Vom Grödnerjoch zur Boèhütte

Auf den Sellastock, die »Gralsburg Ladiniens«: Teilweise ausgesetzte Bergtour, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich; Orientierung bei Nebel schwierig, im Falle eines Wetterumschwungs ist auch im Hochsommer mit Schnee und Eis zu rechnen: Grödnerjoch – Pisciadùhütte – Boèhütte (Autor: Eva-Maria Troidl, Stefan Lenz, Ludwig Graßler)
Direkt hinter dem Berghaus Frara beginnt ein Pfad (Weg 666 und Dolomitenweg 2), der uns zuerst über Wiesen und später dann über Geröll in ein schmales Tal führt. Jetzt geht es steil bergauf, im oberen Wegteil auch drahtseilversichert. Dennoch bleibt der Weg stets unschwierig, und wir erreichen nach knapp zwei Stunden die schön gelegene Pisciadùhütte (2587 m) auf dem ersten Plateau.
Nach einer kurzen Rast in diesem liebevoll geführten Haus passieren wir den Pisciadùsee und folgen dem gut markierten Weg weitere zwei Stunden durch Schluchten und vorbei an Felskämmen auf die Hochfläche und zur Boèhütte, der ehemaligen Bamberger Hütte. Diese steht auf einer großen Felsplatte inmitten eines ehemaligen Korallenatolls und unterhalb des weithin sichtbaren Massivs der Boèspitze.
Mit dem Eintreffen auf der Boèhütte (2871 m) haben wir unser »Pflichtprogramm« für heute schon erfüllt, und es bleibt reichlich Zeit, den Piz Boè (3152 m) zu erklimmen, der als einer der am leichtesten zugänglichen Dreitausender der Dolomiten gilt und mit Sicherheit einer ihrer schönsten Aussichtsgipfel ist. Für den Aufstieg brauchen wir nur etwa 45 Minuten. Über Geröll erreichen wir einen felsigen Gipfelabbruch mit Drahtseilsicherungen und dann in einer Schuttrinne erneut über Geröll und Felstrümmer den Gipfel. Unser Blick schweift nun über all die bizarren Dolomitengipfel, aber auch die Zillertaler, Stubaier und Ötztaler Alpen sind sichtbar, der Ortler sowie die Adamello- und Presanellogruppe. In der Nähe fesselt die firnschimmernde Marmolada den Blick – unser Tourengebiet am morgigen Tag. Die Einkehr im netten, kleinen Rifugio Capanna Fassa hier oben rundet unser Gipfelerlebnis ab (auch Übernachtungsmöglichkeit).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied820 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGrödnerjoch.
EndpunktBoèhütte.
TourencharakterVom Grödnerjoch erscheint der gewaltige Sellastock völlig unzugänglich, überraschenderweise ermöglicht aber das Val Settus einen recht einfachen Aufstieg in diesen Irrgarten aus Felszacken und Plateaus. Bei gutem Wetter dürfen wir uns auf eine genussreiche und problemlose Bergwanderung freuen. Der Tag wird gekrönt durch die Besteigung des 3152 Meter hohen Piz Boè.
Beste Jahreszeit
KartentippKompasswanderkarte 55 Cortina d'Ampezzo, 1:50 000; Tabacco 07, Alta Badia, Arraba-Marmolada, 1:25 0000.
MarkierungenWegmarkierungen Weg 666 und Dolomitenhöhenweg 2 (Dreieck mit Nr. 2).
VerkehrsanbindungBusverbindung zwischen Grödnerjoch und Wolkenstein (Selva di Valle Gardena) oder Abtei (Badia); letzter Bus ca. 18 Uhr; Seilbahn-/Sessellift-Verbindung zwischen Grödnerjoch und Wolkenstein, Juli–September 8.30–17 Uhr.
GastronomiePisciadùhütte.
Unterkunft
Boèhütte (Rifugio Boè), CAI/SAT-Sektion Trento, 20. Juni bis 20. September, Tel. 0471/84 73 03 und 83 62 17; Pordoijochhütte (Rifugio Forcella Pordoi), 20. Juni bis 20. September, Tel. 0368/3 55 75 05; Rifugio Capanna Fassa (Boè-Gipfelhütte), 1. Juli bis 30. September, Tel. 0462/60 17 23.
Tourismusbüro
Tourismusverein Wolkenstein, Str. Mëisules 213, I-39048 Wolkenstein, Tel. 0471/79 51 22.

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