Vom Erdinger Moos ins Holzland

Nach einem Rundgang in Erding verläuft die abwechslungsreiche Fahrt über Wartenberg in die als Holzland bezeichnete Hügelregion östlich vom Erdinger Moos. Über Maria Thalheim und Bockhorn kehrt man nach Erding zurück. Am Wege großartige Ausblicke, eine mächtige Eichenallee und eine der schönsten Rokokokirchen rund um München. Schlusspunkt ist ein Besuch auf dem Tiergnadenhof Kirchasch. (Autor: Armin Scheider)
4 km
115 m
1.00 h
Stadtbummel in Erding. Stille Wege gibt es im Zentrum der altbayerischen Herzogstadt wenige, doch einen Rundgang sollte man trotzdem einplanen. Stadtmittelpunkt ist neben dem Kleinen Platz und der Langen Zeile vor allem der ansehnliche Schrannenplatz mit seinem Bauensemble aus Frauenkirche, Rathaus (Preysingpalais von 1648) und Schönem Turm in der Landshuter Straße. Repräsentativ auch das Riverapalais (1712) in der Münchner Straße und das Widnmannpalais (1782) in der Langen Zeile. Wer sich kunstgeschichtlich betätigen will, werfe einen Blick in die Pfarrkirche St. Johannes, wo u. a. ein Triumpfbogenkruzifix von Hans Leinberger (1525) und Johannesfiguren vom Meister der Blutenburger Apostel (Ende 15. Jh.) zu bewundern sind. Auch ein Museumsbesuch bietet sich an, z. B. im Städtischen Heimatmuseum an der Prielmayerstraße (So 14–17 Uhr), wo eine der frühesten mittelalterlichen Figuren, ein Christus auf dem Palmesel (ca. 14. Jh.), zu sehen ist. Oder im Bauernhausmuseum an der Taufkirchner Straße (Sa und So 10–17 Uhr), wichtigstes Schaustück hier ein reich verzierten Getreidestadel von 1581. Im Stadtpark beiderseits der Sempt zeigen sich schöne Fluss- und Parkszenen. Ein Gehege mit Vögeln, Pfauen, Kleintieren, Damwild und Esel ist vor allem für Kinder interessant. Besuch in Wartenberg. Über Langengeisling, Tittenkofen und Helling gelangt man in das geschichtsträchtige Fraunberg. Das Freiherrngeschlecht der Fraunberger hat seit dem frühen Mittelalter die Geschicke von Staat und Kirche in Bayern mitgeprägt. Noch heute ist das 1683 neu erbaute Schloss in Fraunberg Wohnsitz der Familie. Am Strogen entlang geht es weiter nach Wartenberg. Unter den drei Kirchen des Marktes ragt die Friedhofskirche St. Georg heraus, enthält sie doch den vortrefflichen Rocklfinger Flügelaltar von 1490, der ursprünglich in Appolding stand. Naturliebhaber finden auf dem Nikolaiberg oberhalb des Ortszentrums sowie auf dem Spatzenberg (2 km südöstlich) Aussichtspunkte, die Weitblicke über das Erdinger Moos und ins Holzland gewähren. Eine schöne Wanderung (6 km) durch Feld und Wald verbindet diese Punkte. Hinaus geht es auf Oberer Hauptstraße und Badstraße, weiter über Fichten-, Birken- und Eichenstraße hinauf zum Spatzenberg. Die weitere Route ist aus der Karte rechts zu ersehen. Aufpassen heißt es, wenn man an den gemauerten Bildstock mit Christusbild kommt. Hier zeigt das Wanderschild geradeaus, richtigerweise aber geht es halb links den Wiesenweg hinunter zum ersten Anwesen, wo der Weg rechts zum Nikolaiberg, geradeaus aber hinab ins Ortszentrum führt. Abstecher ins Erdinger Holzland. So nennt man das tertiäre Hügelland, das sich im Osten an das Erdinger Moos anschließt, nachdem es ab dem Flüsschen Strogen abrupt um ca. 50 Höhenmeter angestiegen ist. Im waldarmen Erdinger Landkreis ist es neben der Region um Isen das einzige Gebiet, das zumindest teilweise bewaldet ist. Daher auch der Name Holzland, denn Holz steht für Wald oder Forst. Wir verlassen Wartenberg auf der Badstraße und machen schon bald Bekanntschaft mit einer imposanten Eichenallee, die sich von Wartenberg bis Schröding auf einer Länge von fast sieben Kilometern hinzieht. In der Baumfolge mal dichter, mal lockerer, überwölben die alten Baumriesen mit ihren Kronen die Straße und erzeugen so den typischen Alleencharakter. Das Holzland selbst ist bäuerlich geprägt und von überwiegend hügliger Gestalt, so dass sich immer wieder weite Ausblicke bis hin zur Bergkette auftun. Rokokojuwel in dörflicher Umgebung. Wir setzen die Fahrt von Schröding über das Dorf Steinkirchen bis nach Maria Thalheim fort. Die Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt in Thalheim sieht zunächst aus wie jede andere Dorfkirche – bis der Blick ins Innere fällt. Mit Staunen erkennt man, dass sich hier einer der schönsten Rokokoräume im Umkreis von München darstellt, der in dieser stillen bäuerlichen Gegend nicht zu vermuten war. Die Wallfahrt begann schon im späten 14. Jh. Die ältesten Teile der Kirche stammen aus dem 14./15. Jh., die Barockausstattung aus der 2. Hälfte des 17. Jh. Zur prunkvollen Einrichtung zählen vor allem der viersäulige Hochaltar und die sechs Nebenaltäre, aber auch Stuck und Deckenbilder sowie die Kanzel und ein reich geschmiedetes Gitter, alles aus der Hand namhafter Barockkünstler. Eine überaus harmonische Raumkomposition, die ihren Glanz besonders bei einfallendem Sonnenlicht entfaltet. Besonders gut können Sie den Raum auf sich wirken lassen, wenn Sie über die Treppe zur Empore hochsteigen. Auf dem Gnadenhof in Kirchasch. Seit nunmehr 20 Jahren existiert in der Nähe des Dorfes Kirchasch ein Gnadenhof des Tierschutzvereins München e.V. Wir erreichen ihn von Maria Thalheim über Grünbach und Bockhorn. Der Hof ist Zuflucht für Haustiere, die nur schwer weitervermittelt werden können, sei es, weil sie zu alt sind oder krank oder aber verhaltensgestört. Zur Zeit leben dort u. a. rund 70 Katzen und 25 Hunde. Insgesamt sind es über 250 Tiere. Sie können den Hof besuchen. Die Öffnungszeiten sind Montag von 13.30–16.30, Mittwoch von 08.00–11.00 und Freitag nochmals von 13.30–16.30 Uhr. Am Wochenende sind Besuche nach Absprache möglich. Die Telefonnummer lautet - 08122/14351. Ausklang in der Erdinger Therme. Wenn man zur Krönung des Tages friedlich-bäuerliche Atmosphäre vertauschen möchte mit karibischen Impressionen, dann wäre bei frühzeitiger Rückkehr nach Erding ein Besuch der Erdinger Therme das Richtige. Palmenhaine, diverse Becken, Saunaparadies, Erlebnisduschen, Ruheräume und ein Caribbean Restaurant dienen ausschließlich dazu, Sie zu verwöhnen und so dem ereignisreichen Tag eine letzte Steigerung zu verleihen. Geöffnet hat die Therme täglich von 10–23 Uhr.

Thermentour Länge - Autoroute ca. 55 km (Erding-Thalheim-Erding) Wanderung ca. 6 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied115 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktStadtmitte Erding Anfahrt von München auf der B 388 über Moosinning oder auf Nebenstrecke über Kirchheim-Neuching. Bahnverbindung S 2
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterNach einem Rundgang in Erding verläuft die abwechslungsreiche Fahrt über Wartenberg in die als Holzland bezeichnete Hügelregion östlich vom Erdinger Moos. Über Maria Thalheim und Bockhorn kehrt man nach Erding zurück. Am Wege großartige Ausblicke, eine mächtige Eichenallee und eine der schönsten Rokokokirchen rund um München. Schlusspunkt ist ein Besuch auf dem Tiergnadenhof Kirchasch.
Beste Jahreszeit
GastronomieErding Gasthaus Mayr-Wirt Biergarten, kein Ruhetag; Brauerei Gasthof Zur Post, Innenhof, Fr erst ab 18 Uhr geöffnet; Gaststätte Weißbräu, Terrasse, Mi Ruhetag Grünbach Gasthof Bräustüberl, Biergarten, ganztägig nur So geöffnet, sonst ab 18 Uhr (Schmankerl-Büffet)
Tipps
Nach der Tour entspannen in der Therme Erding
Tourismusbüro
Erding Tel. 0 81 22/55 84 88 www.erding.de Wartenberg Tel. 0 87 62/73 09-0 www.wartenberg.de
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