Von Bad Wiessee nach Wildbad Kreuth

Die Drei-Bäche-Tour.
Gemütliche Streckenwanderung auf überwiegend breiten Wegen durch drei verschiedene Bachtäler. Im Gegensatz zum überwiegend flachen Anstieg ist der Abstieg von der Schwarzentennalm in das hintere Tegernseer Tal etwas steiler. (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
13 km
320 m
3.00 h
Von Bad Wiessee in das Söllbachtal.
Wer mit dem Bus anreist, steigt am besten bei der Station Kurpark Abwinkl in Bad Wiessee aus. Von der Hubertusstraße gelangt man über den Söllbachdammweg und die Söllbachtalstraße rasch zum Parkplatz am Eingang des Söllbachtals (Wanderweg WA 6).
Weiter geht es auf der Straße talein bis zur Söllbachklause. Schade, dass die schattige Einkehr so früh auf der Strecke liegt: Somit werden die meisten den kulinarischen Verlockungen wie Kartoffelrösti mit Schinken oder süßen Leckereien wie Blaubeer-Joghurt-Torte und Apfelstrudel mit Zimteis wohl widerstehen können.
Die Forststraße steigt auch nach der Söllbachklause nur leicht an; der rauschende Söllbach ist unser ständiger Begleiter. An manchen Stellen findet man Durchschlupf zu seinem steinigen Ufer; vereinzelt staut sich das klare Quellwasser in kleinen Gumpen, die zumindest für ein Fußbad taugen. In Bachnähe wuchern in Grün- und Gelbtönen leuchtende Farne und Knöterichgewächse mit bemerkenswert geformten Blättern, die zum Teil größer sind als Menschenhände. Besonders fotogen zeigen sich die Pflanzen im vereinzelt durchdringenden Sonnenlicht.
Eigentlich müsste der Söllbach nach Schwefel riechen, nachdem er von einem Seitenbach aus dem so genannten Stinkergraben gespeist wird. Dieser Name basiert auf einer Schwefelwasserquelle unterhalb des westlich gelegenen Hirschtalsattels, der auf dem mit »SK« bezeichneten Wanderweg erklommen werden kann. Die Quelle ist jedoch so gut wie erloschen. Wir wandern weiter talein und ignorieren die Abzweigungen zum Hirschtalsattel und Bauer in der Au. Nach einer kurzen Steilpassage ändert sich der Landschaftscharakter abrupt: Auf einmal fließt der Söllbach nicht mehr durch den engen Taleinschnitt, sondern durch die weitläufigen Almwiesen eines malerischen Hochtals. Im Süden stehen Roß- und Buchstein, dessen charakteristische Felsgipfel das hintere Tegernseer Tal prägen. In der Einsattelung zwischen den beiden Gipfeln liegt etwas luftig die Tegernseer Hütte, umgeben von beliebten Kletterrouten. Auf der anderen Talseite ist der Leonhardistein erkennbar, der von der Kreuther Seite jedoch weitaus imposanter wirkt. Der Gipfel des Hirschbergs hingegen versteckt sich in östlicher Richtung hinter dem aufstrebenden Waldgürtel.
Schön gelegene Schwarzentennalm.
Bald taucht die »Schwarze Tenn« mit vielen Kühen und Hühnern auf. Nichts spricht gegen eine Einkehr in der gemütlichen Alm, zumal sie fast komplett von einer Terrasse umgeben ist und wir also je nach Gemütsverfassung einen Sonnen- oder Schattenplatz ergattern können. Für Leute mit Kinderwagen ist dies ohnehin Zielpunkt der Wanderung, da sich der folgende Weg dafür nicht mehr anbietet. Die Alm liegt übrigens nicht nur im Quellgebiet des Söllbachs, sondern auch des ins hintere Tegernseer Tal abfließenden Schwarzbachs – unser neuer Begleiter.
Wir folgen dem jungen Bachlauf in südöstliche Richtung. An der Stelle, an der der Fahrweg zur Buchstein-Hütte abzweigt, wechseln wir die Bachseite, passieren einen kleinen Wasserfall und wandern den Waldsteig in Sicht- und Hörweite des Bachs abwärts. Alternativ könnte man den breiteren Fahrweg auf der anderen Bachseite für den Abstieg wählen, doch diese Variante ist weniger attraktiv und kreuzt zudem die Abfahrtsstrecke der an schönen Wochenenden zahlreich zu Tale preschenden Biker. Im unteren Abschnitt kehren wir ohnehin wieder auf den Fahrweg zurück und bewältigen somit die letzten Meter bis zur Winterstube im Tal. Dort überqueren wir die Bundesstraße B 307 und auf einer Brücke mit dem Weißachbach unseren dritten großen Bach. Abwechslungsreich führt der bequeme Weg in kleinen Auf und Abs bis zu einer weiteren Brücke nach Wildbad Kreuth, über die wir zur Bushaltestelle gelangen. Die Busse fahren in der Regel alle 1–2 Stunden.
Baden am Tegernsee?
Nachdem es sich in den Bergbächen nicht so gut baden lässt, lockt an heißen Sommertagen der kühle Tegernsee als angenehme Erfrischung. Das See- und Warmbad Rottach-Egern ermöglicht direkten Zugang zum See, in den man sich jenseits des Nichtschwimmerbereichs sogar vom Sprungbrett stürzen kann. Außerdem bietet die schöne Badeanlage u. a. Whirlpool, Wasserrutsche, Strömungskanal und ein Kinderschwimmbecken mit 33° C Wassertemperatur (Nördliche Hauptstraße 35, Tel.: 08022/928 90, Mai und September täglich 9–19 Uhr, Juni bis August 8–20 Uhr, Eintritt: Tageskarte Erwachsene 7,50 Euro, Kinder 7–15 Jahre 4,- Euro; auch günstigere Stundentickets).
Wer hingegen mehr auf finnische Saunen oder Familiendampfbad steht, kann den BadePark in Bad Wiessee besuchen. Im Außenbereich erfreuen eine 61 Meter lange Wasserrutsche, ein Sprudelbecken, ein Spiel- und Plantschbecken sowie ein Kneipp'sches Tretbecken (Wilhelminastr. 2, Tel.: 08022/862 60, täglich 9–21 Uhr, Eintritt Erwachsene bis 1:30 Std. 6,- Euro, bis 2:30 Std. 9,- Euro, Kinder ab 6 Jahren 4,50 bzw. 6,50 Euro).
Rückfahrt.
Von Wildbad Kreuth mit dem RVO-Bus nach Tegernsee, dort Anschluss zur BOB. Wer sein Auto in Bad Wiessee stehen hat, gelangt mit dem Bus über Rottach-Egern nach Bad Wiessee.

Dauer: 3:45 Std.
Bad Wiessee (Abwinkl) – Söllbachklause 15 Min., Schwarzentennalm 2 Std., B 307 (Tegernseer Tal) 1 Std., Wildbad Kreuth 30 Min. ;
Motto: Wandern am Wasser
Sommerwanderungen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied320 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBad Wiessee
EndpunktWildbad Kreuth
TourencharakterBad Wiessee verfügt über Deutschlands stärkste Jod-Schwefelquelle, weshalb der Ort seit Anfang des 20. Jh. stets mit seinem Kurheilbad in Verbindung gebracht wird und mit der Gesundheit recht gut lebt. Nicht schwefelhaltig, aber von absoluter Reinheit sind die drei Bäche, die auf unserer Wanderung nach Wildbad Kreuth wechselweise unsere Begleiter sind: Söllbach, Schwarzenbach und Weißachbach.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte Nr. 8: Tegernsee/ Schliersee mit Wendelstein, 1:50 000
MarkierungenIm Söllbachtal bis zum so genannten Stinkergraben auf Wanderweg SK; der Weiterweg ist mit RB 3 bzw. RB markiert. Der Abschnitt am Weißachbach verläuft auf dem Wanderweg K 10.
VerkehrsanbindungMit der BOB von München zum Bahnhof Gmund am Tegernsee und dort mit dem RVO-Bus weiter nach Bad Wiessee (Haltestelle Ortsteil Abwinkl). Autofahrer können bis zum großen Parkplatz am Eingang des Söllbachtals fahren.
GastronomieSöllbachklause, Tel.: 08022/89 30, geöffnet Mi–So 11–19 Uhr; Schwarzentennalm, Tel.: 08029/386, Mo und Di Ruhetag.
Tipps
Pferdekutschfahrten. Bei Alt und Jung immer wieder gefragt sind Pferdekutschfahrten. Eine Route führt von der Seepromenade Bad Wiessees durch das Söllbachtal zum »Bauer in der Au«; nach einstündiger Einkehr geht es zurück ins Tegernseer Tal. Auch die Fahrt durch das Söllbachtal zur Schwarzentennalm steht auf dem Programm. Insgesamt ist man rund drei Stunden unterwegs. Kutschbetrieb Harald Zischg, Hirschbergstr. 8, Tel.: 08022/810 96
Tourismusbüro
Kuramt Bad Wiessee, Adrian-Stoop-Str. 20, 83704 Bad Wiessee, Tel.: 08022/860 30, Fax: 08022/86 03 30, E-Mail: info@bad-wiessee.de, Internet: www.bad-wiessee.de

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