Vom Alatsee zur Salober Alp

Sechs Kilometer westlich von Füssen liegt der sagenumwobene Alatsee, der durch die Allgäu-Krimis mit Kommissar Kluftinger erst richtig berühmt wurde. Sein interessantes Farbenspiel und die darüberliegende Salober Alm laden zu einer schönen Wanderung ein. (Autor: Christiane Floto, Antje Martin)
2 km
250 m
2.00 h
Wir starten unsere Tour auf die Salober Alm am kostenpflichtigen Parkplatz beim Nordufer des Alatsees. Vor allem im Sommer ist der See, der wunderschön eingebettet in die Allgäuer Alpen liegt, ein beliebtes Ausflugsziel. Mit Hunden, die Menschentrubel nicht so mögen, sollte man diese Tour am Wochenende eher meiden. Doch viele Sagen und Rätsel ranken sich um dieses Gewässer. Der Alatsee zählt zu den meromiktischen Seen, d. h. es gibt keine vollständige Durchmischung der Schichten im Laufe des Jahres. An seiner tiefsten Stelle ist der See ca. 35 Meter tief. In 15–18 Metern Tiefe befindet sich eine rot gefärbte Schicht von Purpur-Schwefelbakterien, deren Herkunft bislang nicht eindeutig geklärt werden konnte. Diese Schicht ist vom Ufer aus nicht zu erkennen und kann nur von Tauchern gesehen werden. Unterhalb dieser Schicht findet sich fast kein Sauerstoff mehr im Wasser. Die obere Schicht dagegen ist mit Sauerstoff gut versorgt und hat beinahe Trinkwasserqualität. Sie bietet Lebensraum für viele Fische, Krebse und Muscheln. Es kursieren Gerüchte, dass gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Goldschätze der Deutschen Reichsbank, die zuvor auf dem nahe gelegenen Schloss Neuschwanstein gelagert worden waren, im Alatsee versenkt wurden.

Das erfolgreiche Autorenteam Michael Kobr und Volker Klüpfel, die mit ihren Allgäu-Krimis in den Bestsellerlisten vertreten sind, wurden von diesen Gerüchten zu ihrem Krimi »Seegrund« inspiriert. Eine andere Sage erzählt von einem geheimnisvollen Fischsterben. Man glaubt, der Alatsee sei der Zugang zur Unterwelt, wo in der Tiefe das Böse lauert. Immer wieder würde sich der See rot färben, als ob er bluten würde. Wie auch immer, auf jeden Fall gibt der See der Wissenschaft auch heute noch Rätsel auf. Rund um den Alatsee besteht Leinenzwang für Hunde. Wir folgen zunächst dem rechten Uferweg, bis rechts die gekieste Forststraße zur Salober Alm hinaufführt. Wem die Forststraße zu eintönig ist, der kann nach wenigen Metern rechts den Josephssteig nehmen – ein steiler Trampelpfad, der sich in Serpentinen den Berg hinaufwindet. Kletterfreudige Hunde wie unsere Luna finden diesen Weg auf jeden Fall spannender als die Forststraße. Nach einer Weile mündet der Pfad wieder in die Forststraße und wir nähern uns langsam der Alm. Unterwegs bieten sich tolle Ausblicke auf den geheimnisvollen See mit seiner smaragdgrünen Farbe. Bei guter Sicht ist es sogar möglich, von hier die Zugspitze bei Garmisch zu sehen, wie uns ein hölzernes Hinweisschild verrät. Bevor wir die Salober Alm erreichen, folgen wir an der Wanderwegekreuzung rechts der Beschilderung zum Vierseenblick. Dieser ca. halbstündige Ab- stecher lohnt sich sehr.

Auf einem Waldpfad gelangen wir zu einem überwältigenden Aussichtspunkt. Der so genannte »Vierseenblick« auf den Weißensee, Hopfensee, Forggensee und den dahinterliegenden Bannwaldsee ist bei guter Sicht einfach grandios. Anschließend folgen wir dem Weg weiter, halten uns immer links, bis wir wieder über eine Almwiese die darunterliegende Salober Alm erreichen, die zu einem gemütlichen Einkehrschwung einlädt. Die bewirtete Berghütte mit herrlicher Sonnenterrasse und Spielplatz liegt bereits in Österreich auf 1150 Metern Höhe. Außer Montag und Dienstag ist die Hütte immer von 10–18 Uhr geöffnet (Tel. 0160/784 24 37 oder 0160/94 71 52 07). Je nach Zeit, Lust und Laune könnte man in 2 Stunden noch bis zur Burgruine Falkenstein weiterlaufen. Wir begeben uns jedoch wieder auf den Rückweg und laufen die Forststraße entlang bis zu unserem Ausgangspunkt zurück. Wer noch ein wenig am See verweilen möchte, kann im Hotel-Restaurant Alatsee auf der linken Uferseite einkehren. Auf der idyllischen Seeterrasse genießt man bayerische und internationale Schmankerl, die liebevoll aus heimischen Produkten zubereitet werden (Tel. 08362/62 05 oder www.hotel-alatsee.de). Bevor wir uns wieder auf den Heimweg machen, halten wir noch am unteren Parkplatz gegenüber dem Weißensee. Das nördliche Ufer des Sees liegt schön im Schatten und wird vor allem von Hundebesitzern aufgesucht, die ihre Vierbeiner im See baden lassen. Luna hat es ausgiebig genossen und auch gleich eine Spielgefährtin gefunden.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied250 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz Alatsee
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterFamilienfreundliche, abwechslungsreiche Wanderung
KartentippTopographische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes 1 - 30 000, Blatt Allgäu
VerkehrsanbindungÜber die B 310 bis Abzweigung Alatsee
Tipps
Abstecher Falkenstein Ein Abstecher zu Deutschlands höchstgelegener Burgruine (1268 m) lohnt sich wegen der grandiosen Aussicht. Ursprünglich wollte König Ludwig II. hier ebenfalls ein Märchenschloss erbauen lassen. Urlaubslektüre Wer sich noch mit der rich- tigen Urlaubslektüre für seinen Allgäu-Urlaub ein- decken möchte, kann mit den Allgäu-Krimis des Autorenduos Volker Klüpfel und Michael Kobr die Allgäuer Mentalität besser verstehen. Die Hauptfigur, der sym- pathische und ein wenig schrullige Kommissar Kluftinger, verkörpert den typischen Allgäuer und gibt Einblicke in regionale Be- sonderheiten. Bisher sind erschienen - Milchgeld, Erntedank, Seegrund und Laienspiel.
Informationen
Sollte selbst mitgebracht werden, vor allem im Sommer; Hundetränke auf der Alm

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