Von der Kanzelwand auf den Schüsser

Die Seilbahn bringt uns hoch hinauf. Trotzdem ist die Tour wegen des Anstiegs zum Schüsser keine leichte Wanderung, da uns dort einige ordentliche Kletterpassagen erwarten, die entsprechende Sicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzen. Abstieg auf gut markierten Pfaden; gegen Ende ein längerer, gemütlicher Spaziergang zurück nach Riezlern. (Autor: Gerald Schwabe)
13 km
1100 m
4.00 h
Start an der Kanzelwandbahn Die Bahn bringt uns – meist ohne Wartezeit – schnell hinauf auf 1957 Meter Höhe. Unmittelbar gegenüber der Bergstation erhebt sich die kleine Felsspitze der Kanzelwand. Der Weg zieht sich hinauf zu einer kleinen Scharte am Übergang ins Warmatsgundtal. Von dort sind es nur noch wenige Meter hinauf zum Gipfel der Kanzelwand (2057m). Der Anstieg ist ein wenig schroff und felsig und erfordert entsprechende Trittsicherheit, bietet aber ein prächtiges Panorama, sowohl hinüber ins Stillachals auch ins Kleinwalsertal. Kletterei mit Aussicht Zurück an der Scharte folgen wir für wenige Schritte dem Wegweiser zur Fiderepasshütte, gehen links um einen Felssporn herum und stehen bald wieder auf dem Grat. Der nicht markierte, aber breite und gut erkennbare Pfad führt über eine felsige Erhebung hinweg, ehe schließlich der eigentliche Anstieg zum Schüsser beginnt. Der Gratweg ist meist gut erkennbar, manchmal muss man die Hände einsetzen, aber trittsichere Wanderer stellt er vor keine ernsten Probleme. Kurz nachdem von rechts der Normalweg hinaufkommt, haben wir den Gipfel des Schüsser (2170m) erreicht, wo uns ein fantastischer Rundumblick belohnt. Tief unter uns breitet sich das Kleinwalsertal in seiner ganzen Pracht aus. Während die Nordwand des Schüsser als Felswand jäh in die Tiefe stürzt, wird der steile Südhang von einer schönen Wiese eingenommen, auf der wir zur Wannen-Alpe (1821m) hinabsteigen. Dort wenden wir uns nach links, passieren nach wenigen Metern einen Abzweig hinauf zur Fiderepasshütte und wandern im weiten Bogen durch Latschen bestandene Hänge leicht bergab zur Vorderen Wilden-Alpe (1650m). Ein steiler Abstieg bringt uns von dort hinab zur Flucht-Alpe (1390m). Ab hier wird aus der Wanderung eher ein gemütlicher Spaziergang. Auf breiten Wegen laufen wir allmählich das gut besuchte Wildental bergab, halten uns an der Kreuzung bei der Oberen Wies-Alpe (1298m) geradeaus und folgen immer den Wegweisern nach Riezlern. Der Weg verläuft meist durch schöne, offene Wiesen, vorbei an vereinzelten Gehöften, und immer etwas erhöht über dem Talboden auf dem sonnendurchfluteten Westhang. Wir kommen so direkt zur Seilbahnstation in Riezlern. Variante Wen die Aussicht auf – für trittsichere Wanderer problemlos machbare – Kletterpassagen im Aufstieg abschreckt, kann den Schüsser auch über einen etwas längeren Alternativanstieg »rechts herum« erklimmen (entsprechende Beschilderung ab Kanzelwand-Bergstation).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortRiezlern, 1086m
AusgangspunktKanzelwandbahn-Talstation/ -Bergstation, 1957m
EndpunktKanzelwand (2057m); Schüsser (2170m)
TourencharakterVorweg ein paar Hinweise zu den Gipfelnamen: Der auf deutschen Karten Schüsser genannte Gipfel heißt bei den Österreichern Hammerspitze. Die Österreicher haben etwa 1,5 Kilometer Luftlinie südwestlich auch einen Schüsser, der im Allgäu wiederum Hammerspitze heißt. Bei den Wegweisern heißt es also aufzupassen! Wir steuern jedenfalls den »deutschen« Schüsser an – einen prächtigen Aussichtsberg mit einer Prise Kletterei – und schließen die Runde zurück durchs Wildental.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 8 Allgäuer Alpen 1:50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt; Zumstein Wanderkarte Nr. 4 Oberstdorf
VerkehrsanbindungBus nach Riezlern; Parkplatz in Riezlern an der Talstation
GastronomieBergrestaurant Kanzelwandbahn, 1957m; Flucht-Alpe, 1390m; Obere Wies-Alpe, 1298m
Höchster Punkt
Schösser (2170 m)

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Gerald Schwabe

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