Üsser See

Rundwanderung an der Sonnseite der Valle di Bosco; ordentlich markierte, teilweise allerdings recht steinige Wege. Lohnend auch ein Spaziergang durch das Dorf mit seinem typischen Walser Siedlungsbild (Blockhäuser aus Holz, Heustadel auf Mäusesteinen); die lange Stallzeile an der Westseite des Dorfes wurde 1925 als Lawinenschutz erbaut. Ein Tipp für Blumenfreunde: Auf den Wiesen über dem Ort blühen im Juli Purpurenzian und Türkenbund en masse. (Autor: Eugen E. Hüsler)
11 km
1050 m
5.00 h
In Bosco/Gurin (1503 m) spaziert man zunächst durch das Dorf hinauf zu den wettergebräunten Heustadeln. Hier der Wegtafel »Üsser See« folgend geht's auf ordentlichem Weglein in lichtem Wald bergan zum Inner Staffel (1931 m) und weiter zum Üsser Staffel (2038 m; 1:30 Std.). An der Verzweigung (Tafel) hält man sich links und steigt über den blockigen Hang hinauf zum Üsser See (2393 m; 2:30 Std.), der in einer Karmulde unter dem Pizzo d'Orselia (2664 m) liegt. Hier hat man freie Sicht auf die Bergketten über der unteren Valle Maggia.
Die Wanderrunde führt westlich über Gras und Felsblöcke leicht abwärts zum kleinen Schwarzsee (2313 m), dahinter, indem man den deutlichen Markierungen folgt, über eine Minischarte zum dritten (winzigen) See und schließlich über eine weitere, namenlose Scharte (ca. 2450 m; 3:15 Std.) hinab in die steinige Karmulde unter dem Strahlbanngrat. In weitem Linksbogen gelangt man zur Weggabelung bei der Alphütte von Bann (2104 m; 4 Std.); hier hält man sich rechts (links Direktabstieg nach Gurin möglich, gut 1 Std.) und wandert hinüber zu den schon von weitem sichtbaren Häusern der Grossalp (1907 m; 4:45 Std.), wo eine ausgiebige Rast fällig ist. Zuletzt auf viel begangenem Weg hinunter nach Bosco/Gurin (1503 m; 5:30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1050 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBosco/Gurin (1503 m), alte Walsersiedlung. Parkplatz am Ortseingang.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterGurin. Das klingt überhaupt nicht italienisch, so wenig wie Wandfluhhorn, Strahlbann oder Grossalp. Gurin ist eine alte Walsersiedlung, die einzige deutschsprachige Gemeinde des Kantons, im 13. Jahrhundert vom Oberwalliser Goms aus begründet. Das Wallis war damals Emigrationsland (wie das Tessin bis in die Neuzeit auch); die Auswanderer zogen ins Pomat (Val Formazza), ins Aostatal, nach Graubünden, ja bis ins Allgäu. Dass sich walserische Sprache und Kultur in Gurin recht gut erhalten haben, mag an der abgeschiedenen Lage des Fleckens liegen; viel Wissenswertes zeigt das Walserhaus (geöffnet April–Oktober Di– Sa 10.15–11.30 Uhr, 13.30–17 Uhr,So 13.30–17 Uhr). Wer diesen Winkel der Tessiner Alpen etwas genauer kennen lernen möchte, muss allerdings die Bergschuhe schnüren – etwa für die abwechslungsreiche Runde über drei stille Seen unter den zerklüfteten Felskämmen von Pizzo d'Orsalia (2664 m) und Strahlbann. Der Rückweg führt dann zur Grossalp (1907 m), und dabei begegnet man nicht bloß weidendem Vieh; da und dort stehen auch ein paar eiserne Liftmasten auf den Wiesen. Das kleine Skigebiet kämpft allerdings seit Jahren ums Überleben: zu wenig Schnee aufgrund der globalen Klimaveränderung, die – wir wissen es alle – auch die Alpen nicht verschont.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 275 T »Valle Antigorio«.
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungBosco/Gurin erreicht man von Locarno durch die Valle Maggia, 40 km ab Locarno via Cevio. Postbus.
GastronomieCapanna Grossalp (1907 m), bewirtschaftet Juni–Oktober; Tel. 091/7 54 16 80.
Tipps
Eine »wandernde« Kirche. Im südlichen Nachbartal von Bosco/Gurin liegen die beiden Terrassendörfer Campo (1281 m) und Cimalmotto. Ihre Häuser sind auf lockerem Moränenschutt gebaut, der wenig Stabilität zeigt und über festerem Gestein langsam zu Tal rutscht. Die Kirche von Campo hat sich in den letzten hundert Jahren um ein ganzes Stück bewegt: vermessene 26,80 Meter in der Horizontalen bei gleichzeitigem »Höhenverlust« von 6,20 Metern!
Unterkunft
Capanna Grossalp
Tourismusbüro
Vallemaggia Turismo, CH-6673 Maggia; Tel. 091/7 53 18 85, info@vallemaggia.ch, www.vallemaggia.ch.

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