Über die Pralongià

Aussichtsreiche, kaum anstrengende Höhenwanderung; im Sommer herrliche Gebirgsflora (Autor: Eugen E. Hüsler)
11 km
420 m
4.00 h
Erdgeschichte.
Interessant ist die Gegend auch geologisch; nicht zufällig wurde eine Gesteinsformation nach dem Ort St. Kassian benannt. Die Cassianer Schichten sind reich an Fossilien, etwa der Daonella-Muschel. Hauptfundort von Versteinerungen sind die Prà de Stores zwischen den Pizades und der Ütia Pralongià. Hier forschten berühmte Geologen wie Leopold von Buch und Ferdinand von Richthofen. Letzterer erhielt sogar ein passendes Denkmal: das Richthofenriff (2429 m) südlich des Setsas (2571 m). Letzterer lässt sich von der Höhenwanderung aus in etwa einer Stunde leicht besteigen – ein Tipp für jene, die sich mit dem ausgedehnten Höhenspaziergang nicht richtig ausgelastet fühlen.
Aussichtswandern.
Die Pralongià-Wanderung beginnt gleich neben dem Rifugio Valparola (2168 m; Tafeln). Zunächst führt der schmale Weg oberhalb des Lago di Valparola (2140 m) dahin, dann steigt er über Wiesen zum kleinen Joch (2227 m) unter dem Piz Ciampei empor. Hier wechselt man auf die Nordseite des sichelförmigen Setsaskamms. Das Weglein steigt in schrofigem Gelände zunächst noch leicht an, um hinter dem Monte Castello (2371 m) wieder an Höhe zu verlieren. Aus der Talmulde von Pudres leiten die Markierungen dann steil hinauf zu den Trümmerfelsen der Pizades (2282 m), vorbei an der beschilderten Abzweigung zum höchsten Punkt der »Sieben Steine« (Setsas, 2571 m). Mit freier Sicht auf die Pralongià quert man unter Felsen nach links, um dann zu den weitläufigen Storeswiesen abzusteigen. Schlicht großartig präsentiert sich die Dolomitenkulisse: rechts das Hochabtei, flankiert von Conturines (3064 m), Lavarela und Heiligkreuzkofel auf der einen und vom Gherdenacia-Plateau auf der anderen Seite. Im Westen thront die Sellaburg, und im Süden ist die Marmolada (3343 m), hinter dem dunklen Padònkamm in den blauen Himmel ragend, alles überstrahlender Blickfang.
Das volle Panorama bietet die flache Gipfelkuppe der Pralongià (2138 m) und eine ordentliche Südtiroler Marende mit Speck und Schüttelbrot die gleichnamige Hütte.
Zum Piz la Ila.
Die Fortsetzung der Höhenwanderung führt auf breitem Weg, allmählich etwas an Höhe verlierend, am Wiesenkamm entlang nach Norden. Auf einer kleinen Anhöhe steht die Ütia de Bioch (2079 m) als nächste »Einkehr-Versuchung«. Dahinter geht’s am licht bewaldeten Hang kurz abwärts und hinüber zur (im Sommer geschlossenen) La-Branca-Hütte; dann weiter auf einem Sträßchen in die Wiesenmulde von Fraina, ebenfalls mit einer bewirtschafteten Hütte (Ütia la Fraina, 2003 m). Das Ziel der Wanderung, den Piz la Ila (2078 m), hat man jetzt im Blick. Auf der Sandstraße geht’s hinüber und hinauf zum Seilbahngipfel (4 Std.).

Valparolajoch – Pizades 1.30 Std., Pizades – Pralongià 1.15 Std., Pralongià – Piz la Ila 1.15 Std. Insgesamt 4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied420 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortSt.Kassian (1563m), Ferienort im Hochabtei
AusgangspunktValparolajoch (2168m), Straßenpass zwischen dem Hochabtei und dem Ampezzano
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterWas die Seiser Alm für Gröden, ist die Pralongià fürs Hochabtei: eine riesige Alm, grüne Wellen vor grauem Fels, und im Süden blinkt die Mar-molada mit ihrem weißen Eispanzer. Da man ganz oben, am Valparolajoch, zu dieser Wanderung einsteigt, halten sich die Anstiege in engen Grenzen. Genuss statt Anstrengung, Aussicht in alle Richtungen und viele bunt blühende Sehenswürdigkeiten links und rechts des Weges.
Hinweise
Valparolajoch – Pizades 1.30 Std., Pizades – Pralongià 1.15 Std., Pralongià – Piz la Ila 1.15 Std. Insgesamt 4 Std.
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 07 »Alta Badia–Arabba–Marmolada«
VerkehrsanbindungVon Stern via St.Kassian hinauf zum Valparolajoch, 14 km. Busverbindung
GastronomieÜtia Pralongià, Juli bis September, Tel. 0471/836072. Ütia de Bioch, Juli bis September, Tel. 0471/847222. Ütia la Fraina, Juli bis September, Tel. 0471/847269. Ütia Piz la Ila, Mitte Juli bis Ende September, Tel. 0471/847403
Informationen
Hüttenromantik. Was wäre Südtirol, was wären die Dolomiten ohne all ihre Berg- und Almhütten? Für viele sind sie neben dem Landschaftserlebnis das eigentliche Ziel der Wanderung: einkehren, genießen. Es gibt die Rifugi, Ütie und Hütten in vielen Variationen, von der urigen Alm bis zur aufgepeppten Einkehr. Mir ist die gemütliche Einkehr mit kleiner Speisekarte viel lieber als das SB-Bergrestaurant mit Musikbeschallung und großer Mikrowelle.
Tourismusbüro
Tourismusverband Alta Badia, Col-Alt-Str. 36, I-39033 Corvara, Tel. +39/0471/83 61 76, Fax 83 65 40, info@altabadia.org, www.altabadia.org

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