer Abflachung des Geländes in einem herrlichen Buchenmischwald. Dort halten wir genau Ausschau nach der Markierung, denn unser Wanderpfad knickt jetzt wieder nach Süden ab, und diese Stelle kann man leicht verpassen. Bei der nun folgenden Gabelung (Ausschilderungen Petersalm, Jachenau, Rabenkopf/Achala) wählen wir den mittleren Weg Richtung Jachenau. Nach 1 3/4 Stunden Gehzeit erreichen wir eine Forststraße. Dort haben wir die Wahl, über einen steilen Steig geradeaus ins Tal abzusteigen (Wegweiser Pilgerweg Benediktbeuern/St. Georgenberg, Wasserfall, Markierung 485) oder die bequemere, jedoch etwas längere Forststraße zu benutzen. Knieschonender ist die zweite Alternative, landschaftlich schöner die erste. Die Zeitangaben auf den Wegweisern brauchen wir übrigens nicht allzu ernst zu nehmen. Nach etwa einer halben Stunde treffen beide Routen wieder aufeinander. Immer auf der Forststraße, vorbei an der Abzweigung des Fußwegs J1 und einer Lichtung mit Almhütte, treffen wir auf ein Brückchen, an dem der Jachenauer Ortsteil Berg ausgeschildert ist. Auch hier gehen wir geradeaus weiter. Bald sehen wir die ersten Häuser vom Ort Jachenau, den wir nach drei Stunden Gehzeit erreicht haben. Beim Gasthof Post gibt es einen kleinen Laden, in dem man sich mit Lebensmitteln versorgen kann. Dort befinden sich auch Telefonzellen und die Bushaltestelle.
Umgehung des Karwendels: Hier in der Jachenau sollte man sich Gedanken über den Weiterweg machen. Die Hauptroute von München nach Venedig überquert die Birkkarspitze. Diese lange Bergtour mit ihren großen Höhenunterschieden stellt einige Anforderungen an den Bergwanderer (siehe Etappe 6), es besteht jedoch auch die Möglichkeit zu ihrer Umgehung. Nach einer Übernachtung in der Jachenau wandert man dazu am Südufer des Walchensees bis nach Wallgau und von dort nach Mittenwald bzw. Scharnitz. Von Scharnitz gelangt man über das Hinterautal auf das Hallerangerhaus. Auch von Vorderriß aus besteht noch die Möglichkeit, Scharnitz auf ruhigen Wegen zu erreichen. Die abseits des Autoverkehrs verlaufende Route hält sich nach zweimaliger Überquerung der Isar an den Hangfuß des Karwendels.
Hauptroute nach Vorderriß: Den Ort Jachenau verlassen wir auf dem Weg 490, der nach ein paar Schritten auf der Straße Richtung Wallgau von dieser rechts abzweigt. Zunächst über einen Wiesenpfad und dann auf einem Wirtschaftsweg passieren wir den Weiler Luitpolder, überqueren die Jachen und steigen schließlich in den Wald auf. Durch den Wilfetsgraben wandern wir auf einer Forststraße an der Lainer-Alm vorbei. Wir wechseln auf einen Waldpfad, gelangen nach kurzer Zeit wieder auf die Forststraße zurück und biegen von dieser dann in einen Waldweg Richtung Vorderriß links ein (blaue Markierungen, Wegweiser). Nach zwei Stunden haben wir die Luitpolder Alm erreicht. Nach der Alm gehen wir nicht den nahe liegenden Holzziehweg hinauf, sondern steuern das Hinweisschild halb rechts vorne in der Wiese an. So erreichen wir wieder die gekennzeichnete Route. Blaue Wegmarkierungen weisen uns schließlich den Weg auf den Rißsattel (1223 m). Steil und manchmal auch recht schmal windet sich von dort unser Abstiegsweg ins Rißtal hinab. Unten angekommen wenden wir uns nach links, passieren kostenfrei die Mautstelle und erreichen nach Überquerung der Isar die Forstsiedlung Vorderriß. Im Forsthaus auf der Anhöhe verbrachte übrigens der Schriftsteller Ludwig Thoma seine ersten Kinderjahre. Daneben steht seit etwa 1500 das königliche Jagdhaus – Vorderriß war früher beliebter Jagdaufenthalt der bayerischen Herrscher. Wir dagegen steuern jetzt den Alpengasthof Post an und lassen den Wandertag gemütlich ausklingen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1220 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTutzinger Hütte.
EndpunktVorderriß.
TourencharakterDie Jachenau ist ein fast geschlossener Talkessel, der an drei Seiten von Bergrücken umgeben ist. Da die Straße zum Walchensee mautpflichtig ist, bleibt dem Tal der schlimmste Durchgangsverkehr erspart. Sicher hat auch das dazu beigetragen, dass diese Wiesenlandschaft ihren Beinamen »die Schöne« auch heute noch zu Recht trägt. Wir sehen die Jachenau auf dieser Etappe mit gemischten Gefühlen, denn sie zwingt uns zu einem langen Abstieg, belohnt uns aber gleichzeitig mit der Lieblichkeit ihrer Landschaft und einer ordentlichen Mittagsrast.
Beste Jahreszeit
KartentippKompasswanderkarte 182 Isarwinkel, 1:50 000; topografische Karte UK L30 Karwendelgebirge, 1:50 000.
MarkierungenWegmarkierung 456, 455 und 485 bis Jachenau, 490 bis Vorderriß; blaue Markierungen auf dem Weg zum Rißsattel.
VerkehrsanbindungBusverbindung im Ort Jachenau und in Vorderriß.
GastronomieIm Ort Jachenau.
Tipps
Der Gasthof Post in Vorderriß bietet die einzige öffentlich zugängliche Übernachtungsmöglichkeit am Tagesziel. Wenn die wenigen Zimmer oder Lager ausgebucht sind oder gerade Ruhetag ist, bleibt einem nichts anderes übrig, als drei Stunden bis nach Hinterriß weiterzugehen. Telefonische Klärung spätestens am Vortag ist also dringend empfehlenswert.
Unterkunft
Alpengasthof Post, 83661 Vorderriß, Tel. 08045/277.
Tourismusbüro
Verkehrsamt, 83676 Jachenau, Tel. 08043/919891.

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