Von der Nordrach auf die Moos

Anfangs sehr steile Wald- und Aussichtswanderung, für die festes Schuhwerk erforderlich ist.
Ausgangspunkt ist die wie ein kleines Münster reich gegliederte neugotische Nordracher Ulrichskirche (1905) mit ihrem 63m hohen Turm. Anders als die meisten Kirchen ist sie nicht geostet, sondern wegen des Flusslaufs im engen Nordrachtal nach Nordosten ausgerichtet. Von der Kirche gehen wir auf der Talstraße kurz aufwärts am Friedhof vorbei und folgen dann der Muschelmarkierung des Kinzigtäler Jakobswegs steil links hinauf, bis wir nach gut einer halben Stunde die Wegespinne im Sattel an der Lärchenhütte erreicht haben. Während der Jakobsweg sich nun nach Gengenbach hinabsenkt, folgen wir der K-Markierung des Kandel-Höhenwegs rechts über den aussichtsreichen Katzenstein zur Schutzhütte am Pfaffenbacher Eck (545m); die drei »Friedenslinden« gegenüber der Hütte wurden nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gepflanzt. Der Kandel-Höhenweg führt weiter zum Schnaitberg-Eck und zum Naturfreundehaus auf der Kornebene (640m); auf der bekanntesten Passhöhe zwischen Nordrach- und Haigerachtal plätschert ein erfrischender Brunnen, für Kinder gibt es einen Spielplatz, und in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung Gengenbach wurde im Arboretum ein Lehrpfad auf der durch den Orkan Lothar 1999 entstandenen Kahlfläche angelegt. Von der Kornebene führt der Kandel-Höhenweg bequem aufwärts zum Geisschleifsattel mit dem Grimmelshausen-Denkmal und zum Moosturm. Der Abstieg ab dem Geisschleifsattel erfolgt auf dem Querweg Gengenbach – Schapbach – Alpirsbach. Vom Geisschleifsattel führt der Querweg hinab zum Walderholungsplatz Hilseck mit Grillstelle, Brunnen, Spielplatz und Schutzhütte; unterhalb dieses Platzes stand einst der Namen gebende Hilshof, dessen Grundmauern noch deutlich zu erkennen sind. Im weiteren Verlauf bietet der Querweg mehrfach wunderschöne Ausblicke ins Nordrachtal, passiert schließlich das Wanderheim Sonnenhaus (540m) der Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Offenburg und senkt sich dann – zuletzt auf der Stichstraße – hinab zur Bushaltestelle in Bärhag im Nordrachtal.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPfarrkirche in Nordrach.
EndpunktBushaltestelle in Nordrach-Bärhag.
TourencharakterDie Wanderung aus dem Nordrachtal zum Moosturm zählt zu den schönsten und aussichtsreichsten im mittleren Schwarzwald. Für Familien mit kleinen Kindern ist sie zu steil; sie starten am Parkplatz am Ende der zum Gasthaus Hoferer (Moosbach) führenden Stichstraße.
KartentippFreizeitkarte 1:50000 Blatt 503 Offenburg/Naturpark Schwarz- wald Mitte Nord Blatt 3 (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg) oder ADAC Wander & Rad Karte Schwarzwald Blatt 5 Renchtal Offenburg.
MarkierungenMuschel (Jakobsweg), rote Raute mit weißem K (Kandel- Höhenweg), blaue Raute auf gelbem Untergrund (Querweg), gelbe Raute und namentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungA5 Basel – Karlsruhe Ausfahrt Offenburg und auf der B33 an Offenburg vorbei nach Biberach, dort weiter via Zell am Harmersbach nach Nordrach. Nordrach ist nicht an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Das private Nordracher Bus- und Taxiunternehmen Schnurr, eines der ältesten in Baden, bedient die Linie Zell – Nordrach; Büro Nordrach Tel. 07838/241, Büro Zell am Harmersbach Tel. 07835/63880
GastronomieNordrach, Naturfreundehaus Kornebene (bewirtschaftet an Wochenenden und in den Schulferien).
Tipps
Das Moos-Panorama Die aussichtsreiche Hohe Moos mit dem Mooskopf (875m) ist der Hausberg von Gengenbach, aber nicht nur aus dem Kinzigtal, sondern aus allen umliegenden Tälern – Renchtal, Haigertal, Nordrachtal – führen Wanderwege auf die waldfreie Kuppe, deren hervorragendes Panorama schon Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen in seinem Dreißigjährigen-Krieg-Roman »Simplicissimus« (1668/69) beschrieb. Ein Gedenkstein am Geisschleifsattel (683m) erinnert daran, dass der Titelheld von Grimmelshausens Roman eine Zeitlang als Einsiedler auf der Moos lebt. Um das von Grimmelshausen beschriebene Panorama auch bei Bewaldung erlebbar zu machen, ließ der Schwarzwaldverein 1890 den Moosturm errichten, einen 25m hohen Aussichtsturm aus Sandstein. Seit der Orkan Lothar an Weihnachten 1999 den Wald von der Moos fegte, ist der Aussichtsturm auf der kahlen Kuppe nun von allen Seiten und selbst vom Mont Sainte-Odile, vom Tænnchel und vom Grand Ballon in den Vogesen aus sichtbar: Bis dorthin reicht an klaren Tagen die Sicht, auch die Hornisgrinde und der Kniebis sind sichtbar, im Süden zeigen sich der Kandel und noch weiter südlich der 90km entfernte Feldberg, während bei Inversion die Schweizer Alpen am Horizont stehen.
Tourismusbüro
Tourist-Info Nordrach, Im Dorf 26, 77787 Nordrach, www.nordrach.de; Tourist-Information Gengenbach, Im Winzerhof, 77723 Gengenbach, www.stadt-gengenbach.de

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