Von brennenden Lärchen und fliegenden Hexen

Gemütliche Höhenwanderung auf bequemen Wald- und Wiesenwegen; ideale Wanderung für Familien ohne große Höhenunterschiede; auch mit dem Fahrrad absolvierbar; herrliche Rundblicke. (Autor: Peter Mertz)
6 km
300 m
3.00 h
Saltner Sagenweg Entlang des Hauptwegs hat man einen Sagenweg geschaffen, der aus 12 Stationen besteht und einige Sagen des Kulturraums präsentiert. Es muss dabei aber nicht nur gelesen werden, denn schon bei der ersten Station erkennen wir, dass die Sagen mit großen Schaubildern, Figuren oder ähnlichen Kunstwerken inszeniert sind. Plötzlich fliegen bunte Vögel in einer Baumkrone oder abenteuerliche Hexen tanzen an den unteren Ästen einer Lärche. Lebensgroße Figuren stehen am Wegesrand oder wollen zwischen den Lärchen entdeckt werden, zum Beispiel ein aus Baumrinde gefertigter Adler.Die Wanderroute Der muntere und abwechslungsreiche Sagenweg beginnt oberhalb des Gasthauses Edelweiß auf ca. 1500 Metern und kann gemütlich in drei Stunden absolviert werden. Dabei sind knapp 270 Höhenmeter zu überwinden. Wir lassen das Auto auf den großen Parkplätzen am Beginn der Wanderwege stehen und folgen zunächst dem breiten Waldweg. In ca. 25 Minuten wird das Gasthaus Edelweiß erreicht. Hier bleiben wir auf der breiten Fahrstraße, die auch mit Weg 1 oder Fernwanderweg 5 bezeichnet ist. Wegweiser geben die Richtung zu unserem Ziel an, den Gasthof Langfenn am Nordrand des Salten. Bald nach dem Gasthaus Edelweiß beginnt der Weg in Richtung Saltner Höhe anzusteigen. Schon von Weitem fällt ein schlossähnliches Gebilde am rechten Wegrand auf, das den Beginn des Sagenwegs bedeutet. Dabei geht es um Schloss Greifenstein, das in der gleichnamigen Sage auch »Sauschloss« genannt wird.Unsere Route verläuft nun stets am Hauptweg quer über den Salten, während nach links die Route zum Tschaufenhaus abzweigt. Wir wandern in nördlicher Richtung in die Lärchenwiesen hinein, die bereits vor mehr als 500 Jahren vom Menschen zu Weidezwecken angelegt wurden. Sie gelten zusammen mit den zahlreichen Stadeln als altes Kulturgut und bergen eine Menge an seltenen Pflan-zen. Wir schlendern an eingezäunten Weiden vorbei und kommen bald zu den nächsten Stationen, dem weinenden Teufel und der versunkenen Stadt. Diese wird als großes Stofftuch auf der Holzwand eines Heustadels präsentiert.Über die Langfenner Wiesen Nach einer Kuppe lädt die Butterhexe von Afing als lebensgroße Figur am Wegesrand zu einem Halt ein. Sobald zahlreiche Filzfiguren und bunte Wollknäuel aus einer Lärche herunterhängen, haben wir die Sage vom endlosen Knäuel erreicht. Später folgt die Sage von Tille, der gefangenen Jungfrau, die auf einem Besen durch den Lärchenhimmel reitet. Ein Greifvogel aus Rinde, der etwa zwei Meter groß ist und in einer Lärche aufgehängt wurde, verkörpert die Sage, wie die Burg Greifenstein zu ihrem Namen kam. Nach gemütlichem Schlendern auf dem prächtigen Wanderweg flattern plötzlich bunte Vögel aus einer Lärche und verkörpern die Sage »Vögel bestimmen den Bauplatz«. Hinter zwei Lärchen warten der Pitscher Hansel zusammen mit zwei weiteren lebensgroßen und gekleideten Holzfiguren, um seine Sage zu erzählen. Sobald wir rechts des Weges eine schleierverhüllte Figur erreichen, die in einer Lärche hängt, sind wir bei der Sage von der verliebten Fee vom Maier in Glaning angekommen. Ein bunter Mantel steht für die Sage vom ausgezahlten Geist, während der Drache vom Schloss Rafenstein als drei Meter hohe, bunte Holzskulptur unmittelbar am Wegesrand steht. Eine auf einem Zaun liegende Holzfigur verrät uns die Sage von den Goldegger Höfen. Ein ruhender Hirte, der an einem Lärchenstamm die Landschaft des Salten genießt, gehört zur Sage des zerkratzten Mähers. Zuletzt folgt der Rabenbühel, wo sich mit den fliegenden Hexen die letzte Station des Sagenwegs ankündigt. Sie erzählen die Sage von den Hexenlöchern auf dem Rappenbichl – drei kreisrunde Löcher, die hier auf diesem Bühel gefunden wurden. Wer die Tour noch fortsetzen will, erreicht in 30 Minuten den Gasthof Langfenn mit der kleinen St. Jakobskirche, wodurch sich die Gesamtgehzeit auf 3.30 Stunden verlängert.Eine Tour zu jeder Jahreszeit Übrigens, die Tour hat zu jeder Jahreszeit ihren Reiz. Im späten Frühjahr sprießen die Trollblumen und viele andere Wiesenkräuter, im Sommer genießen wir das satte Grün der Lärchen-waldungen, das im Herbst zu einer orange flammenden Kulisse für die Stationen des Sagenwegs wird. Selbst im Winter bieten die sonnendurchfluteten Lärchenwaldungen ein reizvolles Wandergebiet, nicht zuletzt mit Schneeschuhen.

Parkplatz – Gasthof Langfenn 1.45 Std., Langfenn – Parkplatz 1.45 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied300 m
Dauer3.00 h
AusgangspunktParkplatz an den Wanderwegen zum Salten, ca. 1,5 km nördlich von Jenesien (1010 m).
EndpunktParkplatz an den Wanderwegen zum Salten, ca. 1,5 km nördlich von Jenesien (1010 m).
TourencharakterIm Lärchenparadies oberhalb von Bozen Der Tschögglberg am Nordrand von Bozen gehört zusammen mit dem Ritten zu den traditions-

reichen Sommerfrischen der Bozner Bürger. Die Kühle der Hochplateaus erlaubt auch im August erholsame Wanderungen in traumhaften Landschaften, die weitreichende Rundblicke auf die Bergwelt der Dolomiten, der Sarntaler Alpen und sogar bis zum Ortler ermöglichen. Wir besuchen auf dieser Sagenwanderung den Salten, der auch als Reich der Lärchen gilt. Lichte Lärchenwiesen, die im Herbst in allen Orange- und Brauntönen flackern, breiten sich auf der knapp 1500 Meter hohen Porphyrkuppe

aus und werden auf sanften, überaus familiengerechten Wanderwegen durchquert.
KartentippFreytag & Berndt, Blatt WKS 1 Bozen, Meran und Umgebung, 1:50 000; Tabacco Blatt 034 Bozen – Ritten – Tschögglberg, 1:25 000.
MarkierungenRot-weiße Markierung des Fernwanderwegs, Wegweiser.
VerkehrsanbindungVon der A22 bei Bozen Nord ausfahren und den Schildern in Richtung Sarntal, Jenesien folgen. Hinter Gries erfolgt die 9 km lange Auffahrt nach Jenesien, dort bis zum Parkplatz am Beginn der Wanderwege. Anfahrt mit Bus/Seilbahn Buslinie von Bozen bis Jenesien zur Berg- station der Seilbahn; mit der Seilbahn von Gries nach Jenesien.
GastronomieGasthaus Locher in Jenesien, Gasthaus Edelweiß, Gasthof Langfenn an der Wende der Wegroute.
Informationen
Am Weg zurück kann man Varianten Richtung Tschaufenhaus oder Gschnofer Stadl einschlagen. Alle Routen sind bestens markiert und leiten zum Gasthaus Edelweiß zurück. Jenesien Jenesien ist die Hauptsiedlung des Tschögglbergs. Das kleine Örtchen in son- niger Lage breitet sich mit mehreren Weilern am beginnenden Südabfall des Vorbergs aus und ist von Bozen über eine Seilbahn erreichbar. Im Frühjahr sind die Lärchenwiesen überfüllt mit Krokussen, während im Herbst die Lärchen orange gefärbt sind und ein grandioses Landschaftsbild malen. Der geologische Aufbau des Tschögglbergs ist dem des Ritten sehr ähnlich. Quarzporphyr und vulkanische Tuffe bilden die Basis, die zwischen 1100 und 1300 Metern Höhe allmählich in den Grödner Sandstein übergehen. Die Hochebene bietet heute noch das Bild einer alten, gut gepflegten Kulturlandschaft mit vom Menschen geschaffenen Lärchenwiesen.

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