Verdinser Waalweg

Einfache Wanderung mit kaum nennenswerten Höhenunterschieden auf gut markiertem und bestens trassiertem Weg, der durch Wälder sowie Wein- und Obstkulturen führt.
Talstation »Meran 2000« – Vernaun – St. Georgen – Pichler – Hasenegg – Verdins – Masulschlucht – Grübler – Kehrhof – Saltaus (Autor: Peter Mertz)
12 km
835 m
3.00 h
Der ursprüngliche Waalweg.
Der beste Ausgangspunkt zum Waal befindet sich etwa 200 m oberhalb von Schenna beim Parkplatz der Gondelbahn »Meran 2000« am Ausgang des Naifbachtals. Der markierte Waalweg beginnt etwa 200 Meter östlich der Parkplatzeinfahrt und biegt nach links von der Straße nach Hafling ab. Zunächst wandern wir auf einem Forstweg aufwärts in den Kastanienwald hinein. Nach zehn Minuten treffen wir auf der Höhe des Schlosses Vernaun auf den Waal, der in diesem Abschnitt zum Rinnsal in einer Betonwanne verkümmert ist. Wir wandern nun eben durch lichten Kastanienwald dahin. Bei kreuzenden Querwegen halten wir stets die Richtung des Kanals (Wegweiser). Nach einer halben Stunde – nicht lange nachdem wir den Wald verlassen haben und durch Obst- und Weinkulturen wandern – erblicken wir links unter uns das Schloss St. Georgen auf einem Burghügel. Nach gut einer Stunde bietet sich beim Brunjaunhof eine erste Rastmöglichkeit auf einer weinumrankten Terrasse (Buschenschank). Danach wandern wir zuerst noch durch Obstkulturen und später durch lichte Wälder, wo der Waal nun seine ursprüngliche Bauweise als Erdkanal erkennen lässt. Nach eineinhalb Stunden endet der romantische Wanderweg am Parkplatz der kleinen Seilbahn »Taser«. Hier lädt zuerst das Gasthaus Pichler mit einer aussichtsreichen Terrasse, später der Köstenthaler Hof zur Rast.
Nach Verdins.
Jetzt läuft der Waal verrohrt in der Böschung der Straße, der wir nun weiter taleinwärts folgen. Eine Steigung bringt uns in den Wald zurück, wo wir auf einen Waldsteig wechseln, der stets ansteigend etwa 50 Meter oberhalb der Straße in Richtung Masulschlucht führt. Etwa 500 Meter vor dem Gasthaus Hasenegg zweigt nach links ein Weg ab, der steil durch den Wald nach Verdins absteigt, wobei wir die Fahrstraße queren und später durch Wiesengelände wandern. Wer die Tour hier nach gut zwei bis zweieinhalb Stunden beenden möchte, kann mit dem Bus von Verdins nach Schenna zurückkehren. Die zweite, längere Möglichkeit erfordert etwas Kondition, denn wir müssen den tief eingeschnittenen Graben des Masulbachs durchqueren, um später durch die Hänge des äußeren Passeiertals nach Saltaus abzusteigen. Dazu steigen wir nicht nach Verdins ab, sondern wandern bis zum Gasthaus Hasenegg (1008 m), um von dort einer Straße nach links abwärts zu folgen.
Durch den Masulgraben nach Saltaus.
Wir kommen an den Ausgang des Masultals und treffen auf die Route des Wegs Nr. 4, die zunächst nach rechts einer Privatstraße folgt und den schroffen Bachgraben durchläuft. An der nördlichen Talseite müssen wir sogar etwa 150 Meter durch einen Tunnel gehen, um danach nach links auf eine Straße abzubiegen, die durch reizvolles Wiesengelände zum Grüblerhof (768 m) hinabführt. Wir bleiben stets auf der mit Saltaus beschilderten Route, kommen am Kehrhof (622 m) vorbei und steigen entlang den Serpentinen weiter ins Tal der Passer ab. Zuletzt treffen wir knapp vor dem Fluss auf den Passersteig. Wir queren nordwärts den Fluss und wandern nach Saltaus (490 m) hinauf, das im Passeiertal direkt an der Straße zum Jaufenpass liegt. Von hier können wir mit dem Bus nach Meran und Schenna zurückkehren.


Motto: Weinwandern; Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied835 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTalstation der Seilbahn »Meran 2000« am Eingang des Naifbachtals
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterSchenna, am Ausgang des Passeiertals in unmittelbarer Nähe zu Meran an den Westhängen der Iffinger Spitze gelegen, gehört seit jeher zu den bevorzugten Plätzen des Burggrafenamts. Hier übte seit dem Jahr 1350 das Geschlecht der Starkenberger in Sichtweite zum Schloss Tirol seine Machtgier aus. Das von Petermann von Schenna im 12. Jahrhundert erbaute Schloss ging um diese Zeit ebenfalls in den Besitz dieses Geschlechts über, nachdem es Schauplatz einer heftigen Belagerung durch die Grafen von Tirol gewesen war. Ob auch die Bewässerungskanäle aus dieser Zeit stammen, konnte selbst in einem langjährigen Streit zwischen Burggrafenamt und Vinschgau um die Frage, wo denn die ersten Waale Südtirols angelegt wurden, nicht geklärt werden. In einer Meraner Urkunde jedenfalls fand sich eine Erwähnung aus dem Jahr 1227, in der von einer Schenkung von Wasserrechten im Gebiet von Rametz berichtet wird. In den darauf folgenden Jahrhunderten folgen in Urkunden immer wieder Erwähnungen des Waalwesens im Burggrafenamt. Die Route des Verdinser Waals stammt jedoch aus jüngerer Zeit. Erst um 1733 beschloss man, das Wasser des Masulbachs zu nutzen, um die Kulturen oberhalb von Schenna und Verdins zu bewässern. Ursprünglich war diese künstliche Bewässerungsanlage acht Kilometer lang, von der heute leider nur mehr ein Teil in ursprünglichem Zustand vorhanden ist. Einzelne Abschnitte hat man verrohrt oder zu einem betonierten Kanal umgebaut. Trotzdem hat der Begleitweg nichts von seiner Romantik verloren. Denn er verläuft in sonniger und aussichtsreicher Lage hoch über dem Becken von Meran, weswegen er zu den beliebtesten und meistbegangenen Waalwegen im Raum Meran gehört. Zuletzt führt er an das Ende des Passeiertals heran, ehe er im wildreichen Talgraben des schroffen Masulbachs endet.
Hinweise
Dauer: Talstation »Meran 2000« – Gasthaus Pichler 1.15 Std. – Verdins 45 Min. – Saltaus 1 Std.; Gesamtgehzeit 3 Std.
KartentippKompass Wanderkarte 1:25000, Blatt 053 (Meran); Kompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 53 (Meran-Burggrafenamt)
VerkehrsanbindungIn Meran in östlicher Richtung nach Obermais, von hier über Schenna und 2 km der Beschilderung nach in Richtung »Meran 2000« Linienbus (etwa im Halbstundentakt) von Meran und Schenna zur Talstation von »Meran 2000«; Gästebus von Meran mehrmals täglich
GastronomieBrunschhof, Gasthaus Pichler, Gasthaus Hasenegg; Gasthäuser in Schenna und Verdins; Gastwirtschaft an der Talstation »Meran 2000«
Tipps
Schloss Trauttmansdorff. Fährt man von der Schnellstraße Bozen–Meran kommend nach Schenna, passiert man die Gärten des Schlosses Trauttmansdorff, die seit Juni 2001 zu einer weiteren viel besuchten Attraktion Merans wurden. An einem sonnigen Hang hat man die blühenden Gärten, in denen einst Kaiserin Sisi flanierte, zu einem botanischen Garten ausgebaut, in dem sich Natur und Kunst zu einer farbenprächtigen Einheit verbinden. Zusätzlich werden die Besonderheiten der Pflanzenwelt in elf Pavillons und auf dem Freigelände auf Schautafeln »begreifbar« gemacht. Daneben zeigt man alte Kulturpflanzen, wie Oliven- und Zitronenbäume, Weinstöcke und Lavendel, oder lockt mit den Wasser-, Terrassen- und Waldgärten. Im Zentrum der Pflanzenpracht thront das Schloss, das Graf Trauttmansdorff um 1850 im mittelalterlichen Stil wieder errichten ließ. Heute erzählt es von der 200-jährigen bewegten Geschichte des Tiroler Tourismus (15.03.–15.11. 9–18 Uhr, 15.05.–15.09. 9–21 Uhr, Tel.: 0473/258819; botanica@provinz.bz.it; www.trauttmansdorff.it).
Informationen
Im Schnuggengraben fällt eine fliegende Leitung auf, mit der der Waal den Graben überwindet. Dies rührt daher, weil die Waalrechte am Schnuggenbach schon vor dem Bau des Verdinser Waales vergeben waren und daher nicht miteinander in Verbindung gebracht wurden. Dies deutet aber auch darauf hin, dass der Verdinser Waal jünger ist als die Tschifonwaale am Schnuggenbach.
Tourismusbüro
Tourismusbüro Schenna, Erzherzog-Johann-Platz 1/D, I–39017 Schenna, Tel.: 0473/945669, www.schenna.com, info@schenna.com

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