Über die Plumsjochhütte aufs Satteljoch

Aussichtsreiche Alm- und Kamm-Wanderung, die bei Nebel Orientierungsvermögen erfordert. Im Sommer genug Wasser mitnehmen und nicht zu spät aufbrechen! Hagelhütten – Plumsjoch – Satteljoch – Hasentalalm – Hagelhütten (Autor: MIchael Pröttel)
13 km
860 m
4.00 h
Vom Parkplatz aus marschiert man geradeaus zum Bachbett. Hier wendet man sich nach links (Schild »Hasentalalm, Plumsjochhütte«), überquert eine Brücke und folgt ein kurzes Stück der Forststraße. In der ersten Kurve biegen wir rechts von dieser ab, steigen über einen Zaun und gehen hinunter zum Bachbett. Wieder über eine schmale Brücke und dann dem neu markierten Pfad folgen bis zu einem alten Fußweg. Hier wenden wir uns nach links und gewinnen im Wald zuerst steiler, dann in angenehmer Steigung stetig an Höhe. Einmal gabelt sich der Weg, um kurz darauf wieder zusammenzukommen.
Kurze Zeit später treffen wir auf einen breiteren Fahrweg, dem man ein gutes Stück folgt. Man durchwandert bald Almgelände und kann an einer Rechtsschleife den Fahrweg wieder verlassen, indem man nach links einem Fußweg folgt (1:30 Std.). Dieser führt durch die Latschenzone direkt zur Plumsjochhütte (2 Std.). Dahinter windet sich der Weg in wenigen Schleifen zum Plumssattel hinauf. Hier drehen wir uns nach links (Schild »Plumsjoch, Mondscheinspitze, Satteljoch«) und folgen zunächst dem Weg in Richtung Mondscheinspitze. Nach wenigen Minuten kommen wir zu einer Abzweigung. Hier verlassen wir den breiteren Fußweg und folgen links einem unbeschilderten, aber markierten Pfad (gut auf Markierungen achten!). Er führt uns durch lichtes Latschengelände, zuletzt über einen schönen Wiesenrücken zum Satteljoch (2:45 Std., 1935 m). Dieser ist einer der grandiosesten Aussichtsgipfel im Karwendel. Denn vor uns liegt der Große Ahornboden mit den dahinter aufragenden gewaltigen Kalkwänden des Hauptkammes.
Vom Gipfel wenden wir uns nach Westen und folgen nun weglos und unmarkiert dem Wiesenrücken in Richtung Kompar. Bald sieht man links unterhalb auch schon einen steilen Almrücken, über den unser Abstieg ins Rißtal verläuft. Wir gehen aber erst noch geradeaus weiter, bis wir den breiten Sattel zwischen Satteljoch und Kompar erreicht haben. Hier wandern wir links bergab und folgen dem Almweg, der uns zunächst am Hochleger und dann am Mittelleger der Hasentalalmen vorbeiführt. Bald darauf tauchen wir wieder in die Waldzone ein und erreichen ohne Orientierungsschwierigkeiten die unterste Hasentalalm, von wo aus wir auf einem breiten Fahrweg zurück zum Ausgangspunkt wandern (4:45 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied860 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz bei den Hagelhütten
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterNicht immer garantieren gute Markierungen und Beschilderungen einen gleich bleibenden Wegverlauf, wie es zum Beispiel bei dieser Tour passiert ist: Der alte Pfad zu Beginn der Tour wurde von der Erosion vollkommen zerstört, sodass man heute mit einer neuen Wegführung vorlieb nehmen muss.
Beste Jahreszeit
KartentippWK 323 »Karwendel – Mittenwald«, 1:50 000, Freytag & Berndt.
MarkierungenRote Punkte, zum Teil unmarkiert.
VerkehrsanbindungMit dem Auto: Von München über Bad Tölz und Lenggries zum Sylvensteinspeicher. Hier rechts über Vorder- nach Hinterriß. Weiter auf der Mautstraße zum Parkplatz bei den Hagelhütten. Mit dem Zug: Von München mit der BOB direkt nach Lenggries. Von hier an Wochenenden weiter mit dem Bergsteigerbus in die Eng.
GastronomiePlumsjochhütte, Mitte Mai bis Ende Oktober.
Tipps
Gestank am Großen Ahornboden. Seit Jahren wird die Verkehrssituation im Rißtal zwischen Naturschützern und Hotelbetreibern kontrovers diskutiert. Spätestens dann, wenn an einem sonnigen Oktoberwochenende mehrere tausend Autofahrer den wunderschönen Talschluss verpesten, wird man sich die Frage stellen, ob die mitten ins Herz des Naturschutzgebietes Karwendel führende Straße für den privaten Kfz-Verkehr wirklich notwendig ist. Denn paradoxerweise bedrohen die Autofahrer damit gerade das Naturwunder, wegen dem sie hergekommen sind: die bis zu 500 Jahre alten Ahornbäume. Die Alternative wäre eine Sperrung der Mautstraße ab Vorder- oder Hinterriß und die Einrichtung eines von dort aus häufig verkehrenden Shuttle-Busses. Das Hauptproblem hierbei: die Schaffung von Stellplätzen für diejenigen, die nicht gleich von München aus mit dem Zug, sondern so weit wie möglich mit dem eigenen PKW anreisen wollen. Nachdem es um das Thema jahrelang recht still geworden war, stießen der Deutsche Alpenverein und der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) mit der Einrichtung des Bergsteigerbusses in die Eng (Einführung) im Jahr 2001 die Diskussion wieder an. Und die Wanderer zeigten eine erfreulich hohe Akzeptanz dieser umweltfreundlichen Art der Anreise. Wie schwer sich hingegen die Tiroler Hoteliers im Rißtal mit dem Thema tun, erwies sich im gleichen Jahr bei einer Demonstration der Alpenschutzorganisation Mountain Wilderness Deutschland für eine autofreie Eng: Der Betreiber des Alpengasthofs Eng war über diese Einmischung der »Piefkes« so aufgebracht, dass er mir – dem Organisator der Demo und Vorsitzenden des Vereins – sogleich eine »saftige Tiroler Watsch'n« androhte, würden die Transparente nicht sofort entfernt werden. Dieser Bitte konnten wir verständlicherweise nicht nachkommen. Aber ganz entgegen der Befürchtung des Hoteliers, dass Urlauber durch diese Aktion abgeschreckt würden, äußerten selbst eingefleischte Autofahrer Verständnis für das Anliegen der Umweltaktivisten. Diese teilt wohl auch Altbischof Reinhold Stecher in seinem Buch »Der Berg-Ahorn im Karwendel«: »Es ist gut, bei diesem Baum, der sich oft an die Grenze des Unwirtlichen vorwagt, sinnend stehen zu bleiben. Vielleicht gelingt es gerade ihm, uns autobesessene, seilbahnverwöhnte oder mountainbikestrampelnde Zivilisationsmenschen daran zu erinnern, dass der Baum etwas Heiliges ist. […] Ein Berg- Ahorn mitten in der herben Landschaft hat so viel Faszinierendes: tief in den steinigen Boden reichende Wurzeln, den Stamm, der so vielen Unbilden und Stürmen trotzt, die Entfaltung der Krone, der Tod in Schönheit im Herbst und das unverdrossene Ausschlagen im Frühjahr.«
Unterkunft
Gasthöfe in der Eng, Hinter- und Vorderriß.
Tourismusbüro
Vomp.

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Michael Pröttel

Karwendel und Wetterstein

Glasklare Bergseen, idyllische Almen, imposante Gebirgsmassive. Im Wettersteingebirge und im Karwendel finden sich einzigartige Wanderziele.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema