Um und auf die Gehrenspitze

Lange, dafür landschaftlich sehr abwechslungsreiche Rundwanderung zu einem der schönsten Aussichtsberge im Wetterstein. Im Hochsommer genug Wasser mitnehmen! Puitbach – Scharnitzjoch – Gehrenspitze – Scharnitzjoch – Wangalm – Kirchplatzl – Gasse – Puitbach (Autor: Michael Pröttel)
19 km
1300 m
7.00 h
Wir beginnen unsere Tour auf dem Teerweg, der direkt gegenüber dem kleinen Bushaltestellenschild beginnt. Bereits von hier aus haben wir eine gute Sicht auf das vor uns liegende Puittal, durch das ein Großteil der Wanderung verläuft. Der Weg wird bald zu einem Schotterweg und wendet sich nach rechts zum Wald. Nachdem man ein Metallgatter passiert hat, stößt man auf einen Holzplatz, an dem man sich nach links wendet. Es auf einem breiten Forstweg; an der nächsten Gabelung gehen wir geradeaus – also nicht halblinks! Bald darauf weist an einer Wegkreuzung ein Schild auf das Scharnitzjoch und die Wangalm hin. Diesem folgen wir geradeaus bergauf.
Der Weg wird schmaler und ist nun mit roten Punkten markiert. Hinter einer Linkskehre wird er zum Fußweg und führt nun steiler, zunächst oberhalb des Baches, dann etwas weiter von ihm entfernt, in vielen Serpentinen bergan. Plötzlich wird der Wald lichter, und wir stehen am Beginn des wunderschönen Puittals (1:10Std.). Ab jetzt wandern wir immer in Richtung Westen auf das in der Ferne liegende Scharnitzjoch zu. In angenehmer Steigung geht es abwechselnd durch Almwiesen und Latschenzonen bergan, immer eingerahmt von beeindruckend steilen Felswänden. Nachdem wir das Bachbett überquert haben, geht es kurz weglos, dann wieder als Weg in einer etwas steileren Querung hinauf auf das aussichtsreiche Scharnitzjoch (2:30 Std.). Hier wenden wir uns nach links, gehen an der kleinen Erinnerungshütte vorbei und folgen dem Grasrücken weiter ansteigend bis zu den ersten Felsaufschwüngen des Gehrenspitzmassivs. Diese werden südseitig umgangen; der Weg wird nun etwas felsiger und schlechter. Von einem kleinen Absatz sehen wir den weiteren Wegverlauf, der uns in leichtem Auf und Ab, kurz etwas erodierter, aber nie ausgesetzt und ohne Orientierungsprobleme direkt auf den Gipfel der Gehrenspitze führt (3:30Std., 2367 m). Im Herbst ist die Aussicht von hier am schönsten, wenn unten im Inntal ein dicker Nebelwurm liegt und die dahinter liegenden Gletscher der Stubaier und Zillertaler Alpen in der weichen Oktobersonne glitzern.
Wir wandern von der Gehrenspitze zum Scharnitzjoch zurück, wenden uns hier nach links (Schild »Wangalm«) und wandern auf einem zunächst noch etwas ausgewaschenen Weg abwärts. Nachdem man den Talboden erreicht hat, wird der Weg wieder besser und führt uns erst an Felsblöcken vorbei, dann durch Almgelände immer in südlicher Richtung direkt zur frei gelegenen Wangalm. Gegenüber am Waldrand befindet sich die ganzjährig bewirtschaftete Wettersteinhütte. Wir überqueren die Terrasse der Wangalm – was es natürlich nahezu unmöglich macht, sich hier keine Erfrischung zu gönnen –, gehen durch ein Türchen und folgen einem unscheinbaren Wiesenpfad bergab. Dieser ist bald deutlich ausgetreten und bringt uns in vielen Schleifen zu einem Fahrweg hinunter. Ihm folgen wir nun nach links, bis er auf eine breite Forststraße stößt. Hier wenden wir uns nach rechts (nicht dem Schild »Klamm« nach links folgen) und wandern entlang dem steileren, alten Fahrweg weiter bergab. Einmal überqueren wir die Forststraße, und kurz darauf gabelt sich unser Weg, wobei es egal ist, welchen Zweig wir nehmen, da beide Möglichkeiten gleich wieder zusammenführen. Der Weg ist nun ziemlich erodiert; Teleskopstöcke sind hier sehr angenehm. Man kann ein Stück einem parallel zum Fahrweg verlaufenden Pfad folgen, was die Kniegelenke etwas schont. Plötzlich weitet sich der alte Fahrweg zu einem Holzplatz, und wir kommen an den Rand einer großen Wiese, wo wir uns nach links wenden und dem Weg am Rand der Wiese folgen. Gleich darauf ist er zu Ende, und wir gehen durch die Wiese geradeaus weiter, bis wir auf einen Querweg treffen. Hier halten wir uns etwas links bis zu einem am Waldrand verlaufenden breiten Forstweg, auf dem wir nun immer in Richtung Osten gehen. Kurz vor der ersten Ortschaft wandern wir an einer Schranke vorbei; dahinter geht es halbrechts bergab und auf einem Teerweg auf die Häuser zu.
Dieser in der Karte mit »Leutasch« gekennzeichnete Ortsteil heißt eigentlich Kirchplatzl. Hier geht man stur immer geradeaus auf das Hotel »Xander« zu und wendet sich vor diesem nach links. Der Straßenkurve folgend, spaziert man bis vor die Spenglerei Kluckner und biegt vor dieser wieder nach links ab (Holzschild »Lehner, Gasse«). Sogleich stehen wir am Beginn eines schönen Fußwegs, der uns entlang dem Waldrand (nicht halblinks dem Schild »Höhenweg« folgen) zu den Häusern des Ortsteils Gasse führt. Hier gehen wir vor der Bäckerei links; kurz hinter dieser führt uns der Wanderweg weiter bis zu den Häusern von Lehner. Jetzt folgen wir dem Holzschild »Ortsteil Lehner« und somit dem Teerweg nach rechts. Wir stoßen sogleich auf eine Querstraße, gehen hier links und dann geradeaus bis zu einer Christusstatue. Direkt neben dieser beginnt ein Fahrweg, auf dem wir stets in der gleichen Richtung die vor uns liegende Wiese überqueren. Wir folgen dem Weg bis zu dem kurz vor dem Puitbach liegenden Waldrand und zweigen hier nach rechts ab. Das letzte Stück der langen Tour geht es nun weglos am Waldrand entlang bis zur Hauptstraße, damit wir nicht noch einmal den kleinen Umweg vom Beginn der Wanderung wiederholen müssen. An der Straße angekommen, wenden wir uns nach links und stehen sogleich am Ausgangspunkt (7:30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied1300 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLeutasch, Ortsteil Puitbach. Parkplatz auf der linken Seite, kurz nach dem kleinen Bushaltestellenschild.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterWährend die Nordseite des Wettersteingebirges – nicht zuletzt wegen seiner schnellen Erreichbarkeit – bei den Münchnern als Tagesausflug sehr beliebt ist, geht es im schönen Tal der Leutasch um einiges ruhiger zu. Dabei stehen an der Südseite des Wettersteins unterschiedlichste Landschaftseindrücke auf dem Programm: Eingerahmt von den senkrechten Felswänden des südlichen Hauptkamms und der schroffen Nordflanke der Gehrenspitze, wandert man durch ein liebliches Hochtal zum wunderschön gelegenen Scharnitzjoch. Vom Gipfel der Gehrenspitze selbst aus kann man mit etwas Glück den Kletterern an der direkt gegenüber aufragenden Schüsselkarspitze zuschauen und hat dabei viele 3500 Meter hohe Gipfel des Alpenhauptkamms im Rücken. Und auf dem Rückweg kann man feststellen, dass sanfter Alpentourismus kein hohles Schlagwort sein muss: Die netten Orte der Leutasch haben ihre dörfliche Identität weitgehend erhalten.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 31 »Werdenfelser Land«, 1:50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt.
MarkierungenRote Punkte.
VerkehrsanbindungMit dem Auto: Über die A 95 nach Garmisch und von dort auf der B 2 weiter nach Mittenwald. Durch den Ort fahren und am Ortsende rechts dem Schild »Leutasch« folgen. Immer auf der schmalen Hauptstraße entlang bis zum Ortsteil Puitbach. Mit dem Zug: Von München stündlich nach Mittenwald. Von hier in der Hochsaison mehrere Busse täglich in die Leutasch.
GastronomieWettersteinalm (DAV), 1951 m, ganzjährig bewirtschaftet, Tel. 0043/5214/66 88; Wangalm (privat), 1951 m, Tel. 0043/664/2 11 27 49, Anfang Juni bis Mitte Oktober.
Tipps
Achtung: Von der Gehrenspitze aus gibt es auch einen sehr direkten Steilabstieg über den Lehner Berg in die Leutasch zum Ortsteil Gasse (in der Karte schwarz gepunktet). Dieser führt aber durch eine steile Felsrinne, die eine dünne Geröllauflage aufweist, was eine sehr hohe Rutschgefahr mit sich bringt. Außerdem kann man den Abzweig aus der Rinne leicht verfehlen und steht in diesem Fall unvermittelt vor einem gefährlichen Abbruch. Daher sollte man, wenn am Gipfel manchmal Bergsteiger von dieser Route her zustoßen, deren Aufstieg nicht als Abstieg wählen!
Unterkunft
Wetterstein- und Wangalm sowie Pensionen in der Leutasch
Tourismusbüro
Leutasch.

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