Vom Spitzingsee zum Stolzenberg

Einfache Bergwanderung auf Bergpfaden, im Gipfelbereich etwas Trittsicherheit erforderlich (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
7 km
550 m
3.00 h
Den Hauptteil des Anstiegs erleichtern wir uns mithilfe der Stümpflingbahn, deren bequeme Sessel uns in wenigen Minuten zum Stümpflinghaus bringen. Hier wenden wir uns nach links und besteigen zuerst den Roßkopf. Das ist ein flacher, grasbewachsener Gipfel, der einen schönen Rundblick über den Spitzingsee erlaubt. Ziemlich genau im Süden baut sich der Wall des Stolzenbergs auf. Wir wandern vom Gipfel aus über den flachen Bergrücken direkt auf den Stolzenberg zu. Am Eingang des Waldes beginnt ein Pfad, den Generationen von Bergwanderern eingetreten haben und der unbedingt Bergschuhe erfordert. Während am Roßkopf noch ein rechter Trubel herrschte, wird es hier ziemlich still. Am Waldboden wächst fast das ganze Jahr über wunderbar frisch-grünes Moos, das in der Sonne leuchtet. Wir steigen langsam weiter, gehen etwas unterhalb des Rothkopfgipfels vorbei und passieren eine Abzweigung, die direkt über die Haushamer Almen zum Spitzingsee zurückführt. Dann gibt es nochmals einen kräftigen Anstieg, und wir stehen auf dem Grat des Stolzenberges.
Der Stolzenberg hat gar keinen richtigen Gipfel, auch kein Gipfelkreuz, dafür aber viele kleine Wiesenflecken, die zum Rasten und Faulenzen einladen. Schon die erste Stelle ganz vorne am Grat bietet einen atemberaubenden Tiefblick in das Tal der Weißen Valepp, die nach Süden zur Brandenberger Ache und weiter Richtung Inntal fließt. Direkt gegenüber stehen die beiden Schindergipfel, die von den Einheimischen der Bayerische und der Österreichische Schinder genannt werden, weil zwischen ihnen die Grenze verläuft. Rechts daneben steht die Halserspitz aus der Blauberggruppe und dazwischen, etwas im Hintergrund, der Guffert.
Langsam steigen wir über den locker mit Bäumen bestandenen Gipfelkamm. Am Ende des Kamms halten wir uns schräg links, der Weg nach rechts führt ins Tal der Valepp. Die ersten paar Meter des Abstiegs sind sehr steil, doch schnell erreichen wir die flacheren Almwiesen. Sie stehen im Sommer voller Ampfer, weil sie kaum mehr beweidet werden. Auf Steigspuren erreichen wir die verfallene Obere Haushamer Alm. Von ihr aus gehen wir auf dem alten Almweg weiter. Genau auf der Höhe der Alm führt er links in einer steilen Rinne bergab. Kein Wunder, dass heute niemand mehr die Kühe einen so steilen Weg auftreiben will. An einem Höhleneingang vorbei, sind wir schnell an den Unteren Haushamer Almen. Die eine Alm ist privat verpachtet, die andere eingefallen und abgetragen. Eine Almstraße führt uns zum moorigen Talboden südlich des Spitzingsees. Beim ersten Wegweiser wenden wir uns nach links und gehen in großem Bogen auf das Gasthaus Decker zu. Hinter uns erhebt sich jetzt eindrucksvoll der Stolzenberg. Direkt nach dem Gasthof wandern wir über eine Almwiese, passieren das Stolzenberghaus, das Erholungsheim der Bayerischen Polizei, und erreichen wieder die Talstation der Stümpflingbahn.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied550 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz Stümpfling-Seilbahn
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterMan möchte kaum glauben, dass es im überlaufenen Gebiet des Spitzingsees noch Berge gibt, die kaum jemand kennt. Der Stolzenberg ist ein gutes Beispiel dafür. Obwohl er ganz leicht zu erreichen ist, scheint es sich noch nicht herumgesprochen zu haben, welch herrliche Aussicht er bietet.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 8, Tegernsee-Schliersee, 1 - 50 000
VerkehrsanbindungMit dem Auto. Von der A8 München–Salzburg fährt man bei Irschenberg ab und nimmt die B 307 (Deutsche Alpenstraße) nach Schliersee, über den Spitzingsattel zur Stümpflingbahn am Spitzingsee (Zufahrt beschildert). Mit der Bahn. Schliersee liegt an der Bahnstrecke München–Holzkirchen–Bayrischzell, dann mit Bus 9562 zum Spitzingsee oder mit Zug nach Tegernsee und weiter mit Bus 9560 zum Spitzingsee
GastronomieBergstation Stümpflingbahn; Gasthaus Decker
Tourismusbüro
Gäste-Information Schliersee, Perfallstraße 4, 83727 Schliersee, Tel. 8026/ 606 50, www.schliersee.de

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