Von der Pfandler Alm zur Meraner Hütte

Der Hirzer – Aussichtsbalkon über den Sarntaler Alpen! Aber so schön es auf seinem Gipfel auch ist, verbirgt er sein Haupt doch allzu oft in dicken Wolken. Dabei hätte jeder, der den steilen Anstieg auf sich nimmt, es durchaus verdient, sich weltentrückt und erhaben gleich den Göttern auf dem Olymp zu fühlen. (Autor: Robert Mayer)
Der Weg Nr. 1 führt an der Andreas-Hofer-Hütte vorbei südlich zu einigen zerfallenen Hütten am Prantacher Mähder. Die mehrjährige, schwierige Umleitung auf die Riffelspitze existiert also nicht mehr, auch wenn sie in einigen Karten noch eingezeichnet ist. Über steile Grashänge queren wir die Westhänge des Prantachkogels (2326 m), überqueren einen Wildbachgraben und erreichen die Mahdalm (1990 m; gut 2 Std.), einen empfehlenswerten Rastplatz. Mit wenig Höhenunterschied geht es auf einer Kiesstraße weiter zur Hinteregger Alm und zur Hirzerhütte (1983 m; 2.30 Std., 6 km), wo meist viel Betrieb wegen der nahen Bahn herrscht. Nebenan liegt eine urige Geißenalm.

Schlechtwettervariante oder Abstecher nach Meran

Von der Hirzerhütte hinunter nach Klammeben und mit der Seilbahn nach Saltaus ins Passeiertal. Dann mit dem Linienbus nach Meran und dort die Stadt besichtigen. Abends mit der letzten Seilbahn von Naif hoch zu Meran 2000 (2010 m; Piffing) und von dort auf dem Schotterweg Nr. 14 oder dem Wanderweg »M« zur Meraner Hütte (1960 m; 1 Std., 3 km). Variante zu Fuß: Von der Hirzerhütte nach Klammeben (1976 m; 800 m) und immer (!) auf Weg Nr. 40 bleibend weiter: Staffelhütte (1940 m; 2,8 km) – Videgg (1536 m; 4 km) – Streitweideralm (1560 m; 6 km) – Obertaser (1450 m; 8 km) – Greiterhof (8,8 km) – Egger (1506 m; 10,3 km) – Falzeben (1609 m; 4.50 Std., 16 km). Hier endet der Weg Nr. 40, und man kann mit der Seilbahn hoch nach Meran 2000 fahren. Weiter siehe oben.

Über unseren Häuptern lockt die Hirzerspitze mit ihrem Panoramablick. Über ein weites Steinkar sind es noch 700 Höhenmeter bis zur Oberen Scharte (2698 m; 5.15 Std.); die letzten Meter muss man leicht kletternd zurücklegen. Nach einigen Metern auf dem Grat geht rechts der E5 hinunter. Wenn aber der Hirzer (2781 m; 5.30 Std.) nicht, wie so oft, in Wolken gehüllt ist, sollte der kurze Aufstieg (80 Hm) zu ihm unbedingt gemacht werden.

Über die Flächen der Anteranalm geht es durch Schaf- und Pferdeweiden auf dem Gebirgsjäger-Gedächtnissteig weiter. Unterhalb des Schafkamms und der Videgger- und Plattenspitzen quert unser Pfad, bis in südlicher Richtung der Kratzberger See (2130 m; 7.15 Std., 13 km) direkt am Weg liegt. An einem warmen Tag ist ein Bad im eisigen Wasser ungemein belebend, und die Füße sind – wenigstens für eine kurze Weile – nach dem Kneippen fast wie ausgewechselt. Gut abgetrocknet, wegen der Blasen, geht es wieder hinein in die dampfenden Bergstiefel und zum allerletzten Anstieg auf das Missensteiner Joch (2128 m; 7.45 Std., 14,5 km).

Anstatt der erwarteten Einsamkeit findet man hier leider die Stahlträger der Liftanlagen, die Löcher in den Himmel bohren. Ein großes Wegekreuz leitet uns auf dem E5 hinab zur Griebalm und dann relativ eben zur Meraner Hütte (1960 m; 8.15 Std., 15,9 km) – der längste Aufstieg am E5 mit 1510 Höhenmetern ist geschafft! Zur Stärkung gibt es auf der schönen Terrasse (mit Ortlerblick) ein Schnitzel mit Beilagen oder Gulasch mit Knödel und dazu das »Hüttenhexengebräu« – Heidelbeersaft mit Buttermilch.

Wer hier seine Alpenüberquerung beenden will, kann nach der Griebalm auf dem Weg Nr. 14 die Schotterstraße hinuntergehen nach Meran 2000. Mit der Seilbahn geht es dann nach Naif oder Falzeben, wo es einen Busanschluss nach Meran gibt. Achten Sie auf die letzte Bahnfahrt um 17 Uhr (im Sommer bis 18 Uhr)!

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1510 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPfandler Alm (1349 m)
EndpunktMeraner Hütte (1960 m)
TourencharakterSteiler Anstieg zur Riffelspitze und auf den Hirzer, bei dem Schwindelfreiheit gefordert ist. Lange Tour auf teils schwierigen Wegen; bei Schnee und Eis Absturzgefahr. Bei Schlechtwetter s. Variante. Kein Wasser bis zur Mahdalm und am Hirzergipfel Kinder und Genießer: Für Kinder ist diese Etappe mit dem Anstieg auf den Hirzer zwar spannend, aber zu anstrengend. Entweder auf der Hirzerhütte übernachten oder den Schlechtwetterweg (s. Variante) wählen.
Beste Jahreszeit
KartentippTabacco 1:25000, Bl. 011, Meran und Umgebung (empfohlen). Kompass 1:50000, Nr. 121, E5 Süd
MarkierungenAusreichend markiert mit roten Punkten und E5-Zeichen
VerkehrsanbindungVon der Hirzerhütte kann man zur Hirzerbahn (geöffnet von 8.30–17.30 Uhr, im Sommer bis 18 Uhr, Tel. +39/0473/645498) nach Klammeben (1967 m; 20 Min.) absteigen. In Saltaus an der Talstation der Hirzerbahn gibt es Busse nach Meran. Seilbahn Falzeben (von 9–17 Uhr, im Sommer bis 18 Uhr). Talstation Ifinger Seilbahn im Naiftal, Tel. +39/0473/234821, erreichbar mit dem Linienbus 1/A (Fahrten von 9–17 Uhr alle halbe Stunde). 
GastronomieMahdalm; Hirzerhütte; Meraner Hütte
Unterkunft
Mahdalm, Tel. +39/339/4687804 (privat, 6 Plätze, geöffnet Mai–Nov., Ü/F 17 Euro). Hintereggalm, Tel. +39/336/451670 (privat, geöffnet Juni–Okt., Ü/F 17 Euro). Hirzerhütte, Tel. +39/330/515900 (privat, 30 Plätze, geöffnet Mai–Nov., Mehrbettzimmer Ü/F 20 Euro). Meraner Hütte, AVS, Tel. +39/0473/ 279405, www.meranerhuette.it, info@meranerhuette.it (geöffnet 1.5. bis Anfang Nov., AV-Mitglieder im Lager 9 Euro, Zimmer 11 Euro, Nichtmitglieder zahlen das Doppelte). Biwakplätze z.B. zwischen Mahdalm und Hirzerhütte
Tourismusbüro
Marketinggesellschaft Meran (MGM), Gampenstr. 95, I-39012 Meran, Tel. +39/0473/20 04 43

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