Von Benediktbeuern zum Walchensee

Landschaft, Kultur und Technik – die Gegend um das Kocheler Moos kann von allem etwas bieten, und zwar herausragende Objekte. So beginnen wir mit dem altehrwürdigen Kloster in Benediktbeuern und steuern von dort den Kochel- und Walchensee an. (Autor: Armin Scheider)
14 km
315 m
3.00 h
Im Kloster Benediktbeuern. Es war im Jahr 739, als das bayerische Uradelsgeschlecht der Huosi und der hl. Bonifatius das Kloster Benediktbeuern gründeten. Somit ist es heute das älteste Urkloster im bayerischen Alpenvorland. Über Jahrhunderte hinweg Benediktinerabtei, wurde die Anlage 1930 von den Salesianern Don Boscos erworben, die sich besonders der Bildung und Erziehung junger Menschen widmen. Deshalb beherbergt das Kloster heute auch zwei einschlägige Hochschulen - die Philosophisch-Theologische Hochschule und die Katholische Stiftungsfachhochschule für Sozialwesen. Das jetzige Aussehen des Klosters geht auf das letzte Drittel des 17. Jahrhunderts zurück, in dem die Anlage neu errichtet wurde. Wer das Kloster besichtigen möchte, konzentriere sich auf die Klosterkirche, die 1681–1686 neu erbaut wurde und anspruchsvoll ausgestattet ist. Auffallend der üppige Stuck, die Deckengemälde von Hans Georg Asam, der Hochaltar, ein monumentaler Triumphbogenaltar aus rotem Marmor sowie eine Vielzahl von Kapellen, jede von ihnen kostbar eingerichtet. Die schönste und kunstgeschichtlich bedeutendste ist die von außen zugängliche Anastasiakapelle, ein Rokokojuwel (1750– 1753) von Johann Michael Fischer. Hier haben berühmte Künstler ihrer Zeit wie Johann Michael Feichtmayr (Stuck), Johann Jakob Zeiller (Deckengemälde), Ignaz Günther (Altar der Immaculata) und Johann Baptist Zimmermann (Altarblatt) Spuren hinterlassen. Zum Schluss noch der Hinweis auf die Historische Fraunhofer-Glashütte im Kloster, heute ein Museum (tgl. 9–17 Uhr), damals ein mathematisch-optisches Institut, in dem wegweisende Linsen und optische Geräte entwickelt wurden. Abstecher zum Freilichtmuseum Glentleiten. Sechs Kilometer westlich von Kochel auf einer Anhöhe über dem Kochelsee gelegen, ist das Freilichtmuseum Glentleiten das in seiner Art größte in Oberbayern. Rund 40 ländliche Gebäude aus dem Alpenvorland, die zu verfallen drohten, wurden hierher gebracht und original wiederaufgebaut, darunter Höfe, Ställe, Scheunen, Handwerksbetriebe und sogar Almhütten. Die Räume – Stuben, Küchen, Stallungen und Werkstätten – sind eingerichtet und geben Einblick in die Wohn- und Arbeitswelt früherer Tage. Handwerker verschiedener Zünfte wie Hafner, Wagner oder Schmied demonstrieren alte Handwerkstechniken. So erhält man einen Eindruck nicht nur vom Leben in großen stattlichen Höfen, sondern auch vom äußerst bescheidenen Alltag der Kleinhäusler, Tagelöhner und Handwerker. Das Museum ist offen von April bis Oktober täglich außer Montag von 9–18 Uhr, im Juli und August täglich. Besuch im Walchenseekraftwerk. Noch heute ist das seit 1924 betriebene Walchenseekraftwerk größtes Hochdruck-Speicher-Kraftwerk im Alpenvorland und eines der größten in Deutschland. Seine Grundfunktion: Ausnutzung des Höhenunterschiedes von 200 Metern zwischen Walchen- und Kochelsee zur Gewinnung elektrischer Energie. Das Wasser des Walchensees wird durch sechs Rohre nach unten geleitet und treibt dort Turbinen an. Die Drehbewegung der Turbine wird auf den Generator übertragen, der seinerseits den Strom erzeugt. Das Walchenseekraftwerk ist ein Spitzenlastkraftwerk, das heißt, es erreicht aus dem Stand in Minutenschnelle seine Höchstleistung und arbeitet daher vor allem in Zeiten des Spitzenbedarfs. Im Informationszentrum des Kraftwerks (tgl. 9–17 Uhr) können Sie Näheres erfahren. Wanderung zum Jochberg. Wenn nach Bergen gefragt wird, die eine grandiose Aussicht bieten und dennoch leicht und schnell zu besteigen sind, muss an vorderster Stelle der Jochberg genannt werden. 1567 Meter hoch, ist er in knapp zwei Stunden zu bezwingen. Die markierte Route startet nahe dem Parkplatz auf der Passhöhe der Kesselbergstraße und führt sogleich steil im Wald nach oben. Dann folgt eine Weggabelung, an der die linke Abzweigung zum Gipfel führt. Die Aussicht ist phänomenal: nach Süden über Karwendel- und Wettersteingebirge bis zu den Zentralalpen, nach Norden bis weit hinaus ins Alpenvorland, wo nicht weniger als sieben große Seen im Blickfeld liegen. Zurück geht es über die Jocher-Alm, wo es zur Brotzeit hervorragenden Südtiroler Speck gibt, zur bereits erwähnten Weggabelung und dann wieder hinunter zur Kesselbergstraße. An den Ufern des Walchensees. Der Walchensee ist mit 16,4 Quadratkilometern Fläche größter Gebirgssee der Bayerischen Alpen und mit bis zu 194 Metern Tiefe neben dem Königssee auch der tiefste. Er glänzt aber auch in anderer Hinsicht. Gerühmt werden seine wunderschönen Licht- und Farbstimmungen, vor allem im Herbst, seine anmutige Lage zwischen den bewaldeten Hängen des Estergebirges und nicht zuletzt sein Wassersportangebot, das besonders von Surfern wegen der beständigen Winde auf dem See geschätzt wird. Außerdem gilt er als besonders geheimnisvoll, ranken sich doch manche Gerüchte über unterirdische Kanäle und versunkene Schätze um den See. Große »Walchensee-Fans« waren unter anderem König Ludwig II. und der Maler Lovis Corinth. Sattsehen an dem See und seiner Gebirgskulisse können Sie sich bei einer ausnehmend schönen Wanderung von Urfeld nach Niedernach, dem reizvollsten, weil verkehrsfreien und ruhigsten Uferabschitt des ganzen Sees. Die Route läuft immer am Ostufer entlang und zeigt an vielen Stellen begeisternde Landschaftsbilder. Nach Einkehr in die Waldschänke geht es auf gleichem Wege wieder zurück, was zusammen eine Strecke von rund 13 Kilometern ergibt.

Länge - Autorundfahrt: ca. 40 km (Benediktbeuern–Glentleiten–Walchensee) Wanderung 1: ca. 6 km Wanderung 2: ca. 13 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied315 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKloster Benediktbeuern Autobahnanfahrt von München auf A 95 bis Sindelsdorf oder B 11 über Wolfratshausen (ca 65 km) Bahnverbindung München–Benediktbeuern
TourencharakterLandschaft, Kultur und Technik – die Gegend um das Kocheler Moos kann von allem etwas bieten, und zwar herausragende Objekte. So beginnen wir mit dem altehrwürdigen Kloster in Benediktbeuern und steuern von dort den Kochel- und Walchensee an.
Und das erwartet Sie unter anderem -
das älteste Urkloster im bayerischen Alpenvorland;
das größte bäuerliche Freilichtmuseum Oberbayerns;
das größte Hochdruck-Speicher-Kraftwerk der Region;
der tiefste See der bayerischen Alpen.
Beste Jahreszeit
GastronomieBenediktbeuern Gasthof Klosterstüberl Biergarten, kein Ruhetag Kochel Gasthof »Zur Post« Biergarten, kein Ruhetag Glentleiten Alpengasthof Kreut-Alm Biergarten, kein Ruhetag Urfeld Apart Hotel »Post« Seeterrasse, kein Ruhetag Niedernach Gaststätte Waldschänke Terrasse, Do. und Fr. Ruhetage
Tourismusbüro
Benediktbeuern Tel. 0 88 57/248 www.benediktbeuern.de Kochel am See Tel. 0 88 51/338 www.kochel.de Walchensee (Ort) Tel. 0 88 58/411 www.walchensee.de
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