Wandern auf der Schwäbischen Alb

Vom Ipf zum Schloss Baldern

Rundwanderung in hügeliger Landschaft mit drei Anstiegen; mehrere Abschnitte auf Orts- und Landstraßen, ansonsten Feld-, Wald- und Asphaltwege. Für Kinder geeignet (ab 6–7 Jahren) ist die Variante. (Autor: Peter und Ute Freier)
19 km
550 m
5.00 h

Über den Ipf nach Oberdorf am Ipf

In Bopfingen, bis vor etwa 200 Jahren eine Freie Reichsstadt, steigen Sie vom Parkplatz in der Jahnstraße an, vorbei an einem Krankenhaus, und folgen geradeaus einem Feldweg, der am kahlen Hang des Ipf ansteigt. Etwa 200Meter nach einem Kinderspielplatz wenden Sie sich nach rechts entlang einer auffälligen Buschreihe und gelangen auf einer Trittspur auf die Ostflanke des Ipf.

Hier führt eine Allee (Markierung: rote Gabel) durch die Öffnungen in mehreren Wällen vollends auf den Ipf (668m; 3/4 Std.). Die Befestigung auf dem Ipf zählt zu den bedeutendsten Bodenkulturdenkmälern Südwestdeutschlands. Vermutlich um 1000 v. Chr. entstand der Ringwall an der Kante des Hochplateaus, während die drei hintereinander gestaffelten Wälle – es handelt sich um zerfallene, ursprünglich etwa fünf Meter hohe Mauern – mit Gräben am sanfter ansteigenden Osthang im6. Jh. v. Chr. von Kelten angelegt wurden.

Aufgrund der Ausgrabungsfunde und Großgrabhügel in der Umgebung nehmen die Archäologen an, dass es sich um einen Fürstensitz handelte. Das bei Höhensiedlungen häufig auftretende Problem der Wasserversorgung wurde vermutlich durch Tiefenbrunnen gelöst: Trichterförmige Vertiefungen auf halber Höhe des Nordhangs, heute versteckt in einem Waldstreifen, werden als verschüttete Brunnenschächte interpretiert, die wahrscheinlich durch Schenkelmauern in die Befestigungsanlage mit einbezogen waren.

Von der Kante der Gipfelhochfläche, wo noch die Reste einer Ringmauer zu erkennen sind, bietet sich ein herrlicher Rundblick. Am Westhang (rote Gabel) steigen Sie steil ab nach Oberdorf am Ipf und folgen der Markierung durch den Ort.

Von Oberdorf am Ipf zum Schloss Baldern

Vom Ortsrand führt ein Wirtschaftsweg entlang des Waldrands zur Kleingartenanlage »Krautgärten« und durch Wald bzw. entlang des Waldrands auf die flache Talsohle des Ederbachs.  Hier folgen Sie der Straße Oberdorf- Baldern kurzzeitig nach rechts, biegen links ab und passieren den Weiler Zimmerstetten. Mit schönem Blick auf Schloss Baldern steigen Sie am Südhang des Schlossbergs an, gehen an der Schlossmauer entlang und legen die letzten Meter hinauf zu Schloss Baldern auf einem breiten Weg zurück.

Das Barockschloss ist eine im 18. Jh. von den hochadligen Herren von Oettingen umgebaute Burg, wobei die Grundzüge der mittelalterlichen Burg erhalten blieben: Die starken Mauern, die einstige Vorburg mit den Wirtschaftsgebäuden, u. a. mit dem zu einer Gaststätte ausgebauten Marstall, und der innere Burghof. Die prachtvollen Salons und Gemächer, der Festsaal und eine große Waffensammlung mit Exponaten aus fünf Jahrhunderten können nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden (stündliche Führungen, Mitte März bis 31. Okt. täglich außer Mo).

Über den Käsbühl und Oberdorf am Ipf nach Bopfingen

Von Schloss Baldern führt der breite Weg bequem hinunter zum Dorf Baldern. Nach rechts folgen Sie der Ortsdurchfahrt zur Kirche und nach links der Weilerstraße bergab. Auf der Talsohle verlassen Sie die Straße nach rechts, erreichen entlang des Waldrands und durch Wald die Scheitelhöhe eines Hügelrückens und biegen kurz vor Röttingen auf der Höhe eines Hügelrückens bei einigen Feldscheunen links ab auf einen Asphaltweg (keine Markierung).

Nach etwa 2,5 km wenden Sie sich am Rand eines kleineren Waldstücks an einer Weggabelung nach links. Die niedere Erhebung zur Rechten, der Käsbühl (572m) – eine beim Meteoriteneinschlag herausgeschleuderte Erdscholle – bietet nochmals einen schönen Ausblick. Bequem führt der Fahrweg vollends hinunter, vorbei an einem israelitischen Friedhof, nach Oberdorf am Ipf.

Durch die Karksteinstraße, über Treppen zur Ellwanger Straße und auf dem links abzweigenden Egerweg kehren Sie entlang der Eger nach Bopfingen zurück und folgen der Jahnstraße zum Parkplatz.

Kurze Variante:

(4,5 km/ca. 11/2 Std): Nach dem steilen Abstieg vom Ipf in Oberdorf nach links in die Ipfstraße, rechts abbiegen in die Albstraße und nach links (rote Raute) entlang des Flüsschens Eger weitergehen. In Bopfingen erneut nach links in Richtung Krankenhaus und zurück zum Ausgangspunkt.

Bopfingen – Ipf (45Min.) – Oberdorf am Ipf (15Min.) – Schloss Baldern (1 1/2 Std.) – Baldern (10Min.) – Feldscheunen vor Röttingen (1 Std.) – Oberdorf am Ipf (1 Std.) – Parkplatz in Bopfingen (15Min.)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied550 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBopfingen, Kleinstadt am Nordrand der Ostalb.
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterVor dem nördlichen Albrand erheben sich der kegelförmige Ipf mit einem vorgeschichtlichen Ringwall auf dem Gipfelplateau und mehrere Hügel, wobei es sich um beim Einschlag des Nördlinger Meteoriten vor 15Millionen Jahren herausgeschleuderte riesige Erdschollen handelt. Nordwestlich von Bopfingen thront auf einer der größten dieser Erdschollen mit über 600Metern Höhe das Barockschloss Baldern.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte des LVA B-W, Blatt 522 (Aalen), 1:50 000.
VerkehrsanbindungPKW: A 7Würzburg-Ulm, Ausfahrt 114 (Aalen/Westhausen); B 29 nach Bopfingen und im Ort nach links (Ausschilderung: Klinik am Ipf) zu Parkplatz am Flüsschen Sechta.
Bahn: Bopfingen ist Station an der Linie Aalen–Donauwörth.
GastronomieGaststätten in Bopfingen und Oberdorf; Schänke im Schloss Baldern.
Tipps
MUSEEN IN BOPFINGEN UND GOLDBURGHAUSEN: Wer sich für die Vor- und Frühgeschichte, die Kelten, Römer und Alamannen auf der Ostalb interessiert, besucht das Museum im Seelhaus in Bopfingen, Spitalplatz 1 (März–Okt. Di–Fr 14–18 Uhr, Sa, So und Feiertage 14–17 Uhr). Vor allem über die Jungsteinzeit (6000– 2000v. Chr.), u. a. mit Hausmodellen und einer rekonstruierten Steinsäge, informiert das kleine Goldbergmuseum; in der Ortsmitte an der Ortsdurchfahrt des nordöstlich von Bopfingen gelegenen Goldburghausen (1. April–31.Okt. So und Feiertag 14–17 Uhr, an Werktagen nach Voranmeldung, Tel. 09081/293 50).
Unterkunft
In Bopfingen u. a. Sonnenwirt; Jugendherberge »Ruine Flochberg«.
Tourismusbüro
Marktplatz 1, 73441 Bopfingen,Tel. 07362/80160, www.ries-ostalb.de

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