Über Halserspitz und Blaubergkamm

Mächtige Tour, die gute Kondition und Trittsicherheit verlangt; kein Stützpunkt; anstrengender Aufstieg zum Halserspitz; auf dem Kamm und vor Schildenstein und Geißalm Gegenanstiege. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
17 km
1400 m
8.00 h
Von Wildbad Kreuth oder vom Parkplatz westlich davon in Südrichtung taleinwärts nach Siebenhütten. Von dort nicht auf dem Weg zur Wolfsschlucht weiter, sondern nordöstlich am Hang des Wenigberges hinauf. Bald führt der Steig in einem Tälchen nach Osten, wendet sich aber später südwärts und leitet mit Kehren in einem Graben durch Mischwald aufwärts. Man erreicht die sanften Höhen des Wenigbergs und geht in Südostrichtung über den Weißenbachkopf hinweg zur Wenigberg-Jagdhütte hinunter. Von dort im Wald, über eine kurze Strecke sehr steil, aufwärts zum latschenbewachsenen Rücken unterhalb des Halserspitz-Steilaufbaus. Der Steig wird schrofig und stellenweise etwas ausgesetzt. Unterhalb des Gipfels führt er nach rechts hinaus zum Karspitz. Von dort auf dem Kamm zurück zum Halserspitz.Über den Blaubergkamm Der Weiterweg über den Blaubergkamm zur Wichtelplatte verläuft teils auf der Kammhöhe, mitunter über kurze Strecken oberhalb der schroffen Nord-, meist jedoch wenig unterhalb des Kammes an der Südflanke. Zwischen Blaubergkopf und Blaubergschneid gibt's zur Abwechslung mal einen deutlichen Gegenanstieg, ansonsten ist das Auf und Ab nicht wesentlich. Abstieg - Der Abstieg von der Wichtelplatte ist steil. Aus den im Frühsommer blumenreichen Wiesen oberhalb der Blaubergalm leitet der Steig in Nordwestrichtung bis unterhalb des Schildenstein-Gipfelhanges. (Der Schildenstein wäre mit einem kurzen Abstecher eventuell »mitzunehmen«.) Jenseits in gleicher Richtung steil abwärts und an der Westseite der Graseckwand hinunter zum Graseck. (Hier Abzweigung zur Königsalm.) Auf einem Rücken kurzer Gegenanstieg und hinab zur Geißalm. Nördlich, dann östlich auf Steig durch Wald zurück zum Ausgangspunkt.

Dauer - Parkplatz – Halserspitz gut 4 Std.; Halserspitz – Blaubergkamm – Sattel unterhalb des Schildensteins etwa 2 Std.; Abstieg zum Parkplatz 1.45 Std. Höhenunterschied: Parkplatz – Halserspitz etwa 1100 m; Gegenanstiege bis unterhalb des Schildensteins und vor der Geißalm insgesamt etwa 280 m.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1400 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAm günstigsten Parkplatz (etwa 800 m) an der Südseite der B 307, gut einen Kilometer westlich des Großparkplatzes von Wildbad Kreuth.
TourencharakterWann immer ich die Überschreitung des Blaubergkammes machte, war ich beeindruckt von der Mächtigkeit dieses Massivs, von der Wildheit seiner nordseitigen Wände, Schluchten und Gräben. Eine Ahnung davon erhält, wer durch die Wolfsschlucht auf- oder absteigt. Wir aber klammern diese aus, denn sie ist keine Route für Bergwanderer. Jetzt sage bloß niemand, damit brächte man sich um das Beste. Nein, das Beste ist der Aufstieg über den Weißenbachkopf auf den Halserspitz; jener Weg, über den die meisten, welche durch die Wolfsschlucht den Blaubergkamm erreichen, absteigen. Aber dort hinaufgehen, sich zunächst schier vom Halserspitz abwendend, dann sich ihm quasi gegenüber befindend und ihn letztlich doch Schritt für Schritt erreichend – das hat schon was. Danach folgt der Gang über den Kamm, über Karspitz (1801 m), Blaubergkopf (1787 m) und Blaubergschneid (1786 m) zur Wichtelplatte (1766 m), von der aus man auf das liebliche Gelände oberhalb der Blaubergalm hinunterwandert. Den Schildenstein (1613 m) können wir, je nach Gusto, mitnehmen oder nicht, ehe es dann über die Geißalm wieder zurückgeht zum Ausgangspunkt. Es war schon fast Ende November. Mit vollster Absicht marschierte ich erst um 13 Uhr vom Parkplatz los. Ich wollte bewusst in die Nacht hineinwandern, gerade dieses Erlebnis reizte mich. Zügig ging's im Graben zwischen Wenig- und Zwieselberg höher. Zwei Jäger begegneten mir. »Wo geht's heit no hi'?«, fragte der eine. Damit er mich nicht für verrückt hielt, sagte ich, dass ich zwecks Fotoaufnahmen nur noch zum Weißenbachkopf hinaufsteigen würde. Dann begegnete mir niemand mehr. Unterhalb des Halserspitzgipfels lag hartgefrorener Schnee, der mein Anstürmen stoppte. Hier hieß es vorsichtig sein, aber bald stand ich auf dem Gipfel. Novembertage sind kurz, deshalb rastete ich nur wenige Minuten. Faszinierend, wie plötzlich oberhalb der Langen Au Nebel hereinkroch, der nach und nach den Risserkogel verhüllte. Aber auch über »meinen« Kamm brandete der Nebel und auf einmal stak ich mitten darin. Macht nichts, ich bin ja hier »zu Hause«. Während des Absteigens von der Wichtelplatte riss die Nebelwand auf. Glasklar standen die Karwendelgipfel am Horizont. Nur diesen kurzen Blick konnte ich erhaschen und ich erschrak ein wenig darüber, wie dunkel es schon geworden war. Der Nebelvorhang zog sich wieder zu. Ich befand mich im flachen Wiesengelände. Nur jetzt nicht den Weg verlieren; nur nicht auf die Wolfsschluchtroute geraten! Ich fand, mit einigen Mühen, den richtigen Steig; verlor ihn im Anstieg gegen den Schildenstein um ein Haar wieder, aber bald ging's schnurstracks abwärts. Mittlerweile war es stockfinster geworden, ich musste die Stirnlampe anknipsen. Der Sicherheit halber stieg ich geradewegs über die Geißalm hinunter. Im Wald überraschend Lichter. Kommt mir da jemand entgegen? Nein, es waren die Scheinwerfer von Autos, die auf der B 307 fuhren. Jetzt konnte nichts mehr schief gehen! Fazit - Nachahmenswert ist so eine Tour nicht. Aber sie hat Spaß gemacht!
Beste Jahreszeit
KartentippTopographische Karte Mangfallgebirge, 1 - 50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt München.
VerkehrsanbindungVon Norden über Rottach-Egern und Kreuth, von Süden über den Achenpass. Zufahrt zum Parkplatz entweder von Kreuth (Wegweiser »Schwaigeralm«) oder vom Großparkplatz Wildbad Kreuth. (Auch dort kann man den Wagen abstellen.) Nächstgelegene BOB-Bahnstation ist Tegernsee; von dort Busverbindung nach Wildbad Kreuth.
GastronomieSiebenhütten.

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