Unterwegs im Kirnitzschtal

Streckenwanderung mit viel Schatten; vorwiegend bequeme Wege ohne große Steigungen (Autor: Tassilo Wengel)
8 km
50 m
2.00 h
Zwischen Lichtenhainer Wasserfall und Beuthenfall.
Vom Parkplatz bei der Straßenbahnendhaltestelle am Lichtenhainer Wasserfall folgen wir der Markierung grüner Schrägstrich in Richtung Bad Schandau. Eine erste Rast bietet sich beim Gasthof direkt neben dem plätschernden Wasserfall an. Nur wenige Meter davon entfernt steht an der Straße einer der letzten königlich-sächsischen Meilensteine von 1860. Die Meilensteine verloren ihre Bedeutung, als 1875 im Deutschen Reich die Entfernungsangaben auf das metrische System umgestellt wurden. Beim Beuthenfall mündet der zwei Kilometer lange Dietrichsgrund in das Kirnitzschtal. Hier, im sonnigen Seitengrund, wurden früher Bienenkörbe, »Beuthen« genannt, aufgestellt.
Rast im Forsthaus.
Wir überqueren eine Steinbrücke und wandern auf einem bequemen Weg, den bemooste Felsbrocken, viel Sauerklee und Farne säumen. Auf der gegenüberliegenden Seite ragen die von Schwefelflechten leuchtend gelb gefärbten Schaarwände auf. Die Kirnitzsch ist als kaltes, rasch fließendes Gewässer reich an Bachforellen, die sich flink im Wasser bewegen. Am Ufer stehen gelegentlich stattliche Exemplare des Waldgeißbartes, einer geschützten Charakterpflanze der Sächsischen Schweiz. Springkraut, Sonnenhüte und Weidenröschen blühen in Massen. Unser Weg führt am Nassen Grund vorbei, einer feuchten Talwiese, die mit Erlen und Eschen aufgeforstet wurde. Wir nähern uns dem Abzweig Kohllichtsteig, einem alten Verbindungsweg zwischen dem Elbtal und den Köhlerstätten des Kirnitzschtales, der an der Hohen und Kleinen Liebe vorbei nach Ostrau führt. Beim Forsthaus bietet sich wieder eine Rast an.
Wo das Kirnitzschtal eng wird.
Unser Weg verläuft nun auf einem besonders engen Teilstück der Kirnitzsch, wo sich die Flöße oft verkeilten und mit schweren Floßhaken wieder flottgemacht werden mussten. Auch der Wanderweg wird hier etwas schwieriger und führt über eine schmale Stelle im Fels. Da das Gestein teilweise recht glatt sein kann, wurden Ketten zum Festhalten angebracht. Wir befinden uns hier im Granit- gebiet, das sich durch steinigen und unbequemen Untergrund auszeichnet. Der Weg steigt teilweise bis auf halbe Hang- höhe an und führt zur Mittelndorfer Mühle, eine der ältesten Mühlen des Kirnitzschtales. Seit 1518 belegt, war sie zunächst als Mahl- und Schneidemühle in Betrieb. Im Jahre 1882 wurde sie zur Papierfabrik umgebaut und seit 1965 bietet sie Übernachtung und Einkehr. Weiter geht es zur Ostrauer Mühle, die seit 1661 in Betrieb ist und mit einem Campingplatz aufwarten kann. Dort lädt die Flößerstube, eine gemütliche kleine Gaststätte, zur Einkehr. Wir überqueren hier die Kirnitzsch und die Straße, wechseln vom Granit- wieder in das Sandsteingebiet und kommen auf unserem Weiterweg an Kletterfelsen vorbei. Interessant ist deren typische, durch Verwitterung entstandene sogenannte Hafersackform. Wir wandern an der Dorfbachklamm vorbei, die hinauf nach Altendorf führt, und erreichen mit dem »Waldhäusl« wiederum eine einladende Wirtschaft, wo sich eine Rast lohnt.
Auf dem Promenadenweg nach Bad Schandau.
Nach dem Waldhäusl nähern wir uns auf einem vor über 100 Jahren angelegten und mit künstlichen Grotten und Sitznischen ausgestatteten Promenadenweg Bad Schandau. Die Reste stammen noch aus der Zeit, als zahlungskräftige Kurgäste nach dem Besuch der nordböhmischen Bäder in Bad Schandau zur Nachkur weilten. Bei der Endhaltestelle der Kirnitzschtalbahn endet auch unsere Wanderung. Mit der Bahn fahren wir bequem zu unserem Ausgangspunkt am Lichtenhainer Wasserfall zurück.

GEHZEITEN.
Lichtenhainer Wasserfall, Endhaltestelle der Kirnitzschtalbahn – Bad Schandau 2 Std.
Thermentour.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied50 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLichtenhainer Wasserfall, Endhaltestelle der Kirnitzschtalbahn
EndpunktBad Schandau
TourencharakterMit seiner reichen Pflanzen- und Tierwelt, aber auch den Mühlen und Wasserfällen gehört das Kirnitzschtal zu den beliebtesten Wanderzielen im Elbsandsteingebirge. Für diese Wanderung auf dem »Flößersteig« bieten sich zwei Möglichkeiten an. Entweder man fährt mit dem Auto bis zum Parkplatz am Lichtenhainer Wasserfall, wandert bis Bad Schandau und fährt mit der Kirnitzschtalbahn zurück. Oder man beginnt die Tour in Bad Schandau und kehrt vom Lichtenhainer Wasserfall mit der Kirnitzschtalbahn zurück.
Hinweise
DER PFLANZENGARTEN BEI BAD SCHANDAU. Bei der Ostrauer Brücke am Ortseingang von Bad Schandau empfiehlt sich ein Abstecher (5 Min.) zum 1900 am linken Hang der kühlen Kirnitzsch angelegten Pflanzengarten. Hier gedeihen Charakterpflanzen, aber auch botanische Seltenheiten der Sächsischen Schweiz sowie aus Teilen der Welt. Auf einer Fläche von 4000 m2 werden etwa 1500 Pflanzenarten aus Europa, Asien und Nordamerika nach pflanzen- soziologischen und -geografischen Gesichtspunkten geordnet gezeigt. Besonders attraktiv ist die Anlage zur Rhododendronblüte im Mai und Juni.
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 45
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A4 oder A13 bis zur Anschlussstelle Dresden Altstadt und durch Dresden Richtung Pirna oder bis Autobahndreieck Dresden-West, auf der A17 bis Pirna und auf der B172 über Pirna nach Bad Schandau. Mit der S-Bahn bis Bad Schandau, mit der Kirnitzschtalbahn oder per Bus bis zur Endhaltestelle der Kirnitzschtalbahn
GastronomieKirnitzschtal - Gasthof Lichtenhainer Wasserfall, Kirnitzschtalstr. 11, Tel. 035971/53733
Tipps
EINKEHR-TIPPS. Inmitten uralter Bäume liegt im Kirnitzschtal das Forsthaus, das in historischen Gasträumen wie der »Kirnitzschtalstube« oder dem »Forellenkeller« mit saisonal wechselnden Speisen und für die Region typischen Wildgerichten aufwartet. Bei schönem Wetter lädt die große Terrasse zum Verweilen ein. Zum jährlich stattfindenden Kirnitzschtalfest Ende Juli gibt es Speisen wie vor 100 Jahren. Die Anlage »Ostrauer Mühle« gilt als der schönste Campingplatz in der Sächsischen Schweiz. Sie wurde 2001 mit vier Sternen und dem ADAC-Umweltsymbol ausgezeichnet. Die nahe gelegene Gaststätte »Flößerstube«, direkt an der Kirnitzsch gelegen, bietet die Möglichkeit zur gemütlichen Einkehr.
Informationen
Nach der Tour – Entspannen in der Toskana Therme Bad Schandau
Unterkunft
Bad Schandau - Gasthof & Pension Kur- parkstübl, Badallee 14 (gegenüber der Haltestelle der Kirnitzschtalbahn), Tel. 0172/7979353, www.kurparkstuebl.de; Pension Villa Anna, Kirnitzschtalstr. 85, Tel. 035022/42497, www.pension-villa-anna.de
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt Kirnitzschtal, Sebnitzer Str. 2, 01855 Altendorf, Tel. 035022/42774, fva-kirnitzschtal@freenet.de, www.saechsische-schweiz-urlaub.com; Tourismusinformation im Haus des Gastes, Markt 12, 01814 Bad Schandau, Tel. 035022/90030, www.bad-schandau.de

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