Vom Gasthof Duftbräu auf den Heuberg

Bequeme Bergwanderung auf schmalen Pfaden, im oberen Teil stark ausgetreten. Aufstieg zur Wasserwand ist exponiert, aber mit Drahtseil gesichert, nur für geübte Bergsteiger! (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
8 km
510 m
4.00 h
Vom Gasthof Duftbräu (785m) führt ein schmalerWeg zuerst den Fluderbach entlang, bis wir nach etwa 20 Minuten auf das Ende einer Bergstraße treffen. Hier biegen wir rechts ab, gehen ein kurzes Stück zurück, um dann wieder in der ursprünglichen Richtung zu den Daffnerwaldalmen (1050m) aufzusteigen. Im Frühjahr breitet sich auf den Wiesen rund um die drei Almen ein zart lila Meer blühender Krokusse aus.
Der Aufstieg zum Gipfel beginnt an der Lagler Alm, der letzten Hütte am Almboden. Auf dem etwas überwachsenen Bergweg gehen wir aufwärts und lassen die vielen Trampelpfade, die den Hang durchkreuzen, links liegen. Das schont die Umwelt und auch unsere Kondition, denn dieser Weg führt in bequemer Neigung schräg am Hang aufwärts. Er macht durch einen kleinen Hohlweg eine Linkskurve und trifft schließlich in einer flachen Senke auf den jetzt sehr steilen Anstiegsweg, der uns nach rechts hinauf in den Sattel zwischen Wasserwand und dem Grasgipfel des Heubergs (1338m) führt. Jetzt stellen wir fest, dass der Heuberg eigentlich drei Gipfel besitzt - Die Wasserwand im Norden, den Grasberg in der Mitte und im Süden den Waldberg, der auf den Karten auch Kitzstein (1398m) genannt wird.
Wer schwindelfrei und bergerfahren ist und zudem Lust auf eine kleine Kletterpartie hat, der steigt am Drahtseil entlang auf die etwas höhere Wasserwand (1367m). (Vorsicht, die Felsen sind von den vielen Gipfelstürmern glatt poliert!) Wem das zu riskant erscheint, der geht die wenigen Meter auf den Grasberg und schaut dort in die Runde. Dieser ist, weil er seinem Namen alle Ehre macht und dicht mit Gras überwachsen ist, zum Rasten ohnehin besser geeignet. Den schönsten Ausblick hat man natürlich oben von der etwas höheren Wasserwand: Der Wendelstein mit seinen Antennen dient als Landmarke; er baut sich steil über dem Inntal auf, das hier wie ein Trichter wirkt. Um die Kirchlein St. Margareten und Schwarzlack gibt es keine Dörfer, sondern nur verstreut liegende Bauernhöfe. Obwohl das Inntal immer Durchzugsgebiet war, fühlte man sich hier oben am Berg so sicher, dass man die Bauernhöfe dort baute, wo die Felder lagen, und nicht Schutz suchend zusammengedrängt in einem Dorf. Das Inntal öffnet sich hin zur Kreisstadt Rosenheim, und bei klarem Wetter kann man dahinter mit dem Fernglas sogar den Fernsehturm von München erkennen. Weiter rechts steht direkt unter uns der Samerberg, und dahinter blinkt der lang gestreckte Simssee hervor. Ihm schließt sich der Chiemsee mit der Herreninsel, von der die Fraueninsel verdeckt wird, an. In direkter Nachbarschaft sehen wir das Feichteck, die Hochries und den Spitzstein, dazwischen ragt der Geigelstein in den Himmel. Den Süden dominieren Wilder und Zahmer Kaiser sowie das Kranzhorn. Über dem Tiroler Inntal stehen die Zillertaler Alpen im Hintergrund, und der Pendling stürzt bei Kufstein jäh zum Tal hin ab. Wieder in direker Nachbarschaft, nur auf der anderen Seite des Inntals, steht der völlig mit Wald bewachsene Wildbarren, dann folgen Brünnstein, Traithen und schließlich die Rotwand. Vor ihr breiten sich die Wiesen um die Astenhöfe aus, und schräg unter uns sehen wir auf einer kleinen Bergkuppe das romanische Kirchlein am Petersberg, der schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war.
Der Rückweg führt uns zunächst wieder hinab zu den Daffnerwaldalmen; dort nehmen wir die Bergstraße, die von Nußdorf heraufführt. Kurz nach den ersten beiden Kehren zweigt rechts einWeg ab, der uns wieder zu unserem Ausgangspunkt, zum Berggasthof Duftbräu, zurückführt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied510 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
Startort
AusgangspunktBerggasthof Duftbräu am Samerberg
EndpunktBerggasthof Duftbräu am Samerberg
TourencharakterDer Heuberg ist der erste höhere Berg am Beginn des Inntals. Das hat sicher dazu beigetragen, dass man am Gipfel nicht gerade die so viel gerühmte Einsamkeit der Bergwelt genießen kann. Jedoch ändert dies überhaupt nichts an der fantastischen weiten Aussicht, die wir dann eben mit einigen anderen Gipfelstürmern teilen.
Überdies können hier (ältere) Kinder erste Klettererfahrungen bei einer kleinen Kletterpartie zur Wasserwand sammeln. Den Abschluss der Bergtour lässt man dann entweder stilecht auf den Daffnerwaldalmen ausklingen – übrigens auch ein beliebtes Mountainbike-Ziel, denn der Heuberg selbst lässt sich nicht beradeln –, oder man kehrt im weithin bekannten Berggasthof Dufbräu ein.
Hinweise
KartentippKompass 1 - 50 000, Blatt 10 Chiemsee und Blatt 8 Tegernsee–Schliersee
Markierungen
VerkehrsanbindungAuto. Über die Inntalautobahn A 93 bis zur Ausfahrt Nußdorf, in Nußdorf weiter Richtung Neubeuern und ca. 500Meter nach dem Ortschild »Nußdorf« rechts zum Samerberg. In Essbaum rechts nach Holzmann und weiter über Ried im Winkel zum Berggasthof Duftbräu; dort Parken gegen Gebühr (wird bei Einkehr erstattet)
GastronomieBerggasthof Duftbräu; Daffnerwaldalmen (ganzjährig geöffnet, im Winter nur Do bzw. Fr–So)
Tipps
Verleih
Informationen
Höchster Punkt
Unterkunft
Tourismusbüro
Gäste-Information, Dorfplatz 3/Törwang, 83122 Samerberg, Tel. 08032/86 06, www.samerberg.de