Über die Tannheimer Berge

Längere Wanderung mit steilen Auf- und Abstiegen, die an einigen Stellen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert (die anspruchsvollere Passage über den Aggenstein kann über eine Variante umgangen werden). (Autor: Heinrich Bauregger)
19 km
1978 m
9.00 h
Neben der Bad-Kissinger-Hütte, die in der Beliebtheitsskala vor vielen anderen Hütten steht (vielleicht liegt es am üppigen Frühstücksbüffet?) gibt es eine weitere reizvolle Alpenvereinshütte, eine bewirtschaftete Alpe mit Übernachtungsmöglichkeit sowie einige Privathütten entlang unserer Route, wo wir gemütlich einkehren können.Auch ideal: Ausgangs- und Endpunkt unserer Tour sind mit der Außerfernbahn verbunden, sodass die Rückkehr zum Startpunkt ein Kinderspiel ist.Von Pfronten zur Bad-Kissinger-Hütte Am schnellsten geht es natürlich mit der Breitenbergbahn hinauf zur Bergstation auf der Pfrontener Hochalpe. Doch wir nehmen den ausgeschilderten Weg (Mark.-Nr. 411) durch Wiesen und Wald – zuletzt in weiten Keh-ren – dort hinauf und wandern anschließend auf breitem Weg zum Breitenbergsattel (hier Abstecher nach rechts zur Ostlerhütte möglich). Dort links (Wegtafel »Aggenstein«) und direkt auf den Aggenstein zu halten. Zunächst geht es über die Alpweiden wieder kurz hinab, dann folgen wir den Serpentinen hinauf zur Ostschulter und weiter in direkter Linie zum Gipfel des Aggensteins (Drahtseilsicherungen und Ketten), den ein mächtiges Holzkreuz schmückt. Jenseits über gesicherte Passagen hinab und auf leichterem Bergwanderweg zur Bad-Kissinger-Hütte.Von der Bad-Kissinger- zur Otto-Mayer-Hütte Vom Alpenvereinshaus auf dem markierten Steig weiter bergab (Mark.-Nr. 414) und auf dem Gräner Höhenweg im Auf und Ab, teilweise durch Wald, über die Seebenalpe (1620m) und rechts an der Sefenspitze vorbei zum Füssener Jöchl (1880m). Von der Bergstation der gleichnamigen Bergbahn leitet uns dann ein leichter Höhenweg durch die Nordhänge der Läuferspitze zum Raintaljoch. Jenseits auf gut ausgeschilderten Wanderwegen hinab zur Füssener bzw. zur Otto-Mayer-Hütte.Abstieg von der Otto-Mayr-Hütte nach Musau Von den beiden Unterkunftshütten im oberen Raintal auf dem Alpweg talwärts bis zur Musauer Alpe, wo man einkehren oder auch übernachten kann. Unser Weiterweg zweigt etwas unterhalb der Alpe vom Fahrweg rechts ab und führt parallel zu diesem talwärts, immer am Sababach entlang, den wir mehrmals queren. Am Talausgang treffen sich beide Wege wieder. Wir folgen kurz dem Alpweg nach links und verlassen diesen wieder nach rechts. Auf einem Wanderweg steigen wir zur sogenannten »Achsel« an, dem östlichen Gratausläufer des Musauer Bergs, und wandern jenseits steil durch Wald hinab nach Musau, das wir direkt beim Bahnhof erreichen.Gipfel(abstecher)Aggenstein, 1986m: Beherrschender Gipfel der westlichen Ammergauer Alpen. Auf seiner Südostseite – knapp unterhalb des Gipfels – steht die Bad-Kissinger-Hütte, eine unserer Übernachtungsstationen. Der Gipfel wird auf unserer Streckenwanderung überstiegen.Schartschrofen, 1973m: Aussichtsreicher und auf seinem Normalweg leicht erreichbarer Gipfel, den wir mit einem Schlenker auf unserer Hüttenroute mitnehmen. Schöner Tiefblick auf den Haldensee. – Vom Füssener Jöchl auf leichten Bergwanderwegen (gut aus-geschildert) zunächst um die Läuferspitze herum; dann im Wechsel von der Ost- auf die Westseite zum Hallergernjoch und in 20Min. über eine Latschenhang hinauf zum Gipfelkreuz. Vom Hallergernjoch leitet uns dann ein Steig hinab zur Füssener Hütte.Große Schlicke, 2059m: Dieser leicht erreichbare Gipfel bietet nach Norden einen herrlichen Blick auf das Allgäuer Seengebiet und nach Süden auf die prallen Felswände der Kellespitze und des Gimpel. – Der Anstieg beginnt direkt bei der Otto-Mayr-Hütte und führt auf markiertem Weg (Ausschilderung »Vils«) über Weiden, durch lichten Wald und Latschen hinauf zur Vilser Scharte (1817m). Wenige Meter unterhalb leitet der Steig rechts durch den mit Latschen bedeckten Südosthang der Kleinen Schlicke, bis links die steilen Serpentinen hinauf zum Gipfelkreuz führen. (Wir können diesen Gipfel auch beim Übergang vom Füssener Jöchl ansteuern, so sparen wir einige Höhenmeter.)

thermentour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied1978 m
Dauer9.00 h
AusgangspunktPfronten-Steinach (850m)
EndpunktMusau (821m). Rückkehr zum Ausgangspunkt: Von Musau mit der Außerfernbahn bis Haltestelle Pfronten-Steinach.
TourencharakterAuf dieser abwechslungsreichen Höhenwanderung durchqueren wir den nordwestlichen Teil der Tannheimer Berge, steigen auf den markanten Aggenstein und anschließend auf den höchsten Gipfel dieser Berggruppe, die Köllenspitze, bevor wir uns an den Abstieg ins Lechtal machen. Falls wir nicht so trittsicher sind: Der steile Aggenstein kann auch auf einer leichteren Variante umgangen werden.
Hinweise
Variante: Über den »Bösen Tritt«: Von der Bergstation der Breitenbergbahn führt ein nahezu ebener Wanderweg an den Bergfuß des Aggensteins heran und trifft bei einer Diensthütte auf den Zustiegsweg zur Bad-Kissinger-Hütte. In steilen Serpentinen empor zur Geländekante, dann rechts hinauf zum Unterkunftshaus; 1.30Std.
KartentippTopografische Karte (LVG) 1:50000, Füssen und Umgebung
VerkehrsanbindungAuto: Von Kempten (A7) oder über Marktoberdorf bzw. über Füssen nach Pfronten-Steinach zur Talstation der Breitenbergbahn. Dort großer Wanderparkplatz. n Bahn/Bus: Mit der Bahn über Kempten nach Pfronten oder von Garmisch-Partenkirchen mit der Außerfernbahn über Reutte nach Pfronten-Steinach.
GastronomieOstlerhütte (1838m), privat, nahezu ganzjährig bewirtschaftet, nach den Osterferien bis Christi Himmelfahrt geschlossen, 15 Betten, 60 Lager, Tel. 08363/424 n Hochalphütte (1530m), privat, Übernachtung möglich, Tel. 08363/1654 n Allgäuer Berghaus (1509m), privat, an der Bergstation der Breitenbergbahn, Übernachtung möglich, Tel. 08363/486 n Bad-Kissinger-Hütte (1788m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Anfang Mai bis Ende Okt., 8 Betten, 55 Lager, Tel. 0043/ (0)676/3731166 n Sonnenalm (Bergstation der Füssener-Jöchl-Bahn, 1821m), nahezu ganz- jährig bewirtschaftet n Füssener Hütte (1550m), privat, bewirtschaftet von Anfang Mai bis Mitte Okt., 16 Betten, 40 Lager, Tel. 0043/(0)5675/6041 oder 0043/(0)676/3423221 n Otto-Mayr-Hütte (1528m), AV-Hütte, Kat. I, von Anfang Mai bis Ende Okt. bewirtschaftet, 58 Betten, 15 Lager, Tel. 0043/ (0)5677/8457 n Willi-Merkl-Hütte (1550m), Selbstversorgerhütte des DAV, von Mitte Mai bis Mitte Okt. bewartet n Musauer Alpe (1290m), privat, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Okt., Mo Ruhetag, 28 Betten, 50 Lager, Tel. 0043/676/ 3423236
Tipps
Falls Sie sich für volkskundliche Sammlungen und für die früheren und heutigen Erwerbsquellen (wie Land- und Forstwirtschaft) der Region interessieren, sollten Sie dem Heimathaus in Pfronten (Kirchsteige 1) einen Besuch abstatten. Öffnungszeiten: Mo 15–17Uhr und Do 17–19Uhr
Informationen
Gehzeiten: Von Pfronten zur Hochalphütte 2Std., weiter über den Aggenstein zur Bad-Kissinger-Hütte 2Std., von dort zur Füssener Hütte/ Otto-Mayr-Hütte 3Std., Abstieg nach Musau 2Std.; insgesamt 9Std.
Unterkunft
Ostlerhütte (1838m), privat, nahezu ganzjährig bewirtschaftet, nach den Osterferien bis Christi Himmelfahrt geschlossen, 15 Betten, 60 Lager, Tel. 08363/424 n Hochalphütte (1530m), privat, Übernachtung möglich, Tel. 08363/1654 n Allgäuer Berghaus (1509m), privat, an der Bergstation der Breitenbergbahn, Übernachtung möglich, Tel. 08363/486 n Bad-Kissinger-Hütte (1788m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Anfang Mai bis Ende Okt., 8 Betten, 55 Lager, Tel. 0043/ (0)676/3731166 n Sonnenalm (Bergstation der Füssener-Jöchl-Bahn, 1821m), nahezu ganz- jährig bewirtschaftet n Füssener Hütte (1550m), privat, bewirtschaftet von Anfang Mai bis Mitte Okt., 16 Betten, 40 Lager, Tel. 0043/(0)5675/6041 oder 0043/(0)676/3423221 n Otto-Mayr-Hütte (1528m), AV-Hütte, Kat. I, von Anfang Mai bis Ende Okt. bewirtschaftet, 58 Betten, 15 Lager, Tel. 0043/ (0)5677/8457 n Willi-Merkl-Hütte (1550m), Selbstversorgerhütte des DAV, von Mitte Mai bis Mitte Okt. bewartet n Musauer Alpe (1290m), privat, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Okt., Mo Ruhetag, 28 Betten, 50 Lager, Tel. 0043/676/ 3423236

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