Vom Milchhäusl auf den Pfrontner Berg

Die sehr lohnende Besteigung des steilflankigen Pfrontner Bergs vom Milchhäusl aus setzt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus, die direkte Variante auch etwas Kletterfertigkeit. Schöner Blick vom Kreuz des Ostgipfels auf Pfronten und über die Ammergauer Alpen hinweg bis zur Zugspitze. Die Steilstufe der Normalroute ist mit Drahtseil gesichert. – Nur bei trockenem Boden! (Autor: Günther Laudahn)
2 km
560 m
2.00 h
Ausgangspunkt ist ein kleiner Parkplatz unterhalb des Milchhäusls, einer beliebten, 60 Meter über Pfronten-Steinach gelegenen Wirtschaft mit gemütlicher Gaststube und aussichtsreicher Terrasse, die von Mitte Mai bis Ende Oktober geöffnet ist. Den Parkplatz erreicht man entweder von der Straße ins Tannheimer Tal am Ortsausgang von Pfronten-Steinach rechts abbiegend nach 350 Metern – er liegt links oberhalb der Straße – oder, bei Anfahrt aus Richtung Kempten oder Marktoberdorf / Seeg kürzer, indem man in Pfronten-Dorf gegenüber dem Gasthof Krone nach rechts in die Kienbergstraße abbiegt. Beide Anfahrmöglichkeiten sind aus der Karte ersichtlich. Vom Parkplatz geht es in wenigen Minuten auf asphaltiertem Weg hinauf zum Milchhäusl. Gleich links dahinter stoßen wir auf eine Wegverzweigung. Auf dem linken Ast, dem »Geißenwegerl«, kommen wir später zurück. Der rechte ist unsere Aufstiegsroute. Der schmale Steig führt in vielen kurzen Kehren, durch die Laubauflage nicht immer deutlich, ab und zu rot markiert auf dem steilen Waldrücken empor. Mit ein wenig Aufmerksamkeit ist er gut zu finden. Er trifft bald auf einen Felsriegel, an dessen Fuß ein grasiges Band nach rechts hinaufzieht. Es vermittelt den weiteren Aufstieg. Wir folgen ihm bis zu einem schrofigen Einschnitt, der drahtseilgesichert nach links überwunden wird. Oberhalb leitet unser Steig erneut zu einem Felsaufschwung hoch, den er, nun sehr deutlich, links am Rand der Felsen über dem ins Achental steil abfallenden Hang umgeht. Nach ansteigender Querung, bei der konzentriertes Gehen wichtig ist, knickt er nach rechts ab und erreicht gleich eine sehr steile, aber gut gestufte Schrofenrampe, die mit einem durchgehenden kräftigen Stahlseil gesichert ist. Vom oberen Ende des Aufschwungs sind es nur noch einige Minuten zum Kreuz auf dem Ostgipfel des Pfrontner Bergs. Der reizvolle Blick auf Pfronten, auf den Saloberkamm und das Vilstal entlang bis zum Zugspitzmassiv lohnt allein schon den Aufstieg hierher. Für den oberen Abschnitt gibt es noch eine andere Anstiegsmöglichkeit, die allerdings wesentlich anspruchsvoller ist. Sie erfordert nicht nur Trittsicherheit, sondern auch Übung im Steilgras und etwas Kletterfertigkeit. Statt den oberen Felsaufschwung in ausholender Kehre links zu umgehen, verlassen wir den Steig nach rechts. Zunächst ist eine sehr steile grasige Stufe zu überwinden, am besten auf Grastritten und nicht in den Schrofen der rechten Begrenzung. Ein weniger steiles Grasband schließt sich an, das unmittelbar am Fuß der Felsen entlangzieht. Es endet an einem zweistufigen Aufschwung. Die Überwindung der ersten schrofigen, etwas abdrängenden Stufe ist durch einen Baum erleichtert, die gleich darüber ansetzende zweite Stufe wird nach rechts aufwärts erklettert. Man erreicht den mäßig steilen Grashang oberhalb des Felsriegels und kurz darauf über gut gestufte Grasplanken den Normalweg, der nun rasch zum Kreuz führt. Vom Kreuz steigen wir die wenigen Höhenmeter zur grasigen Kuppe des Ostgipfels auf und in den nächsten Sattel ab. Wir können nun entweder auf dem hier nach links abzweigenden Pfad absteigen oder den dreigipfligen Pfrontner Berg ganz überschreiten, was durchaus lohnend ist. Der direkte Abstieg wurde bereits bei der Begehung des gesamten Kienbergkammes (Tour 17) beschrieben. Unser Pfad mündet in das Geißenwegerl, das uns wenig fallend, erst am Fuß einer Felswand, dann am bewaldeten Hang entlang in 15 Minuten zum Milchhäusl zurückleitet. Meist wird man bei dieser kurzen Tour die Überschreitung zum Hauptgipfel anschließen. Der deutliche Steig führt ohne Schwierigkeit, kleine Felsköpfe an der Vilstalseite umgehend, zum Mittelgipfel, dann ziemlich steil hinab in den Sattel vor dem Hauptgipfel und nun, immer rechts unterhalb der Grathöhe schmal, mitunter etwas ausgesetzt und vorsichtiges Gehen fordernd, zum nach links steil emporziehenden Schlußhang, der auf Grastritten erstiegen wird. Auch hier ist der Blick über den felsigen Mittelgipfel hinweg auf Pfronten sehr reizvoll. Der Übergang vom Ostgipfel zum Mittelgipfel und von dort zum Hauptgipfel dauert jeweils 15 Minuten. Beim Abstieg vom Hauptgipfel ist der Sattel auf der Westseite unser erstes Ziel, zu dem wir, wie bei Tour 17 beschrieben, entweder rechts von dem großen Kahlschlag oder, etwas kürzer, auf Trittspuren am Rücken links davon absteigen. Dabei folgt man dem stellenweise steilen Rücken bis hinter den schrofigen Abschwung und wendet sich dann nach rechts, bis man auf die markante, zum Achental hinabziehende seichte baumfreie Rinne trifft. Hier steigen wir etwa sechzig Höhenmeter zum Beginn des an einer Fichte links abzweigenden Geißenwegerls ab. Das ist kein Weg, sondern ein aufgelassener – nicht instand gehaltener – stellenweise überwachsener und schlecht erkennbarer Pfad, der wenig fallend die Südosthänge des Pfrontner Bergs quert. Er ist seit einiger Zeit rot markiert. Einige Passagen sind deutlich, mitunter gibt es aber nur Trittspuren. Mit einiger Aufmerksamkeit werden Sie, am Schluß unterhalb felsiger Abbrüche, schließlich zum Milchhäusl kommen.

Dauer - Nur Ostgipfel: 420 m, 2 Stunden.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied560 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPfronten-Steinach, Parkplatz unterhalb des Milchhäusls, 870 m.
Beste Jahreszeit
Höchster Punkt
Pfrontner Berg Ostgipfel, 1286 m – Mittelgipfel, 1352 m – Hauptgipfel, 1383 m.
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