Vom Altprags zum Pragser Wildsee

Traumziel der Dolomiten.
Leichte Rundwanderung auf Fahrwegen und Bergpfaden (vor allem rund um den Pragser Wildsee); abschüssige Passagen am Seeufer mit Geländern gesichert; Tour auch für Kinder gut geeignet (Autor: Peter Mertz)
9 km
530 m
3.00 h
Zum Pragser Wildsee.
Der Ausgangspunkt liegt im Tal von Innerprags in der Fraktion Oberhaus nahe St. Veit (1342 m). Hier nimmt der mit Wegweisern »Pragser Wildsee« gekennzeichnete Wanderweg Nr. 1 in südlicher Richtung seinen Ausgang und quert zunächst einige herrliche Bergwiesen. Wir wandern mit mäßiger Steigung und kommen bald unmittelbar an den Pragser Bach heran, der den See ins Pustertal ableitet. Etwa auf halbem Wege zwischen Ausgangspunkt und See wird das Tal immer waldreicher und die Route wechselt ständig zwischen Wiese und Bergwald. Nach etwas mehr als 45 Minuten erreichen wir die Weggabelung vor der Alexanderhöhe (1534 m), wo der Seerundweg beginnt. Wir folgen diesem zuerst nach rechts, passieren bald den Seeabfluss und kommen zum Hotel Pragser Wildsee (1496 m). Bereits hier erkennen wir, dass der durch Bergstürze von zwei Seiten aufgestaute Wildsee mit Recht zu den schönsten Alpengewässern gehört. Der Felssturz, der das Becken im Nordosten verschließt, fiel vom Herrstein herab, die nordwestliche Begrenzung stammt vermutlich vom Ausläufer des Hochalpenkopf. Neben dem Abfluss durch den Pragser Bach entwässert der See noch über einen unterirdischen, der im so genannten »Seezipf« liegt. Umrahmt von den mächtigen Wänden des Seekofels, dessen Gipfel mehr als 1300 Meter höher liegt, leuchtet das smaragdgrüne Wasser wie eine Perle aus dem Felstrog. Das 1200 Meter lange und bis zu 400 Meter breite Gewässer hat eine maximale Tiefe von 40 Metern. Wegen seines Fischreichtums war der See in der Vergangenheit immer wieder Anlass für Streitigkeiten um die Nutzungsrechte. Zahlreiche Sagen ranken sich um den stillen See. So soll hier einst ein großes Tor den Eingang in die Bergwelt gewiesen haben, das sich zur Sommersonnenwende öffnete, um der Faneskönigin den Weg über den See freizugeben.
Die Seeumrundung.
Die Uferwanderung wird nun zum wahren Genuss. Wir lernen entlang dem gut ausgebauten Steig, der mit mäßigem Auf und Ab durch die bewaldeten Uferhänge führt, den See aus allen Blickwinkeln kennen. Nach etwa 25 bis 30 Minuten erreichen wir das von Westen einmündende Grünwaldtal, durch das Bergpfade auf die Faneshochfläche führen (Weg Nr. 19). Wir halten uns aber links und wandern entlang der Südseite des Sees, wo das Gelände etwas schroffer ist und wir Schuttfächer queren müssen. An der Südostseite mündet der Dolomitenhöhenweg ein, der von der Seekofelhütte durch das Nabige Loch herabführt. Der Rundweg schwenkt nun in nördliche Richtung und überwindet zuerst auf Holzstufen eine Felsnase. Dann geht es in bekannter Weise wieder durch Bergwald, wo im Frühsommer Raritäten wie Schwarze Akelei und Alpenrosen blühen. Wir sehen bereits wieder zum Hotel am Wildsee hinüber, jedoch müssen wir in der Folge eine Passage überwinden, wo Geländer gegen den Abgrund schützen. Der Weg ist aber so gut ausgebaut, dass man ihn problemlos begehen kann.
Zurück nach Innerprags.
Zuletzt biegt der Weg um die lang gestreckte Bucht des bereits erwähnten Seezipfs herum. Hier bietet sich die Möglichkeit, einen kurzen Abstecher zum Bären-Seeauge, auch »Bärenseable« genannt, zu unternehmen, das als kleiner See in einer Waldmulde nördlich vom Seezipf liegt. Nur kurz davor zweigt nach rechts eine Waldstraße ab, die talauswärts durch die östlichen Waldhänge führt. Knapp 45 Minuten nach dem See erreichen wir beim Gasthof Steiner, wo die Waldstraße auf die Straße zum Pragser Wildsee einbiegt, den Ausgangspunkt in der Fraktion Oberhaus.

Dauer: St. Veit/Oberhaus – Hotel Pragser Wildsee 1.15 Std. – Seenumrundung 1.15 Std. – St. Veit 45 Min.; Gesamtgehzeit 3.15 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser
Sommerwanderungen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied530 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktInnerprags, Ortsteil St. Veit (1342 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDer unbeschreiblich schön in einem Felstrog schlummernde, türkisfarbene Pragser Wildsee ist Ziel dieser Wanderung, die an landschaftlichen Reizen nicht geizt. Der See liegt am Nordrand des Naturparks Fanes-Sennes-Prags, der einen großen Abschnitt der Sennes- und Fanesdolomiten umfasst. Wir begnügen uns mit dem malerischen See, der Vergleiche mit Gewässern in den nordamerikanischen Rocky Mountains nicht zu scheuen braucht.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 10 (Sextener Dolomiten)
VerkehrsanbindungAuf der Pustertalstraße SS 49 bis 2 km westlich von Niederndorf, hier südwärts ins Pragser Tal bis Innerprags Busverbindung (Linie 113) von Brixen und Bruneck durch das Pustertal bis Niederndorf, von dort (Linie 97) ins Pragser Tal
GastronomieHotel Pragser Wildsee, Gasthöfe in St. Veit und Prags wie Gasthof Steiner oder Pragserhof
Tourismusbüro
Tourismusverband Pragser Tal, Außerprags 78, I-39030 Prags, Hochpustertal, Tel.: 0474/748660, www.pragsertal.info, info@pragsertal.info

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