Von Cunnersdorf zum Katzstein

Einfache Wanderung auf Wald- und Wiesenweg; schöne Aussicht vom Katzfels und vom Signal (Autor: Tassilo Wengel)
6 km
194 m
2.00 h
Von Cunnersdorf zum Spitzsteinweg.
Der Ort Cunnersdorf, eine alte deutsche Gründung, die zwischen 1379 und 1454 kurzzeitig zu Böhmen gehörte, liegt etwa 270 bis 320 Meter hoch. Eingebettet in eine Talmulde, wird er vom Cunnersdorfer Bach durchflossen. Das Ortsbild wird geprägt von zahlreichen denkmalgeschützten Höfen und Umgebindehäusern. Mehrere gemütliche Gaststätten laden zum Verweilen ein. Besonders empfehlenswert ist das Waldbad mit solarbeheiztem Wasser unweit der gemütlichen Katzsteinbaude.
Unsere Wanderung beginnt auf der gegenüberliegenden Straßenseite beim Gasthof Erbgericht, wo zwischen Gasthof und kurfürstlichem Forsthof, auch Friesenhof genannt, an einer Übersichtstafel der Lehrpfad zum Katzstein mit der Markierung grüner Schrägstrich beginnt. Im Friesenhof, einem ansehnlichen Dreiseitenhof mit Fachwerkobergeschoss auf einem Sandsteinunterbau, Torhaus und Wirtschaftsgebäuden, amtierte bis 1604 der Lehnrichter, Oberforst- und Wildmeister Georg von Kreß, der das »Erbgericht« erbauen ließ. Zunächst wandern wir auf einer leicht ansteigenden Asphaltstraße am Alten Mühlenwehr vorbei und gewinnen zwischen Wie- sen gehend auf der Winterleitenstraße zunehmend an Höhe. Von hier haben wir eine schöne Aussicht auf das zwischen den Hügeln eingebettete Cunnersdorf sowie nach links zum Müllerstein (436 m) und nach rechts zum Spitzen Stein (410 m).
Auf einem Schotterweg gelangen wir in den Wald, wo neben Fichten auch Traubeneichen und Birken auffallen. Wer in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden hier wandert, kann mit etwas Glück Hirsche und Rehe sehen, die auf dem Weg zu den saftigen Wiesen sind. Wir erreichen den Rastplatz Winterleite, einen Treffpunkt für Försterwanderungen. Eine Tafel informiert über häufig vorkommende Pilze in der Gegend, zu denen die essbaren Steinpilze, Birkenpilze, Rotkappen, Maronen und Perlpilze gehören.
Aufstieg zum Katzstein.
Wir erreichen eine Wegkreuzung und biegen rechts in den Spitzsteinweg (Sandweg) ein. An einem Sitzplatz führt der erste Abzweig zum Katzstein hinauf, dem wir aber nicht folgen, wir gehen weiter geradeaus. Bald kommen wir abermals zu einem Wegweiser zum Katzstein. Hier biegen wir in den Mäusebornweg ein und wandern nun auf einem etwas steiler nach oben führenden Weg zum Katzstein (444 m) hinauf. Er bildet mit dem Katzfels (474 m) ein Bergmassiv, das bis zum »Signal«, der Nordspitze des Katzsteins, reicht. Der Name leitet sich von der früher hier vorkommenden Wildkatze ab, das letzte Tier wurde hier 1809 erlegt. Das »Signal« war ein Waldbrandwarnpunkt des ehemaligen staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Königstein. Den Aussichtspunkt Katzfels (474 m) mit herrlicher Weitsicht erreichen wir über eine Metallleiter. Von hier bietet sich ein schö- ner Rundblick vom Falkenstein und den Schrammsteinen über Zirkelstein und Zschirnsteine bis zum Hohen Schneeberg. Nach einer Rast folgen wir dem Lehrpfad mit der Markierung grüner Querstrich weiter und wandern nun über eine schöne Hochfläche, auf der ein Bestand von Birken mit ihren blendend weißen Stämmen auffällt. Wir erreichen einen überdachten Sitzplatz zwischen imposanten Felsen und biegen hier scharf nach rechts, um abzusteigen. Vorher sollten wir noch vom Aussichtspunkt »Signal« einen Blick auf die schöne Landschaft werfen. Das Panorama reicht von Nordwesten nach Osten, vom Spitzstein über die Festung Königstein zum Pfaffenstein, über den Lilienstein nach Gohrisch und von Papststein und Lasensteinen bis zum Zschirnstein. Im Hintergrund sind weitere »Steine« wie Falkenstein, Schrammsteine, Kaiserkrone und Zirkelstein zu sehen.
Rast in der Katzsteinbaude.
Unser Abstieg führt nun an Felsen vorbei, die mit ihren Löchern an Bienenwaben erinnern. Was es damit auf sich hat, darüber informiert eine Tafel ausführlich. Der Weg führt nun an einem Sitzplatz vorbei, leitet uns über Stufen abwärts und erreicht wieder den Spitzsteinweg. Hier biegen wir nach rechts, überqueren bald eine Wegkreuzung und wandern auf dem Rosenthaler Steig weiter. An einer weiteren Kreuzung schwenken wir nach rechts und wandern nun gemütlich auf einem breiten Waldweg in Richtung Cunnersdorf.
An unserem Weg liegt die Katzsteinbaude, wo sich eine Rast bei deftiger und preiswerter Küche lohnt. Gestärkt geht es weiter und nach wenigen Metern lockt das Freibad an heißen Sommertagen zu einer Abkühlung. Gegenüber ist eine kleine Ansammlung von Raritäten zu bewundern, zu denen die Wettinplatte gehört, eine Gedenkplatte, die an die kurfürstlich-wettinische Dynastie erinnert. Sehenswert ist am rechten Wegrand auch die Nachbildung eines Kohlemeilers mit Erläuterungen. Wir wandern am Cunnersdorfer Bach entlang und kommen am Alten Floßwehr von 1840 vorbei. Es diente einst der Holzflößerei von Taubenteich und Fuchsteich nach Cunnersdorf und Königstein. Bald treffen wir auf die Hauptstraße in Cunnersdorf, halten uns links und erreichen bald den Ausgangspunkt unserer Wanderung.

GEHZEITEN.
Cunnersdorf – Katzstein 11/4 Std. – Cunnersdorf 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied194 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktCunnersdorf, Gasthof Zum Erbgericht
EndpunktCunnersdorf, Gasthof Zum Erbgericht
TourencharakterDas linkselbische Gebiet zwischen der Landesgrenze zu Tschechien und den Bärensteinen im Elbbogen bei Rathen ist ein sehr eigenständiges Wanderrevier mit zahlreichen Tafelbergen und »Steinen«. Denn hier hat die Elbe vor Jahrtausenden die Ebenheiten ausgewaschen und beim Mäandrieren zahlreiche »Steine« stehen gelassen. So bestimmen heute schöne Ausblicke von der Höhe und weite Aussichten in die dazwischen liegenden Ebenheiten das Wandervergnügen. Auf dem gemütlichen, aber reizvollen Spaziergang auf dem Naturlehrpfad zum Katzstein bei Cunnersdorf erfährt der Wanderer zudem viel Wissenswertes über die hiesige Natur und kommt in den Genuss des Ausblicks vom Katzfels.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 44
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A4 oder A13 bis zur Anschlussstelle Dresden Altstadt und durch Dresden Richtung Pirna oder bis Autobahndreieck Dresden-West, auf der A17 bis Anschlussstelle Pirna und auf der B172 über Pirna bis Königstein, hier Richtung Bielatal und beim nächsten Abzweig nach Cunnersdorf. Mit der S-Bahn bis Königstein, weiter per Bus bis Cunnersdorf
GastronomieCunnersdorf - Landgasthof & Hotel Zum Erbgericht, Cunnersdorfer Str. 30, Tel. 035021/991–0
Tipps
EINKEHR-TIPP. In der Ortsmitte von Cunnersdorf liegt der traditionsreiche Gasthof Zum Erbgericht. Früher war hier die Gerichtsbarkeit untergebracht, heute ist das schöne Anwesen ein empfehlenswerter Gasthof mit modern eingerichteten Zimmern und mehreren Gasträumen – u.a. die historische Gerichtsklause, die Ratsstube und das Jagdzimmer – sowie einem Biergarten. Bei ausgezeichneten bodenständigen Gerichten kann man sich in historischem Ambiente verwöhnen lassen.
Unterkunft
Cunnersdorf - Landgasthof & Hotel Zum Erbgericht, Cunnersdorfer Str. 30, Tel. 035021/991-0, www.landhotel-erbgericht.de
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt, Kurhaus Gohrisch, Königsteiner Str. 14, 01824 Kurort Gohrisch, Tel. 035021/7660, www.gohrisch.de

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