Vom Narren- zum Poschachkogel, 2574 m

Panorama-Wanderung über die steilen Hänge am Narrenkogel - Die Wanderung ist nicht schwierig, aber bei Auf- und Abstieg über längere Etappen sehr steil und deshalb anstrengend. Die Routen sind überwiegend gut markiert und nicht schwer zu finden. (Autor: Siegfried Garnweidner)
6 km
1033 m
5.00 h
Über Höfle zum Narrenkogel Vom Niederthaier Feuerwehrhaus auf der Asphaltstraße nach Höfle, am Veitenhof vorbei und nach Bichl. Nach ein paar Kehren führt die Straße an der Absperrschranke vorbei in den Wald hinein. Bald danach beschreibt sie eine Rechtskehre. Dort geradeaus und auf einer Fahrspur gering ansteigend gegen Norden weiter. Am Aussichtsplatz auf 1690 m vorbei, ein paar Meter abwärts und dann ziemlich eben zum Ende der Fahrtrasse. Ein Bergpfad steigt in der gleichen Richtung deutlich steiler an, führt am steilen Waldhang über einige Bachgräben und ist an ein paar Stellen mit überwiegend soliden, kurzen Steiganlagen versehen. Schließlich verzweigt sich der Weg auf der Höhe von 1815 m. Dort rechts halten und in vielen engen Kehren steil nach Südosten zum Jagdhaus auf 2010 m Höhe hinauf, das in einer Waldlichtung steht. Über der Jagdhütte wieder in den Wald hinein und sehr steil durch Alpenrosen-Strauchwerk hinauf. Auf etwa 2100 m Höhe lichtet sich der Wald und der Weg steigt zwischen stämmigen Zirben weiterhin stramm an, bis er eine freie Hangkante erreicht. Dort rechts halten und etwas flacher zum Gipfel des Narrenkogels hinüber. Vom Narrenkogel zum Poschachkogel und zurück Der Poschachkogel bietet sich als zweites Gipfelziel auf dieser schönen Bergtour geradezu an. Es sieht zwar so aus, als ob er furchtbar weit weg wäre, doch ist er in 1 Std. leicht zu meistern. Man geht also vom Narrenkogel ein paar Meter abwärts und schön gemütlich gegen Nordosten auf den langen, breiten Rücken des Jochs. Über ihn ziemlich eben weiter, bis sich der Weg in der Nähe einer verfallenen Alm verzweigt. Dort links halten und an der nächsten Verzweigung geradeaus. Danach einen langen, labilen Hang gegen Nordosten queren und hinter der Hangkante links auf den markierten Gipfelanstieg abdrehen. Auf ihm steil, aber leicht zum schönen Kreuz am Poschachkogel hinauf. Nach der Gipfelrast steigt man direkt über den langen Gratrücken nach Süden ab und geht dann auf der Anstiegsroute zum Narrenkogel weiter. Abstieg übers Bergle Vom Narrenkogel fällt ein viel begangener Bergweg nach Süden anfangs über freie Hänge, dann über grobes Blockwerk und steil im Wald zum Bergle ab. In dieser freien Lichtung liegt ein großer, glatt geschliffener Fels, von dem man eine schöne Aussicht hat. Der weitere Abstieg führt an zwei Jagdhäusern vorbei und in dichten Wald hinein. Im Hochwald fällt der Weg wieder recht steil ab und quert ein paar Runsen, bis er schließlich eine Fahrspur erreicht. Auf ihr rechts weiter, an der Abzweigung eines schmalen Viehwegs links halten und nach Niederthai zurück. Bergsturz in Höfle Die schlauen Bauern von Niederthai haben es schon immer gewusst, dass in Höfle nicht gut wohnen ist. Denn sie beobachteten über Jahrhunderte die steilen Berghänge am Narrenkogel und die Spuren von etlichen Felsstürzen im Wald genau. »Ein Narr, wer unter dem Narrenkogel sein Haus baut«, wussten die Niederthaier schon immer. Allerdings war seit Menschengedenken kein größerer Felssturz zu beobachten. Bis an Allerheiligen des Jahres 1966 um 1 - 15 Uhr nachts direkt über den Wohnhäusern von Höfle ein gewaltiges Gepolter losging. Gigantische Felsmassen lösten sich und stürzten durch den Wald auf den Ort zu. Ein geistesgegenwärtiger 16-jähriger Bursche sprang, als er das sonderbare Getöse hörte, kurzerhand aus dem Fenster des Leitnerhauses – und Sekunden später schlug ein fünf Kubikmeter großer Felsbrocken durch das Fenster in seine Kammer ein. Noch in der Nacht kam Bürgermeister Josef Holzknecht von Umhausen herauf und leitete selbst die ersten Sicherungsmaßnahmen. Das Holzknechthaus und das Leitnerhaus allerdings mussten an anderer Stelle neu erbaut werden. Im Herbst 1974 löste sich erneut ein kleinerer Felssturz. Inzwischen sind Wälle gebaut worden, um das Schlimmste zu vermeiden. Im Leitnerhaus ist – an sicherer Stelle – das Wirtshaus Veitlhof untergebracht.

Dauer - ges. 51/2 Std. Niederthai – Höfle – Wegverzweigung 1 Std., Wegverzweigung – Jagdhütte 3/4 Std., Jagdhütte – Narrenkogel 3/4 Std., Narrenkogel – Poschachkogel 1 Std., Poschachkogel – Narrenkogel 3/4 Std., Narrenkogel – Bergle 1/2 Std., Bergle – Niederthai 3/4 Std. Höhenunterschied: ?? 1033 m; Niederthai – Höfle – Wegverzweigung ? 253 m ? 2 m, Wegverzweigung – Jagdhütte ? 195 m, Jagdhütte – Narrenkogel ? 300 m, Narrenkogel – Poschachkogel ? 10 m ? 275 m, Poschachkogel – Narrenkogel ? 275 m ? 10 m, Poschachkogel – Bergle ? 300 m

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied1033 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNiederthai, Sennhof, 1564 m
TourencharakterWer sich den Narrenkogel und vielleicht auch den benachbarten Poschachkogel zum Ziel wählt, ist wahrlich kein Narr. Denn die Tour dort hinauf kostet zwar mit Sicherheit etliche Schweißtropfen, doch die zahlen sich spätestens dann aus, wenn man aus einer der vielen Waldlichtungen oder oberhalb der Waldgrenze die großartige Rundschau auf die Gletscherberge des benachbarten Geigenkamms auskosten kann. Trotz der mühsamen Route ist diese Bergtour sehr beliebt, und wer allein sein möchte, sollte deshalb früh aufbrechen. Dann könnte es sein, dass man in der Morgenruhe sogar einem Auerhahn oder einem anderen seltenen Wildtier begegnet.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte, 1 - 50000, Blatt 43 (Ötztaler Alpen)
VerkehrsanbindungDurch das Ötztal bis Umhausen und von dort auf guter, steiler Bergstraße bis zum Feuerwehrhaus von Niederthai
GastronomieGasthäuser und Hotels in Niederthai und Höfle
Tipps
Gruesee und hohe Wasserfalle Wer gar nicht genug kriegen kann, sollte sich überlegen, ob er vom Poschachkogel noch zum Gruesee, 2740 m, oder gar zur Hohen Wasserfalle, 3002 m, weitergehen möchte.
Höchster Punkt
Narrenkogel, 2309 m, und Poschachkogel, 2574 m
Unterkunft
Gasthäuser und Hotels in Niederthai und Höfle
Tourismusbüro
Umhausen, Tel.: 0043/(0)5255/5209; Internet: www.tirol.at/umhausen
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