Vom Blankensee in die Glauer Berge

Im Naturpark Nuthe-Nieplitz Wald- und Aussichtswanderung, die auf dem vergleichsweise steilen Pfad in den Glauer Bergen genaue Orientierung an der Rotstrich-Markierung verlangt. (Autor: Bernhard Pollmann)
10 km
100 m
3.00 h
Naturpark Nuthe-Nieplitz Der Naturpark Nuthe-Nieplitz umfasst die Flussniederungen, Seen und bewaldeten Höhenzüge im dünn besiedelten »märkischen Zweistromland« zwischen Fläming, Zauche und Teltow im Süden von Potsdam und Berlin. Namensgeberinnen sind die im Fläming entspringenden Flüsse Nuthe, die in Potsdam in die Havel mündet, und ihr Zufluss Nieplitz, an der die beiden größten Städte des Naturparks liegen, die »Spargelstadt« Beelitz und die »Sabinchen-Stadt« Treuenbrietzen. Ausgedehnte Feuchtwiesen und bis zu Hunderte von Metern breite Schilfgürtel an den flachen Seen des 623 qkm großen Naturparks bilden ein Rückzugsgebiet für seltene Pflanzen und Tiere sowie Rast- und Brutplätze für Tausende von Kranichen und anderen Vögeln. Der Kranich ist das Wappentier des Naturparks. Die Ungeheuerwiesen bei Blankensee sowie der Zauchwitzer Busch bei Stangenhagen sind die bekanntesten Vogelbeobachtungsstätten. Die größten Seen im Naturpark sind der Große Seddiner See und der Blankensee. Östlich von Blankensee erhebt sich als eines der markantesten »Gebirge« der Endmoränenzug der bis zu 93m hohen Glauer Berge mit ihren steilen Hängen, Trockentälern und wunderbaren Ausblicken auf die Niederungen. Blankensee Das Schlossdorf Blankensee, das 1995 zum schönsten Dorf Brandenburgs gewählt wurde, ist von der landschaftlichen Lage zwischen den Glauer Bergen und dem Blankensee sowie seiner kulturellen Ausstattung mit dem von der Nieplitz durchflossenen Schlosspark einer der attraktivsten Ausgangspunkte für Wanderungen im Naturpark Nuthe-Nieplitz. 1999 wurde der Naturpark in Blankensee mit einem Festakt feierlich eröffnet mit dem Ziel »der Erhaltung und Förderung der landschaftlichen Eigenart und Schönheit einer reich strukturierten, weitgehend harmonischen Kulturlandschaft mit einer Vielzahl unterschiedlicher, stark miteinander verzahnter Landschaftselemente, vor allem Seen, Kleingewässer, Moore, Heiden, Offenlandschaften und ausgedehnte Kiefernwälder, Laubmischwälder und Bruchwälder sowie weiteren kulturhistorisch und landschaftsästhetisch wertvollen und vielgestaltigen Landschaftsstrukturen«, wie es in der Bekanntmachung des brandenburgischen Umweltministeriums heißt. Vom Parkplatz am südlichen Ortseingang von Blankensee führt die Blaupunkt-Markierung des 66-Seen-Wegs an der Grundschule vorbei zum Bohlensteg am Nordostufer des Blankensees. Der in einen Naturlehrpfad eingebundene Bohlensteg bietet einen traumhaften Blick auf die rund 300 ha große Wasserfläche des unter Naturschutz stehenden Sees in der Kernzone des Naturparks, dem Naturschutzgebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung. Der breite Schilfgürtel am See bietet unzähligen Wasservögeln Deckung und Brutplätze. Mit dem Fernglas sind Gänse, Enten und Rallen, Kormorane, Reiher, Eisvögel und manchmal auch See- und Fischadler zu beobachten. Bauernmuseum und Ungeheuerwiesen Vom Bohlensteg am Blankensee führt eine von alten Laubbäumen gesäumte Promenade ins Dorf und am Bauernmuseum vorbei zum Schlosspark. Das Blankenseer Bauernmuseum in einem restaurierten märkischen Mittelflurhaus (1649) an der Dorfstraße dokumentiert die bäuerliche Wohn- und Arbeitskultur im Thümenschen Winkel, wie dieses Gebiet nach den Schlossherren genannt wurde. Im Erdgeschoss ist das reetgedeckte Gehöft eingerichtet wie ein Bauernhaus aus dem 19. Jh. Der Museumshof, zu dem auch Scheune und Stallgebäude gehören, reicht bis hinab zur Nieplitz und beherbergt auch eine Museumsschänke. Hier verlassen wir den 66-Seen-Weg (geradeaus geht es zu einer Kreuzung, wo der Weg zum Vogelbeobachtungsturm an den Ungeheuerwiesen ausgeschildert ist) und folgen der Gelbstrich-Markierung durch den Schlosspark. Nördlich des Dorfs führt ein Wanderweg in einem kurzen Abstecher zum Vogelbeobachtungsturm an den Ungeheuerwiesen. Hier lassen sich im Frühjahr und im Herbst besonders während der Dämmerung Tausende nordischer Wildgänse, Kraniche und andere Zugvögel beim Äsen auf den Feuchtwiesen beobachten, auch Greifvögel wie Fischadler und Rotmilan sind zu sehen. Sudermann-Schlosspark Schloss Blankensee ist mit seiner Einheit aus Schloss und Park beispielhaft für die Herrenhausanlagen des 18./19. Jh. in der Mark Brandenburg. Das barocke Haupthaus, ein zweigeschossiger Putzbau auf rechteckigem Grundriss mit hohem verputzten Sockel, wurde 1740 für den sächsischen Kreishauptmann Christian Wilhelm von Thümen erbaut. Er entstammte einem alten Herrengeschlecht, das seit dem ausgehenden 14. Jh. in dieser Gegend, dem »Thümenschen Winkel«, residierte. Das Haupthaus wird seit der Renovierung (1998) von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften als Tagungs- und Gästehaus genutzt, der 3,5 ha große Landschafts-park jedoch ist öffentlich zugänglich. Umgestaltet im Geschmack des Fin-de-siècle wurde er durch den Schriftsteller Hermann Sudermann, der von 1902 bis zu seinem Tod 1928 der letzte private Eigentümer von Schloss Blankensee war. Der kunsthistorisch wertvolle Park mit seinen geschwungenen Wegen enthält zahlreiche gartenarchitektonische Elemente und Plastiken. Kapellenberg Vom Schlosspark in Blankensee führt die Gelbstrich-Markierung kurz durch die angrenzende Wilhelm-Pieck-Straße. An der Kreuzung am Ende übernimmt die Rotstrich-Markierung die Routenführung, leitet auf der Dorfstraße ortsauswärts und am Straßendreieck links und zweigt dann rechts auf einen Waldweg ein, der vergleichsweise steil zum Kapellenberg hinaufführt. Auf dem sagenumwobenen Kapellenberg standen bis 1909 die Ruinen einer mittelalterlichen Marienwallfahrtskapelle. Während heute nur noch Gräben an diesem von Legenden umwobenen Ort erkennbar sind, sah Theodor Fontane während seiner Wanderung noch die Ruine der Kapelle - »Erst über ein breites Brachfeld hin und bald danach einen Waldweg hinauf, erreichten wir die Kuppe des unser nächstes Ziel bildenden Kapellenberges und betraten den alten Bau, der seinerzeit diesem Berge den Namen gegeben. Zwei Wände sind eingestürzt, zwei stehen noch, so dass es auch für den Laien ein Leichtes ist, sich alles wieder in Vollständigkeit vorzustellen. Es war eine gotische Kapelle, zehn Schritt im Quadrat, nach allen vier Seiten hin offen, genau nach Art jener Baldachine, denen man in alten Domen so oft über dem Altar begegnet. Ob dieser Bau vordem ein Wallfahrtsort war, ist schwerlich noch mit Sicherheit festzustellen, aber das scheint mir gewiss, dass er kirchlichen Zwecken und nur solchen diente. Die Konsolnische, darauf das Muttergottesbild stand, ist noch wohl erhalten.« Wie die Legenden berichten, befindet sich im Kapellenberg in einer Braupfanne ein Goldschatz, auf dem der Böse sitzt. Immer wieder, noch im 19. Jh., sollen die Herren von Thümen an der linken Ecke der Kapelle Grabungen veranlasst haben in der Hoffnung, den Schatz zu finden – vergebens. Friedensstadt und Wildgehege In sachtem Auf und Ab führt der Kammpfad bzw. -weg über den Rücken der Glauer Berge und bietet mehrfach hervorragende Aussicht auf die Nieplitz-Niederung. An einer Stelle mit Blick auf den Blankensee geht es abwärts in einem Trockental und unten am Waldrand rechts, bis die Rotstrich-Markierung an der nächsten Verzweigung wieder rechts auf die Berge führt. An einer Stelle ist der Pfad wegen gestürzter Bäume unwegsam, dann geht es bequem weiter aufwärts. Oben an der Wegekreuzung zeigt das Schild »Glau« rechts auf einen sandigen Weg, der talwärts führt. Am Laubenweg geht es rechts weiter, übergehend in die Bergstraße, am Biergarten links Am Glauer Hof. Die Siedlung Glau im sonnigen Südhang der Glauer Berge erlebt derzeit ihre Renaissance als christliche »Friedensstadt«. Nach Verlassen der Bebauung geht es unten geradeaus und an der Vorfahrtsstraße weiter geradeaus auf dem Betonplattenweg zum Wildgehege Glauer Tal. Hier rechts auf dem Waldweg zurück nach Blankensee.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortDas Schlossdorf Blankensee am gleichnamigen See im Naturpark Nuthe-Nieplitz zählt zu den schönsten Dörfern Brandenburgs; es ist Ortsteil der Stadt Trebbin.
AusgangspunktWanderparkplatz am südlichen Ortseingang von Trebbin-Blankensee an der Straße Richtung Schönhagen.
TourencharakterVom Schlossdorf Blankensee, an einem der größten und schönsten Seen im Naturpark Nuthe-Nieplitz gelegen, führt diese Waldwanderung auf die Glauer Berge, die eine einmalige Aussicht auf das »märkische Zweistromland« gewähren. Die Kammwanderung über die zuweilen recht steilen Glauer Berge nach Trebbin zählt zu den schönsten Bergwanderungen in Brandenburg. Wir kürzen sie ab, indem wir zur christlichen »Friedensstadt« Glau absteigen und zum sehenswerten Wildpark hinüberwandern.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1 - 50 000 Ausgabe mit Wanderwegen, Blatt Naturpark Nuthe-Nieplitz (Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg).
VerkehrsanbindungBusverbindung Trebbin – Blankensee – Potsdam. Mit dem Auto A 9 Berliner Ring – Halle/Leipzig, Ausfahrt Beelitz, weiter auf der B 246 via Beelitz Richtung Trebbin und in Schönhagen abzweigen Richtung Blankensee.
GastronomieBlankensee, Glau, Trebbin, Löwendorf, Priedel.
Tourismusbüro
Stadt- und Touristinformation Trebbin, Berliner Straße 44, Am Denkmalsplatz, 14959 Trebbin, www.stadt-trebbin.de

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