Üschenegrat und Gemmipass

Abwechslungs - reiche Gipfel- und Passwanderung mit nur kurzen Steilanstiegen. Am Üschenegrat ist Trittsicherheit erforderlich, beim Gemmiweg handelt es sich um einen komfor - tablen Saumpfad. Immer wieder wechselnde Aussicht, faszinierend dann der Blick vom Gemmipass auf die Viertausender der Walliser Alpen und hinab nach Leukerbad. Auch Teilbegehungen bzw. kürzere Varianten möglich. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
20 km
940 m
7.00 h
Über den Üschenegrat Von der Seilbahnstation Sunnbüel (1934 m) steigt man kurz ab in eine licht bewaldete Geländemulde. Bei der Winteregghütte (1888 m, privat) beginnt der Anstieg zum Üschenegrat. Das gut angelegte Steiglein schwindelt sich zwischen Bergsturztrümmern hindurch, schneidet dann einen Grashang und schraubt sich schließlich in kurzen Kehren hinauf zu einem prächtigen Aussichtspunkt (2165 ) am Nordgrat des Gällihorns. Hier wechselt man auf die Westseite des Üschenegrats. Der Weg folgt ihm mit leichtem Auf und Ab, führt einmal über eine kurze Felsstufe, tangiert dann den Grat und steigt zuletzt steil an zur Wyssi Flue (2472 m), deren Gipfelwiese zu einer Rast vor den Dreieinhalbtausendern im Osten einlädt (Altels, Balmhorn, Rinderhorn). Zum Gemmipass Am grasigen Grat entlang leiten die Markierungen bergab zum Schwarzgrätli (2383 m), wo links der Weg nach Schwarenbach abzweigt. Man folgt ihm über einen steilen Wiesenhang hinunter bis zu einem lang gestreckten Felsriegel. Nur wenig unterhalb – knappe 50 Höhenmeter über dem Gasthaus – bietet sich die Möglichkeit, nach rechts zu einer weiß-rot-weiß markierten Spurzu queren (kein Hinweis!), die an der westlichen Talseite allmählich gegen die Rote Chumme, P. 2302 m, ansteigt. Hier stößt man auf den Weg zur Engstligenalp. Links geht’s zwischen den Felsen hinab zu dem rund anderthalb Kilometer langen, scheinbar abflusslosen Daubensee (2206 m). An seinem Westufer entlang führt ein ordentlicher Pfad zum oberen See-Ende und über einen steinigen Hang hi - nauf zur Buckellandschaft des Gemmipasses (2322 m) mit Seilbahnstation, Berghotel und Schau auf die Walliser Viertausender. Rückweg zum Sunnbüel Er führt auf breitem Weg zunächst in sanftem Abstieg zum unteren Ende des Daubensees, dann mit einer kleinen Gegensteigung über den Seestutz und weiter zum altehrwürdigen Berghaus Schwarenbach (2060 m). Knapp zwei Kilometer weiter ist der ausgedehnte Boden der Spittelmatte erreicht, überschreitet man die Grenze zwischen den Kantonen Wallis und Bern. Die Alp wurde am 11. September 1895 von einer riesigen Eislawine verwüstet, die sich hoch am Altels (3629 m) gelöst hatte. Heute ist von dem Gletscher kaum mehr etwas übrig geblieben. Zwischen den Bergsturztrümmern verbirgt sich links das Arvenseeli (Abstecher, 10 Min.). An der Weggabelung auf der Spittelmatte (1872 m) hält man sich links und folgt der Sandstraße hinauf zur Seilbahnstation Sunnbüel (1934 m).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied940 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergstation der Sunnbüel-Seilbahn (1934 m).
EndpunktBergstation der Sunnbüel-Seilbahn (1934 m).
TourencharakterAuf Straßenkarten sucht man den Gemmipass (2322 m) vergebens, dabei gehört er doch zu den ältesten Alpenübergängen der Schweiz, einst wichtiger Transitweg vom Berner Oberland ins Wallis. Historischen Berichten kann man allerdings entnehmen, dass die Bergreise alles andere als angenehm gewesen sein muss. So schrieb Sebastian Münster 1550 - »… und wo einer neben dem Weg hinab siecht / kompt jm ein grausamme tieffe entgegen / die kaum ohn schwindel des hauptes mag angeblickt werden. Ich weiss wol do ich auss dem bad auff disen berg stig / den zu besichtigen / zitterten mir mein hertz und bein.« Manche Passwanderer ließen sich auf den Berg tragen, »mit dem Gesicht nach hinten gekehrt und verbundenen Augen«. Gemeint war der Abstieg über die jähe Gemmiwand nach Leukerbad, der in vielen Serpentinen verläuft – längst als Wanderroute eine Attraktion des Walliser Kurortes. Tragen lassen sich die Reisenden auch heute noch, von Seilbahnen allerdings. Die führen von Leukerbad direkt zum Pass, von Kandersteg bis auf die Höhe der lang gestreckten Talmulde, an deren Südende der »fürchterliche Weg« ins Dalatal hinunterzieht. Er wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von Tiroler Arbeitern zu einem Saumpfad ausgebaut. Zu einer richtigen Straße reichte es allerdings nicht. So gehört die Gemmi nach wie vor den Wanderern. Und den Schafen, die im Sommer rund um den Daubensee weiden. Am letzten Sonntag im Juli findet hier ein großes Schäferfest statt – auf Walliser Boden, notabene, verläuft die Kantonsgrenze doch nicht über die Wasserscheide, sondern knapp südlich der Spittelmatte.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 50 000, 263 T Wildstrubel.
MarkierungenWeiß-rot-weiße und gelbe Markierungen, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungNach Kandersteg kommt man per Bahn (alte Bern-Lötschberg-Simplon-Linie) oder auf einer gut ausgebauten Straße. Südlich des Ortes befindet sich die Talstation der Sunnbüel- Seilbahn (Ortsbus).
GastronomieRestaurant Sunnbüel bei der Seilbahnstation. Berggasthaus Schwarenbach, Anfang Juni bis Ende Oktober; Tel. +41/33/675 12 72, www.schwarenbach.ch; Berghotel Wildstrubel, Juni bis November; Tel. +41/27/470 12 01, www.gemmi.ch
Unterkunft
Restaurant Sunnbüel bei der Seilbahnstation. Berggasthaus Schwarenbach, Anfang Juni bis Ende Oktober; Tel. +41/33/675 12 72, www.schwarenbach.ch; Berghotel Wildstrubel, Juni bis November; Tel. +41/27/470 12 01, www.gemmi.ch
Tourismusbüro
Kandersteg Tourismus, CH-3718 Kandersteg; Tel. +41/33/ 675 80 80, www.kandersteg.ch