Vom Kniebis ins Kinzigtal

Auf dem Westweg über den Brandenkopf.
Wald- und Aussichtswanderung auf Forstwegen und Pfaden, der Schlussabstieg ins Kinzigtal ist steil. (Autor: Chris Bergmann)
35 km
300 m
8.00 h
Hoch über dem Wildrenchtal.
Ausgangspunkt ist der Parkplatz oberhalb des Hotels »Alexanderschanze«. Herzog Karl Alexander von Württemberg ließ 1734 auf der Passhöhe des Kniebis die Alexanderschanze als Schutz vor den Truppen des Königreichs Frankreich errichten. Seit 1996 gehört die Alexanderschanze als namengebendes Bodendenkmal zum grenzübergreifenden Naturschutzgebiet »Kniebis-Alexanderschanze«. Vom Parkplatz an der Alexanderschanze führt der Westweg kurz Richtung Wolfursprung abwärts, leitet dann rechts auf dem Schanzenweg zum Windrad-Parkplatz an der B 28 und wechselt dort auf den Neuen Höhenweg, der mit wunderschönen Renchtal-Ausblicken zur Drachenfliegerstartstelle hoch über Bad Griesbach führt. Kurz nach Passieren der aussichtsreichen Graseck lädt die Hildahütte zur Rast, dann geht es auf einem teils steinigen Weg über die Lettstädter Höhe, hinter der die Lettstädter Hütte erneut zu einer Rast mit herrlichen Ausblicken einlädt.
Am Glaswaldsee.
Auf der wenig später erreichten Seeebene zweigt der Zugangsweg »blaue Raute« links hinab zum Glaswaldsee ab – ein lohnenswerter Abstecher. Der von Legenden und Sagen umrankte Glaswaldsee ist einer der schönsten Karseen des Schwarzwalds. Den 2,7 Hektar großen See überragt eine 110 Meter hohe Karwand, in der urwaldähnliche Wälder wachsen. Der Name des bis zu 11 Meter tiefen Sees verweist darauf, dass hier früher eine Glashütte arbeitete, allerdings ist ihr Standort unbekannt; vor der Errichtung der Glashütte hieß der See »Wildsee« und »Sebenweiher«. Bis ins Frühjahr 1743 staute ein natürlicher Moränenwall das Wasser, dann durchbrach das Schmelzwasser diesen »Karriegel« und zerstörte auf seinem Weg in das Wolftal mehrere Bauernhöfe. Nach dieser Naturkatastrophe wurde der See künstlich wieder aufgestaut und als Schwallwasser für die Flößerei im Wolftal genutzt.
Zum Harkhof.
Von der Seeebene senkt sich der Westweg am Juliusbrunnen vorbei zum Parkplatz Freiersberg an der Passstraße von Bad Peterstal nach Schapbach; hier besteht die Möglichkeit, mit der Markierung »gelbe Raute« zum Waldhotel Palmspring oberhalb von Bad Peterstal abzusteigen bzw. sich abholen zu lassen. Vom Freiersbergsattel steigt der Westweg sanft an zur Ihrighütte im Hang des Großen Hundskopfs, senkt sich dann hinab zur Wegespinne Littweger Höhe (Schutzhütte) und führt auf Forstwegen, Graswegen und Pfaden weiter zum Harkhof. Schon von weitem grüßt der Anblick des Harkhofs hoch oben in den Wiesen über dem Harmersbachtal. In dem Schwarzwälder Bauernhof in Alleinlage können Familien, Wanderer und Mountainbiker übernachten. In der gemütlichen Bauernstube kann man vespern und frühstücken, es gibt Hausmacherspezialitäten aus eigener Schlachtung, selbst gebackenes Holzofenbrot sowie Milch, Butter und Käse von den eigenen Kühen. Kinder können auf dem Spielplatz toben, Wanderer relaxen auf der Aussichtsterrasse.
Über die Kreuzsattelhütte zum Brandenkopf.
Vom Harkhof führt der Westweg weiter zur Kreuzsattelhütte (Parkplatz), wo von Mai bis Oktober an Sonn- und Feiertagen Einkehrmöglichkeit besteht. Vermutlich hat der kreuzförmige Grenzstein dem Pass zwischen dem Wolf- und Harmersbachtal den Namen »Kreuzsattel« gegeben. Auf der westlichen Seite ist der heilige Gallus, der Schutzpatron des Harmersbachtals, mit einem Bären zu sehen; die Buchstaben »**« werden als Kürzel für »Herrschaft Harmersbach« gedeutet. Auf der Wolftalseite ist das Wappen der einstigen Herren über das Wolftal, der Fürstenberger, zu erkennen. Die eingemeißelten Jahreszahlen zwischen 1560 und 1778 erinnern an amtliche Grenzbegehungen. Das Zeichen »N43« weist den Stein als den 43. in der Reihe der Harmersbacher Grenzsteine aus. Mit der Eingliederung des gesamten Gebietes in das Großherzogtum Baden im Jahr 1806 sank die Bedeutung des Steins vom herrschaftlichen Markstein auf einen gewöhnlichen Gemeindegrenzstein. Die Kreuzsattelhütte wurde 1926 auf den Trümmern eines abgebrannten Vorgängerbaus errichtet und 1927 der Ortsgruppe Wolfach des Schwarzwaldvereins zur Verfügung gestellt; seit 1985 wird sie von der Ortsgruppe Oberwolfach in 99-jähriger Erbpacht betreut.
Kurz nach Passieren der Kreuzsattelhütte verzweigen sich die Wege - Der E1 führt geradeaus (Abkürzung), während der Westweg rechts zum Brandenkopf abzweigt. Der steil zwischen den Tälern von Harmersbach, Kinzig und Wolfach aufragende Brandenkopf (945 m) ist der markanteste und höchste Berg der Region. Als solcher ist der »König des mittleren Schwarzwalds« ein Ziel für Wanderer und Mountainbiker ebenso wie für Luftwanderer, die in ihren Segel- oder Motorfliegern den Aussichts- und den Fernsehturm sowie die Windkraftanlage auf dem Berg als Orientierungs- bzw. Wendemarke ansteuern, teilweise in nationalen und internationalen Wettbewerben. Der steinerne Aussichtsturm (1929) bietet einen prächtigen Rundblick über die Berge und Täler, an klaren Tagen schweift der Blick über die Rheinebene hinweg bis zu den Vogesen, an manchen Herbst- und Wintertagen zeigen sich sogar die Alpen. Bis zum Waldbrand des Jahres 1730 hieß der Berg »Varnlehenskopf«; an diesen alten Namen erinnert der »Farlehensweg« auf der Oberharmersbacher Seite. Nach dem Waldbrand nannte man den Berg »Brennetenkopf«, daraus wurde der heutige Name Brandenkopf.
Nach Hausach.
Vom Brandenkopf senkt sich der Westweg im Wald hinab zum Hirzwasen, wo er sich wieder mit dem E1 vereinigt. Mit mehreren Aussichtsstellen führt er im Wald weiter über den aussichtsreichen Hohenlochen, wo der steile Abstieg ins Kinzigtal beginnt. Kurz nach Passieren der Hohenlochenhütte geht es oberhalb des Osterbacher Käppelehofs vorbei zum Weißen Kreuz und zum Spitzfelsen, wo sich ein einmaliger Blick auf Hausach und in das Kinzigtal bietet. Steil geht es nun hinab ins Kinzigtal, auf der Bundesstraßenbrücke über den Fluss, kurz flussabwärts und dann links zum Bahnhof von Hausach.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour35 km
Höhenunterschied300 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
StartortFreudenstadt (728 m) mit dem laubenumgebenen Marktplatz ist das früheste Beispiel einer Wirklichkeit gewordenen »Idealstadt« der Renaissance nördlich der Alpen.
AusgangspunktParkplatz und Bushaltestelle Alexanderschanze (968 m) in Freudenstadt-Kniebis an der Abzweigung der B 28 von der Schwarzwaldhochstraße (B 500).
EndpunktBahnhof Hausach (238 m) im Kinzigtal.
TourencharakterMit zahlreichen Aussichtsstellen führt der Westweg von der Alexanderschanze in sanftem Auf und Ab über den bewaldeten Höhenrücken zwischen Rench- und Wolfachtal und über den Brandenkopf, den »König« des mittleren Schwarzwalds. Es gibt unterwegs drei Übernachtungsmöglichkeiten - Der am Weg gelegene Harkhof ist ein typischer Schwarzwälder Bauernhof, der Übernachtung in Zimmern ebenso wie im preiswerten »Matratzenlager« anbietet; in der Bauernstube kann man vespern und frühstücken. Nur einen Kilometer vom Weg entfernt liegt das Waldhotel Palmspring, das Westwegwanderer am Freiersbergsattel abholt und am folgenden Morgen wieder hinbringt; Einzelzimmer und Schlafsäle bietet das Wanderheim am Brandenkopf.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000 Blatt 503 Offenburg/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, Blatt 3 (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungA 5 Basel – Karlsruhe, Ausfahrt Appenweier, dann auf der B 28 weiter Richtung Freudenstadt. Von Freudenstadt (Bahnhof) fährt der Bus zur Alexanderschanze. Vom Zielort Hausach fährt die Kinzigtalbahn, ein Zweig der Ortenau-S-Bahn, zurück nach Freudenstadt bzw. nach Offenburg.
GastronomieWaldhotel Palmspring, Harkhof, Kreuzsattelhütte (Einkehr von Mai bis Oktober an Sonn- und Feiertagen); das Wanderheim Brandenkopf ist ganzjährig bewirtschaftet (Montag Ruhetag) und übernimmt den Rucksacktransport für Wanderer, (Tel. 07831/6149).
Tourismusbüro
Tourist-Info Bad Rippoldsau-Schapbach, Kurhausstraße 2, 77776 Bad Rippoldsau-Schapbach, Tel. 07440/913940, www.bad-rippoldsau-schapbach.de

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