Vom Breitenberg zum Aggenstein

Im Gipfelbereich des Aggensteins erfordert die Tour Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. (Autor: Bernhard Irlinger)
An der Bergstation der Breitenbergbahn (1500m) bieten sich zwei Möglichkeiten für den Weiterweg. Entweder wir überwinden noch 200 Hm mit dem Hochalp-Sessellift oder wir folgen dem Wanderweg geradewegs an der Hochalphütte vorbei, der nahe dem Sessellift aufwärts führt (Wegweiser Ostlerhütte, Aggenstein). In beiden Fällen erreichen wir den »Engerle« genannten Wiesenrücken (1680m), der sich zwischen Breitenberg und Aggenstein spannt. Über ihn wandern wir links in südlicher Richtung abwärts auf das unnahbare Felshorn des Aggensteins zu (Wegweiser Aggenstein), das mit senkrechten Nordwänden abbricht. Noch ist es uns ein Rätsel, wie der Steig diese abweisende Felsflanke überlisten will.
Schnell ist der Fuß des Aggensteins erreicht. Ein Serpentinenweg schlängelt sich durch einen steilen Wiesenhang nach oben. Wir erreichen eine Hangkante, über die wir auf die Nordwestseite des Aggensteins wechseln. Felsrunsen durchziehen nun das Gelände. Der schmale Weg verlangt Trittsicherheit und an einigen Stellen geben Drahtseile und Ketten zusätzlichen Halt. Über uns öffnet sich eine breite Rampe, der so genannte »Lange Strich«, der die steile Nordflanke des Aggensteins durchzieht. Ein breiter Weg schlängelt sich unterhalb steiler Kletterwände in angenehmen Serpentinen über die Schuttflanke aufwärts, bis wir am Grat in das wärmende Sonnenlicht hinaustreten. Wir queren kurz eine steile Grasflanke und erreichen eine Weggabelung. Links hinab wird uns der Abstieg zur Bad Kissinger Hütte führen. Zuvor klettern wir rechts durch die teils mit Ketten gesicherte Flanke zum Gipfelkreuz des Aggensteins (1985m) hinauf. Grenzenlos scheint von hier die herbstlich klare Rundumsicht.
Vom Gipfel steigen wir wieder zur nahen Kreuzung hinab und folgen dem Weg abwärts (Wegweiser Pfrontner Hütte), der in Serpentinen durch die grasige Südflanke des Aggensteins hinabzieht. Bald wendet sich der Weg nach links und quert durch Grashänge abwärts. Unter uns taucht die Bad Kissinger Hütte (1788m) auf, die sich über steilen Kalkfelsen auf dem schmalen Felskamm festkrallt. Die aussichtsreiche Terrasse des ehemals Pfrontner Hütte genannten Berghauses lädt zu einer Rast ein, ehe wir vorbei an einem schönen Holzkreuz weiter am Grat entlang absteigen. Kurze Zeit später zweigt rechts der Weg nach Grän ab. Wir folgen hier jedoch geradeaus dem Kammweg (Wegweiser Breitenberg, Pfronten) und biegen nach ca. 100m links in einen Steig ein (Wegweiser Breitenberg, Pfronten), der sich durch die schattige, felsige Nordflanke abwärtsschlängelt. Der Weg ist besser zu begehen, als sein Name »Böser Tritt« vermuten lässt. Am Fuß der felsigen Steilflanke zieht der Steig kurz nach links und läuft dann abwärts zu einer Wegkreuzung vor der Grenzerhütte.
Links gelangt man zurück zur Bergstation der Breitenbergbahn. Wir halten uns aber rechts (Wegweiser Reichenbachklamm, Pfronten) und folgen dem schmalen Weglein, das uns durch Wald und zwischen Steinblöcken hindurch abwärts führt. Wir treffen in der Talmulde des Plattenbachs auf die Schneise einer Skipiste, über die unser Weg zur Talstation eines Lifts hinabführt. Wir wechseln geradewegs auf einen Wirtschaftsweg, der uns schnell in den Wald leitet. Steil und steinig führt er zur Bergstation einer Materialseilbahn hinunter.
An dieser Stelle beginnen zwei schmale Wanderwege, wobei der linke der einfachere, der rechte jedoch der landschaftlich eindrucksvollere ist. Wir nehmen rechts den schmalen Steig (Wegweiser Reichenbachklamm, Pfronten), der uns in Serpentinen durch den Wald zum Rand der Reichenbachklamm hinableitet. Gut gesichert mit Geländer und Drahtseilen queren wir über der Schlucht nach links und ein Brückchen hilft uns über einen schmalen Bergkamm. Immer wieder öffnen sich vom Weg, der in Serpentinen nach und nach in den Talgrund absteigt, eindrucksvolle Blicke in den oberen, wildesten Teil der Klamm.
Wir folgen jetzt dem Bach, der in kleinen Wasserfällen über die Feldblöcke rauscht, um sich dann wieder in einladend grünen Gumpen zu sammeln. Bald kommt von links der Steig herein, der oben an der Materialseilbahn links abzweigt. Das Tal weitet sich nach und nach und wir wechseln geradeaus auf einen Fahrweg. An der Gabelung vor der Talstation der Materialseilbahn nehmen wir das linke Sträßchen (Wegweiser Breitenbergbahn, Steinach) und biegen nach wenigen Metern links auf einen Wiesenpfad ein. Wir wandern geradewegs auf weicher, grüner Spur über die Weide zu einem Feldweg, dem wir nach links folgen. Dann auf dem Hauptweg bleiben und nach einem kleinen Wäldchen an der Kreuzung links über die Brücke gehen (Wegweiser Breitenbergbahn, Steinach). Jetzt geradewegs auf der schmalen Teerstraße unter der Seilbahn hindurch und wenige Meter weiter auf einem Feldweg nach rechts (Wegweiser Breitenbergbahn). Ein Wiesenpfad bringt uns zur nahen Talstation der Breitenbergbahn (850m) in Pfronten-Steinach.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied530 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDie Bergstation bzw. die Talstation der Breitenbergbahn.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterSüdlich von Pfronten ragt ein ungleiches Bergpaar über dem Vilstal auf. Während der Breitenstein seinem Namen entsprechend breit und behäbig den Horizont verstellt, beeindruckt das benachbarte Felshorn des Aggenstein durch seine eleganten Linien und bietet dem erfahrenen Wanderer eine eindrucksvolle Bergtour.
Beste Jahreszeit
MarkierungenWegweiser und Farbmarkierungen.
VerkehrsanbindungDie Talstation der Breitenbergbahn liegt östlich von Pfronten-Steinach an der B309. Gegenüber der Talstation der Bahnhof Pfronten-Steinach, zusätzlich Busverbindungen nach Füssen, Pfronten und Tannheim.
GastronomieIn der Bad Kissinger Hütte (Pfrontner Hütte).
Unterkunft
In Pfronten; in der Bad Kissinger Hütte (ehemals Pfrontner Hütte), Tel. **43/(0)676/3731166 (Hütte) und **43/(0)5677/20088 (Tal).
Tourismusbüro
Tourismus Pfronten, Tel. 08363/69888

Buchtipp

Bernhard Irlinger

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