Vom Taubenstein zur Rotwand

Anspruchsvolle Halbtageswanderung auf Bergpfaden, Alm- und Forststraßen; Trittsicherheit erforderlich; mit einem kleinen Umweg kann die kritische Stelle vermieden werden. (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
Am vorderen Ende des Spitzingsees ist die Talstation der Taubensteinbahn. Die Gondel bringt uns zur Bergstation unter dem Taubensteingipfel. Wir gehen kurz nach links in den Sattel und dann direkt auf das Taubensteinhaus zu. Vor dem Haus wenden wir uns nach rechts, gehen aber nicht auf dem breiten Versorgungsweg, sondern nehmen den schmalen Wiesenpfad bergab. Wir wandern zwischen den Felsblöcken eines großen Bergsturzes hindurch, passieren zwei schöne Dolinen und müssen zu den Kleintiefenthalalmen wieder etwas aufsteigen. Im Sommer kann man hier die Murmeltiere pfeifen hören. Zu sehen bekommt sie allerdings nur der, der geduldig wartet, bis sie sich ganz sicher fühlen. Von der Alm führt ein breiter Weg in den Sattel zwischen Rotwand und Miesing. Dieser wird zum Bergpfad, der im oberen Teil Trittsicherheit und Schwindelfreiheit fordert. (Variante - Wer unsicher ist, geht zum Sattel Richtung Großtiefenthalalm. Nach ca. 100 Höhenmetern biegt rechts der Weg zum Rotwandhaus ab. Von dem geht es ganz bequem zum Gipfel. Der Umweg erfordert etwa eine zusätzliche halbe Stunde.)
Wir gehen vom Sattel aus rechts am Weidezaun entlang und suchen den schmalen Pfad durch die Latschenfelder. Es wird immer steiler, wunderschön liegt der Kessel der Kleintiefenthalalm unter uns.Wenn man Glück hat, kann man hier Gämsenrudel von bis zu 30 Stück beobachten. Ganz oben, direkt unter dem Gipfel, muss man ein paar mal mit den Händen mithelfen. Dann haben wir es geschafft, wir stehen auf der Rotwand. Hier oben tut man sich mit der Orientierung leicht, denn eine große Bronzetafel zeigt sämtliche Berge, die man von hier sehen kann. Der Fernblick ist überragend. Von den Berchtesgadener Alpen über die Tauern, die Zillertaler Berge, das Karwendel- und das Wettersteingebirge ist alles vertreten, was sich als Bergprominenz einen Namen gemacht hat.
Der Weg vom Gipfel zum Rotwandhaus ist nicht zu verfehlen. Das Berghaus wurde vor einigen Jahren auf autarke Energieversorgung umgestellt. Der ganze Energiebedarf des Hauses wird durch Photovoltaik und Windkraft erzeugt. Das Dieselaggregat, das früher den ganzen Tag lief und mit seinem Gestank die Umgebung verpestete, muss heute nur mehr in Notfällen angeworfen werden. Unser Rückweg zum Spitzingsee beginnt am tiefsten Punkt zwischen Rotwandgipfel und Haus. Wir nehmen den unteren Almweg, wandern links an der Wildfeldalm vorbei und dann durch denWald in weiten Serpentinen talwärts. Unterhalb der Wildfeldalmen kann man sehen, wie aufwendig es ist, an einem steilen Wiesenhang wieder Wald zu pflanzen. Über jedem Bäumchen muss man massive Holzbalken einbauen, damit die jungen Pflänzchen im Winter nicht durch Schneedruck und Lawinenabgänge weggerissen werden. Nach etwa 20 Jahren sind die Balken verrottet, sodass sie von selbst zusammenbrechen. Bis dahin sind die Bäumchen kräftig genug, um den Hang gegen Rutschungen, Muren und Lawinen zu sichern. Über einer Waldlichtung taucht nochmals der Taubenstein auf, dann kommen wir an die geteerte Almstraße, die das Schwarzenkopf- und das Schönfeldhaus versorgt. Links bergab, mit schönen Ausblicken in das Tal der Valepp, erreichen wir bei der Wurzhütte den Spitzingsee und können am Seeufer zurück zur Talstation wandern.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour1 km
Höhenunterschied350 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz Taubenstein, Seilbahn Spitzing
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterAn schönen Herbstwochenenden bewegen sich wahre Menschenmassen von der Taubensteinbahn zum Rotwandhaus. Doch es braucht nicht viel – einen kleinen Umweg nur, einen kurzen Abstieg in das Tal hinter dem Taubensteingipfel –, und schon sind wir in einer ursprünglichen Almlandschaft, wo wir höchstens einem Rudel Gämsen oder ein paar Murmeltieren begegnen.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 8, Tegernsee-Schliersee, 1 - 50 000
VerkehrsanbindungMit dem Auto. Von der A8 München–Salzburg fährt man bei Irschenberg ab und nimmt die B 307 nach Schliersee und von dort zum Spitzingsee; Taubensteinbahn am vorderen Ende des Sees. Mit der Bahn. Schliersee liegt an der Bahnstrecke München–Holzkirchen–Bayrischzell, mit Bus 9562 zum Spitzingsee oder mit Zug nach Tegernsee und mit Bus 9560 zum Spitzingsee
GastronomieTaubensteinhaus; Rotwandhaus
Tourismusbüro
Gäste-Information Schliersee, Perfallstraße 4, 83727 Schliersee, Tel.08026/ 606 50, www.schliersee.de

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