Von Bad Breisig nach Andernach

Abwechslungsreiche Streckenwanderung auf bequemen Wald- und Wiesenwegen (Autor: Tassilo Wengel)
15 km
635 m
4.00 h
Erholungsort Bad Breisig.
Dieser Kurort liegt idyllisch zwischen Rhein und Vulkaneifel und wird wegen seiner kohlensäurereichen Thermalquellen vor allem von Patienten mit Magenleiden und Gicht geschätzt. Komfort, den man sich für Entspannung und aktive Erholung wünscht, bieten die Römer-Thermen - Hallenbad, zwei Außenbecken mit großer Liegewiese, Fitness-Center sowie eine große Saunalandschaft mit Bio- und Blockhaussauna, Dampfbad und großem Saunagarten sind nur einige Beispiele. Für das leibliche Wohl sorgt ein Cafeteria-Restaurant.
Kulturhistorisch Interessierte können an der Hauptdurchgangsstraße in Bad Breisig die katholische Pfarrkirche St.Mariä Himmel-fahrt besichtigen, die im Barock des frühen 18.Jahrhunderts erbaut wurde. In Oberbreisig ist die katholische Pfarrkirche St.Viktor mit ihrer abwechslungsreichen Gestaltung im spätromanischen Stil und der Farbigkeit des Bauwerks sehenswert. Im Inneren können Wandmalereien aus dem 14.Jahrhundert bestaunt werden, die unter anderem verschiedene Heilige, das Jüngste Gericht und die Marienkrönung zeigen.
Von Bad Breisig zur Reutersley.
Wir starten diese Tour am Bahnhof von Bad Breisig, wo wir durch die Unterführung auf die andere Seite der Bahngleise gehen und dort das rote Logo des Rheinburgenwegs fin-den. Es leitet uns mit dem weißen »R« des Rheinhöhenwegs in Richtung Burg Rheineck. Nach gut einem Kilometer gelangen wir bei einer Steinsäule zu einem Abzweig zur Burg Rheineck, die hoch über dem Vinxbachtal thront. Sie ist eine Gründung der Pfalzgrafen, gelangte aber bereits im 12.Jahrhundert in den Besitz der Kölner Erzbischöfe. Mehrfach verwüstet, wurde die Ruine Mitte des 19.Jahrhunderts von einer Frankfurter Bankiersfamilie im rheinischen Spätromanikstil wiederaufgebaut. Da sie sich immer noch in Privatbesitz befindet, ist die Burg nicht zu besichtigen.
Wir setzen unsere Wanderung auf dem Rheinhöhenweg in Richtung Reutersley fort, einem exponierten Aussichtsfelsen. Von hier aus kann man sehr schön Bad Breisig und Bad Hönnigen mit dem Schloss Arenfels sowie das dahinter liegende Siebengebirge erkennen, aber auch den Blick hinüber zur Burg Rheineck genießen.
Auf dem Weg zur Brohltalbahn.
Wir gehen auf dem Wanderweg zurück und steigen nun auf einem schmalen Pfad hinab nach Brohl-Lützing; dort zur Lützinger Straße. Rechts schwenkend gelangen wir auf der Bergstraße zur Dorfkirche und auf der Burgstraße zur nahen Augustaburg, auch Burg Brohleck genannt. Sie ist nicht zu besichtigen, wird aber für diverse Veranstaltungen genutzt. Deshalb gehen wir die Burgstraße gleich abwärts, kommen auf die Joseph-Leuschner-Straße und biegen hier nach rechts. Unser Weg führt zum Bahnhof der Brohltalbahn, auch Vulkanexpress genannt. Sie verkehrt zwischen Ostern und November von Brohl nach Engeln in der Eifel und überwindet eine 5,5Kilometer lange Steilstrecke mit einem Höhenunterschied von 400Metern (Auskunft über die genauen Verkehrszeiten unter Tel. 02636/80303 oder www.vulkan-express.de).
Zu einem eindrucksvollen Geopfad.
Beim Bahnhof überqueren wir die Gleise und steigen bei einem Haus in Serpentinen zum Dickberg hinauf, wo uns ein kleiner Pavillon und eine schöne Aussicht auf den Rhein und Schloss Augustaburg erwarten. Nach dieser Rast geht es weiter steil bergauf bis zu einer Bank. Die letzte Steigung führt über die Eselstreppe, einem gut gesicherten Felsenpfad, zu einem Fahnenmast und dann zu einer Bank mit schöner Aussicht. Bald führt unser Wanderweg durch lichten, aber geschichtsträchtigen Mischwald, denn hier befand sich einst eine Keltenfliehburg. Eine Tafel an einem Wall informiert über ihre Bauweise.
Auf schönem Waldweg weiter zum Alkerhof und bald an einer Steilwand aus vulkanischem Gestein nach rechts. Nun führt der Rheinhöhenweg ca. 500Meter auf dem Geo-pfad durch ein Gebiet einstiger Bergbautätigkeit. Beeindruckend sind die mächtigen Basaltsäulen, an denen Schlagspuren von der Tätigkeit früherer Bergleute zeugen. Zahlreiche Tafeln informieren sehr ausführlich über die Herstellung von Basaltquadern, aber auch über die Gewinnung von Mühlsteinen. Am Ende des Geopfads schwenken wir bei der Hohen Buche nach rechts und verlassen den Wald am Knopshof.
Über Namedy nach Andernach.
Nun wandern wir über eine grasige Hochebene bis zum Abzweig zum Hüttenhof, wo wir den Rheinhöhenweg verlassen. Jetzt folgen wir dem Tönissteiner Weg (Markierung weißes »T«) nach links und wandern auf einem Waldweg abwärts bis nach Namedy. Hier schwenken wir nach links in die Schloßstraße und erblicken die Burg Namedy, die im Besitz der Hohenzollern ist. Ursprünglich im 13.Jahrhundert als Wasserburg angelegt, stammen die wesentlichen Bauten der hufeisenförmigen Anlage aus dem 19. und 20.Jahrhundert. Ein zusätzliches Augenschmankerl: Auf der kleinen, Namedy vorgelagerten und längst mit dem Festland verbundenen Insel Krummenwerth kann man zeitweise die Wassersäule des einzigen Geysirs des Rheinlands erleben. Sie schießt bis zu 45Meter in die Höhe und entstand durch die Bohrung einer Mineralwasserquelle Anfang des 20.Jahrhunderts.Unsere Wanderung auf dem Tönissteiner Weg führt uns zur Pfarrkirche St.Bartholomäus. Dieser schlichte frühgotische Bau aus dem 13.Jahrhundert beherbergt eine sehenswerte Kanzel von 1612. Nach mittelalterlicher Sitte ist die Kirche von einem Friedhof umgeben.
Über die Waldstraße kommen wir zu einem Pfad am Friedhof, auf dem wir zu einem Waldweg gelangen, der uns zum Namedyer Werth führt. Nach steilem Abstieg treffen wir auf die Hochstraße, deren Name sich auf einen kleinen Höhenrücken zwischen einem verlandeten Rheinarm und dem Rheinufer bezieht. Wir erreichen Andernach am Alten Rheinkran (16.Jh.) am Rheinufer, der bis 1911 betrieben wurde. Auf der schönen Uferpromenade spazieren wir nun gemütlich bis in das sehenswerte Zentrum von Andernach. Tipp: Zum Übernachten ist das Rhein-Hotel in Andernach eine gute Adresse. Dieses Hotel mit langer Tradition und geschmackvollem Ambiente liegt in einer schönen Parkanlage, nur wenige Schritte vom Rhein und von der historischen Altstadt entfernt.

Bad Breisig – Schloss Augustaburg 1.15Std. – Abzweig Hüttenhof 1.30Std. – Namedy 0.30Std. – Andernach 1.15Std. Insgesamt 4.30Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied635 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBad Breisig
EndpunktAndernach
TourencharakterDiese Wanderung auf dem Rheinburgenweg links des Rheins führt am Rand der Vulkaneifel entlang. Als während der Vulkantätigkeit im Laacher Kessel ein mächtiger Strom aus Wasser, Bims und Staub durch Brohl- und Tönnissteiner Tal bis zum Rhein vordrang, entstand eine einzigartige Landschaft. Diese faszinierende Felsszenerie, vom Brohlbach geformt und seit der Römerzeit abgebaut, kann man besonders schön bei einer Fahrt mit der Brohltalbahn genießen.
Hinweise
Zum Essen in die Franziskanerstube. Wer in Andernach auf der Suche nach einem preiswerten Restaurant mit hervorragender Küche ist, findet in der Gaststätte »Zum Franziskaner« beides. Die Speisekarte wird von deftiger Hausmannskost bestimmt, und es fehlen auch die zahlreichen rheinischen Spezialitäten nicht. Bei schönem Wetter kann man vor dem Restaurant Platz nehmen und das Leben und Treiben auf der Straße beobachten (Hochstr. 82, Tel. 02632/945369).
KartentippRheinsteig mit RheinBurgenWeg, Topographische Freizeitkarte 1 - 50000, 2.Auflage 2006
VerkehrsanbindungAuto - Auf der B9 bis Bad Breisig. Bahn: Bahnstation Bad Breisig
GastronomieIn Namedy - Namedyer Hof, Hauptstraße, Tel. 02632/491051; Gaststätte Zur Burg bei der Burg Namedy. In Andernach zahlreiche Möglichkeiten
Tipps
Wo die Markierung des Rheinburgenwegs fehlt, hilft die Markierung des Rheinhöhenwegs (weißes »R«) weiter. Vom Abzweig zum Hüttenhof geht es mit dem weißen »T« des Tönissteiner Weg weiter.
Unterkunft
In Andernach - Rhein-Hotel, Konrad- Adenauer-Allee 30, Tel. 02632/42240, www.rhein-hotel-andernach.de; Hotel Fischer, Am Helmwartsturm 4–6, Tel. 02632/96360, www.hotel-fischer.net; Alte Kanzlei, Steinweg 30, Tel. 02632/96660, www.alte-kanzlei.de
Tourismusbüro
Tourist-Information Bad Breisig, Koblenzer Str. 59, 53498 Bad Breisig, Tel. 02633/456 30, tourist-info@bad-breisig.de, www.bad-breisig.de

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