Von der Schlüterhütte zum Grödnerjoch

Unschwierige, aber lange Bergwanderung durch hochalpines Gelände; Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich: Schlüterhütte – Roascharte – Puezhütte – Crespainasee – Grödnerjoch (Autor: Eva-Maria Troidl, Stefan Lenz, Ludwig Graßler)
16 km
1170 m
7.00 h
Wir folgen den ganzen Tag dem Dolomitenhöhenweg Nr. 2. Beim morgendlichen Aufbruch von der Schlüterhütte (2237 m) wählen wir den rechten Wiesenpfad und wenden uns dann erneut nach rechts auf dem auch mit Nr. 3 bezeichneten Weg unserem ersten Joch, dem Kreuzkofeljoch zu. Über das Bronsoijoch erreichen wir die Wiesen der Medalges-Alpe, auf denen wir bequem zum Kreuzjoch hinschlendern können. Es lohnt sich allerdings, dort auf einem kleinen Steiglein den Sobutsch zu erklimmen: Edelweiß, so weit das Auge reicht! Der obere Pfad über die kleinen Gipfelchen vereint sich dann bald wieder mit dem unten verlaufenden Hauptweg. Vorbei am Kreuzjoch erreicht man auf gutem Weg die Roascharte (2616 m). So steil und unzugänglich diese auch von weitem erscheint, beim Näherkommen entpuppt sich der Aufstiegweg, der sich in Serpentinen nach oben windet, als harmlos. Oben angekommen können wir einen Blick auf den weiteren Streckenverlauf werfen. Geradeaus führt er zur Forcella Forces de Sielles, nach links zweigt der Klettersteig zur Forcella Nivea ab. Das Übersteigen der Forcella Nivea ist problemlos, wenn Schnee und Eis uns nicht behindern, und erspart uns vor allem den Abstieg auf unter 2500 Höhenmeter, den wir sonst auf dem regulären Weg vorbei an der Forcella Forces de Sielles in Kauf nehmen müssten. Deshalb entscheiden wir uns bei entsprechenden Witterungsverhältnissen für die kleine Kraxelei. In beiden Fällen erreichen wir schließlich die Puez-Alpe, durch die ein gut markierter und bequemer Wanderweg bis zur Puezhütte (2475 m) führt. Das Schutzhaus taucht nach etwa 3 1/2 Stunden Gehzeit ganz plötzlich hinter einer Biegung auf – und eine anständige Mittagspause kommt uns jetzt gerade recht.
Nach der stärkenden Rast gelangen wir über das Ciampaijoch, vorbei am malerischen Crespeinasee und über das Crespeinajoch durch eine wilde Landschaft von Felszacken und Schluchten hinab zum Tagesziel. Der Höhepunkt dieses Teilstücks ist der spektakuläre Blick ins Langental, der uns an einer Engstelle des Wegs kurz hinter der Puezhütte vergönnt ist. Ein selten schöner Wandertag geht zu Ende, wenn wir aus der Einsamkeit und Stille der Crespeina-Hochfläche auf das laute Grödnerjoch hinuntersteigen (2137 m, von der Puezhütte 3 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1170 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSchlüterhütte (Rifugio Genova).
EndpunktGrödnerjoch.
TourencharakterDie heutige Wanderung führt uns ins Herz der Dolomiten, nach Ladinien. Zwischen 2300 und 2600 Metern Meereshöhe pendeln wir auf dieser landschaftlich reizvollen Tour der Joche. Im Gegensatz zum Zentralmassiv, wo die Überwindung eines Jochs fast eine Tagesaufgabe ist, kann es uns hier passieren, dass wir ein Joch betreten und es kaum merken.
Beste Jahreszeit
KartentippKompasswanderkarte 55 Cortina d'Ampezzo, 1:50 000; Tabacco 07, Alta Badia, Arraba-Marmolada, 1:25 0000.
MarkierungenDolomitenhöhenweg 2 (Dreieck mit Nr. 2).
VerkehrsanbindungNur am Ziel Grödnerjoch.
GastronomiePuezhütte.
Unterkunft
Berghaus Frara, Kolfuschg 40, I-39033 Corvara, Tel. 0471/79 52 25, Juni bis Oktober, gehobene Preisklasse, Reservierung empfehlenswert; Pisciadùhütte (Rifugio Franco Cavazza), CAI-Sektion Bologna, 1. Juni bis 30. September, Tel. 0471/83 62 92; Puezhütte, CAI-Sektion Bozen, 20. Juni bis 30. September, Tel. 0471/79 53 65.
Tourismusbüro
Tourismusverein Villnöss (Val di Funes), St. Peter Nr. 11, I-39040 Villnöss, Tel. 0472/84 01 80.

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