Von der Rühler Schweiz auf den Voglerkamm

Hoch über dem Weserbergland Zum Teil steile Wald- und Panoramawege. (Autor: Bernhard Pollmann)
15 km
550 m
4.00 h
Rühle Am Ausgangspunkt, der Kirche (1728–40) in Rühle mit dem von Schallöffnungen durchbrochenen romanischen Westturm, ist das erste Etappenziel in Sicht - das Denkmal auf dem Weinberg. Von der Kirche geht es hinab zur Durchgangsstraße und auf ihr wenige Schritte aufwärts, bis die Waldstraße geradeaus abzweigt (Schild »Weinberg«) und, begleitet vom Muhen der Kühe, durch die dörflich-bäuerliche Bebauung führt. Wiederum nach wenigen Schritten zweigt links der ausgeschilderte »Fußgängerweg« zum Weinberg hinauf ab. Mit Blick auf den Rühler Weserbogen und die Breitesteinklippen führt er aufwärts, zahlreiche Panoramasitzbänke laden zum Verschnaufen ein, dann beginnt der Serpentinensteig, der auf den unter Naturschutz stehenden Weinberg mit seinen Buschwäldern, niedrigen Eichen und Haselsträuchern führt. Weinberg Der aus Muschelkalk aufgebaute Weinberg oberhalb von Rühle ist einer der schönsten Aussichtspunkte im Weserbergland und zugleich ein Paradies für selten gewordene Pflanzen. Mit seinen EnzianHalbtrockenrasen, Wärme liebenden Krautsäumen, Schlehen-Weißdorn-Gebüschen und Orchideen-Buchenwäldern zählt er zu den artenreichsten Naturschutzgebieten Niedersachsens. Außer seinem Reichtum an Trockenheit und Wärme liebenden Tier- und Pflanzenarten wartet er mit Zeugnissen der Hudenutzung und des Streuobstbaus auf. Damit diese Relikte früherer bäuerlicher Kultur erhalten bleiben, werden die Halbtrockenrasenflächen von Wanderschafen beweidet und zudem alle zwei Jahre gemäht. Das alte Leineweberdorf (»Rühler Linnen«) kam 1324 aus dem Besitz der Grafen von Everstein an den Grafen von Homburg, nach dem Tod des letzten Homburgers 1409 erbte der Herzog zu Braunschweig und Lüneburg den gesamten Homburger Besitz. Aus Dankbarkeit für die Befreiung vom »Fronzins« errichteten die Rühler dem letzten regierenden Herzog, Wilhelm zu Braunschweig und Lüneburg (1844–84), das Denkmal (1909) auf dem Weinberg hoch über dem Dorf. Bodoturm Vom Denkmal auf dem Weinberg führt der Wanderweg bequem auf dem Bergrücken weiter, bis leicht zu übersehen ein mit dem Schutzgebietszeichen auf Holzpflöcken markierter Pfad abzweigt. Er führt aufwärts, erreicht eine Raststelle mit Bank und Tisch und schließlich den Bodoturm (412 m), einen 20 m hohen eisernen Aussichtsturm, neben dem Bänke und Schutzhütte im Wald zur Rast einladen. Benannt ist er nach dem Ritter Bodo von der Homburg, dem Oberherrn der Stadt Bodenwerder (»Bodowerder«) im 12./13 Jh. Von dem Stahlgerüst fällt der Blick hinab auf die Münchhausenstadt an der Weser. Ebersnacken Vom Bodoturm kehren wir auf demselben Weg zurück zur Raststelle und zweigen dort auf den Vogler-Kammweg ab, der teils durch prachtvollen Buchenhochwald und dann steil auf den Kegel des Ebersnacken hinaufführt. Der auf knarzenden Holzstiegen besteigbare Ebersnackenturm (460 m) bietet ein grandioses Panorama, der Blick schweift nach Süden über die Rühler Schweiz hinweg zum Solling, im Osten erhebt sich der bewaldete Hils, an den sich der Ith-Kamm anschließt, jenseits von Ith und Hils zeigt sich bei klarer Sicht der Brocken im Harz, während im Westen die Kämme von Teutoburger Wald und Egge den Horizont schneiden. Bei Detmold ist das Hermannsdenkmal auf der Grotenburg zu sehen, ganz nah zeigt sich jenseits der Weser auch die Kuppe des Köterbergs. Rückweg Vom Ebersnacken folgen wir dem Zugangsweg wenige Schritte zurück und biegen dann links auf den ausgeschilderten Weg Richtung »Golmbach« ab. Aussichtsreich leitet er talwärts, am Bergfuß zweigen wir rechts auf den Forstweg Richtung Rühle ab, passieren eine Schutzhütte neben einer uralten Eiche, erreichen kurz vor Rühle die Grillhütte Bärengrund und wandern dann auf der Straße Am Weinberg zurück zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied550 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortBodenwerder (75 m), Luftkurort und Jod-Sole-Bad im Weserbergland im Naturpark Solling-Vogler, Heimat des »Lügenbarons« Münchhausen.
AusgangspunktParkplatz an der Kirche in Bodenwerder-Rühle (80 m) südlich von Bodenwerder.
TourencharakterDie Rundschau vom Aussichtsturm auf dem Ebersnacken, dem höchsten Voglerberg, zählt zu den beeindruckendsten Panoramen des Weserberglands. Markante Etappenziele bis dorthin sind der aussichtsreiche Weinberg hoch über der Rühler Schweiz und der Bodoturm. Der waldreiche Vogler ist mit seinem bewegten Relief aus tief eingeschnittenen Bachtälern, schmalen Bergrücken und klippenreichen Steilhängen hoch über der Weser ein Paradies für Wanderungen. Die höchste Erhebung dieses kleinteiligen Buntsandsteinberglands ist der von einem Aussichtsturm bekrönte Ebersnacken (458 m), dem alle Wanderwege zustreben.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1 - 50000, Blatt WL 07 Naturpark Solling-Vogler (Landesvermessung + Geobasisinformation Niedersachsen).
VerkehrsanbindungAnfahrt auf der B 83 (Deutsche Märchenstraße) Kassel – Holzminden – Bodenwerder – Hameln.
GastronomieRühle.
Tipps
Münchhausenstadt Bodenwerder Münchhausen wurde bekannt durch fantastische Geschichten, die ihm den Namen »Lügenbaron« eintrugen. Er reiste viel und war ein leidenschaftlicher Reiter und Jäger. Mit Berichten über die unglaublichsten Reise-, Jagd- und Kriegsabenteuer unterhielt er auf seinem Gut in Bodenwerder bei Grog und Pfeife seine Freunde. Giebelständige Ackerbürgerhäuser prägen heute die Altstadt von Bodenwerder, das jetzige Rathaus (Münchhausenstraße 1) ließ 1603 Statius von Münchhausen errichten. Hier wurde der fabulierlustige Offizier und Gutsbesitzer Hieronymus Karl Friedrich von Münchhausen 1720 geboren; ein Gedenkraum im Rathaus vermittelt einen Eindruck von den Jagd-, Kriegs- und Reiseerlebnissen dieses Abenteurers und »Lügenbarons«, der 1797 in Bodenwerder starb. Das Münchhausen-Museum ist in der Schulenburg auf dem parkartig gestalteten Gelände des ehemaligen Gutshofs der Familie Münchhausen untergebracht.
Tourismusbüro
Tourist-Information Bodenwerder, Münchhausenplatz 3, 37619 Bodenwerder, Tel. 05533/40541, Internet www.bodenwerder.de.

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