Vom Achenpass zur Hochalm

Leichte Halbtageswanderung auf Almstraßen und Bergpfaden, für Kinder bestens geeignet (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
7 km
500 m
3.00 h
Unsere Wanderung beginnt bei den Stubenalmen. Wir benutzen nicht die Almstraße, sondern den Weg, der ein paar Meter weiter rechts bergauf führt. Er wurde eigens für Wanderer angelegt, weil vorher häufig das Gatter offengelassen wurde und die neugierigen Kühe dann auf der belebten Bundesstraße herumstanden. Nach einem Wasserreservoir überqueren wir die Almstraße und steigen weiter, bis wir wieder auf die Straße stoßen, die hier eine Schleife gemacht hat. Ein kurzes Stück gehen wir noch auf der Straße, dann schickt uns ein Wegweiser schräg nach rechts. Ganz langsam zieht sich jetzt unser Weg über der tief eingeschnittenen Großweißach am Hang entlang und nähert sich allmählich dem Ufer. Immer wieder müssen wir Bächlein überqueren, die von kleinen Quellen oben am Hang gespeist werden. Für Kinder ein Eldorado an Naturspielplatz. Der Wald wird dichter, der Weg steiler, und nach einer Weile stehen wir auf den Wiesen der Alm Mitterhaus. Wenn die Alm bestoßen ist, kann man bei der Sennerin Milch, Limo oder Bier kaufen. Viel hat sie nicht, denn sie muss – bis auf die Milch – alles zu Fuß vom Tal herauftragen. Wenn sie einmal nicht da ist, stellt sie ein paar Flaschen Bier und eine Kanne Milch in den Brunnen vor der Alm. Ein freundliches Schild fordert dann zur Selbstbedienung auf. Sie hat zu den Menschen Vertrauen und die Erfahrung gemacht, dass das Geld in der Kasse, die daneben steht, immer stimmt. Von der Alm steigen wir noch ein wenig über die Wiesen bergauf zu einem deutlich sichtbaren Tor im Weidezaun. Durch lichten Wald wandern wir schließlich zu den Wiesen der Hochalm. Von dem Almgebäude, das früher hier stand, sind nur die Grundmauern übrig geblieben. Über die Grasbuckel geht es schnell zum Gipfelkreuz am steilen Nordabfall zum Isarwinkel. Weil die Hochalm mit ihren 1428 Metern der höchste Berg im südlichen Isarwinkel ist und obendrein am Gipfel kein Wald steht, bietet sie eine Aussicht wie kein anderer Berg in der Nähe. Im Norden, direkt unter uns, breitet sich der Isarwinkel aus mit seinen vielen kleinen Weilern, dem groß gewachsenen Lenggries und im Hintergrund Bad Tölz. Wenn die Isar auch wegen der Überleitungen zum Kochelsee nur noch sehr wenig Wasser führt, so ist sie noch als Wildfluss erhalten geblieben. Die großen Kies und Geröllbänke im Fluss werden hier »Gries« genannt. Daher stammt auch der Name »Lenggries« - das Dorf am langen Gries. Gegenüber ragt die felsige Benediktenwandgruppe auf. Das Brauneck, ihr östlichster Gipfel, ist vor allem im Winter ein beliebter Skiberg. Weiter links glänzt der Sylvensteinspeicher, drüber steht der Scharfreiter vor den Felswänden des Karwendels. Direkt im Süden ragen Demeljoch und Juifen auf, es folgen Unnütz und das felsige Rofan. Dann kommen der steile Guffert, die Blauberge und der Schildenstein. In der Ferne sieht man den Schinder, und neben dem Risserkogel spitzen eben noch sichtbar die Kletternadeln des Blankenstein in den Himmel. Die Gipfel von Roß- und Buchstein sind ebenfalls begehrte Ziele der Kletterer. Links daneben erstreckt sich der lange Rücken des Hirschbergs, und schließlich erkennen wir noch die Lenggrieser Hausberge Seekarkreuz und Fockenstein. Nach der Gipfelrast steigen wir wieder zur Alm ab und bummeln auf dem schon bekannten Weg nach Stuben zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied500 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz bei Stuben am Achenpass
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterAls kleinen Karwendelvorberg könnte man die Hochalm bezeichnen. Ganz unscheinbar steht sie fast am Ende des Tölzer Tales, im Schatten der dahinter groß und mächtig aufragenden Berge um den Sylvensteinspeicher. Von unten ist sie vor lauter Wald kaum als Gipfelberg ausmachbar, und vielleicht gerade deswegen finden nicht zu viele den Weg hier herauf. Dabei ist die Sicht wunderschön, der Berg einfach zu begehen und, weil nicht sehr weit, hervorragend für Kinder geeignet.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 182, Isarwinkel, 1 - 50 000
VerkehrsanbindungMit dem Auto - von Tegernsee auf der B 307 Richtung Achenpass oder von Bad Tölz auf der B 13; beim Willkommensschild der Gemeinde Kreuth ist ein kleiner Parkplatz. Mit der Bahn: von München an den Tegernsee, weiter mit dem Bus Nr. 9556 über Rottach und Kreuth nach Stuben
GastronomieMitterhausalm (nur Getränke)
Tipps
An langen Sommertagen ist der Weg am späten Nachmittag besonders schön. Wenn man zwischen 6 und 7 Uhr den Gipfel erreicht, zeichnet die tief stehende Sonne im Tal bizarre Schatten.
Tourismusbüro
Tourist-Information Kreuth, Nördliche Hauptstraße 3, 83708 Kreuth, Tel. 08029/ 18 19, www.kreuth.de

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